Ankommen, Eintritt bezahlen, hinsetzten und sich wohl fühlen. Der einzigartige Charme des 1936 erbauten Tonfilm-Theaters am alten Lager macht das möglich: Beim Konzert mit Rebeldes Mind, der Regionalband um den Münsinger Fabio Lentini, der vor fünf Jahren durch das RTL-Format „DSDS“ zumindest zum regionalen Teenie-Star aufstieg. Vom einstigen Teenie-Hype war bei den rund 100 Besuchern nichts mehr zu spüren. „Das ist auch gut so“, so Fabio, der heute sagt, ich bereue nicht dass ich bei DSDS war, würde es aber nie wieder tun“.

„Symphonie“ für Unbekannt

Die jungen Besucher, die zum Konzert gekommen waren, kamen der Musik wegen, die jetzt nicht mehr nur Fabios Stimme ausmacht, sondern sich als klangvolles Gesamtpaket mit Fabio Lentini, Markus Beck, Joshua Schmid, Leon Gall und Christian „Chico“ Denis präsentierte. Wie die 17-jährige Mirella Benski, die unweit von Fabio wohnt und damals nicht verstehen konnte, dass Leute vor Fabios Haus rumhängten, nur um ihn zu sehen. Der einstige „Star“ von damals hat sie nicht berührt. Vielmehr die Musik der Band von heute, welche sie als Musik für die Ohren und fürs Herz bezeichnet. Ihre Mutter Haike lobte die unheimlichen Emotionen, welche die Band mit vollem Einsatz auf die Bühne brachte. Als eines der ganz beliebten Stücke der Band hoben Mutter und Tochter „Symphonie“ hervor – eines der eigenen Stücke, bei welchem es dem Zuhörer selbst überlassen bleibt, für wen nun die Symphonie geschrieben werden soll. Lentini selbst will es nie verraten.

Eigene Stücke und Coverversionen

Neben den eigenen Stücken gab es am Samstag viele Coverversionen, welche von einer ganz eigenen „Rebeldes-Mind-Linie“ geprägt waren, auf die Ohren. „Wir sind die letzte Generation, welche über unsere Eltern die Musik von Toto, Queen oder Elvis kennen lernen durften. Diese Musik wollen wir bewahren“, so Lentini, der in Rebeldes Mind viel groovige Old School-Elemente sieht. Sam Haarseim, der zur stark vertretenen Ü-50er-Generation beim Konzertabend zählte, lobte Fabios raue Stimme im super smarten Typ. „Ich beobachte Fabio schon seit ein paar Jahren und stelle fest, dass er immer besser wird“, so der Auinger.

Dreifaches „Hansi Kraft“

Dass im Publikum 50-Jährige saßen, von denen er weiß, dass sie schon häufig auch bei großen Konzerten waren, machte den 23-Jährigen Lentini glücklich. Fürs klasse Ambiente gab es zum Rebeldes-Mind-Sound noch ein dreifaches „Hansi Kraft“ für den Kinobesitzer obendrauf. Toll auch die Lichttechnik, mit welcher die Aufsteigerband dem Charme des alten Kinosaales ein besonderes Sahnehäubchen aufsetzte. Auch wenn Lentini wohl noch einige Zeit mit DSDS in Verbindung gebracht wird, sagt er „Von DSDS habe ich mich längst, eigentlich schon kurz danach, verabschiedet. Heute identifiziere ich mich nicht mehr damit, sondern einzig über die Band“, in welcher er auch am Samstag sichtlich aufging.

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