Münsingen Körpersprache des Hundes verstehen

Münsingen / Reiner Frenz 08.06.2018

Mutter, Tochter und sechs Hunde: Das ist das Dog Team Alb aus Auingen. Hanna Genal und ihre Mutter Noris Bleher betreiben gemeinsam die „etwas andere Hundeschule auf der Alb“. „Das ist für uns beide eine große Leidenschaft“, betont Noris Bleher.

Und gerade ihr war diese Leidenschaft nicht in die Wiege gelegt worden: „Ich hatte früher Angst vor Hunden“ erinnert sie sich. Doch als die Familie Ende der 1980er Jahre / Anfang der 1990er Jahre ein paar Jahre auf dem einsam gelegenen Hülbenhof oberhalb Anhausen lebte, bestand Noris Mann Jürgen darauf, dass man sich einen Hund zulegte, einen Schäferhund-Mischling. „Anfangs bekam er von mir das Futter mit einem Besen hingeschoben“, lacht Noris Bleher.

Tochter Hanna indes fürchtete sich nicht vor dem Hund und auch nicht vor anderen: „Hanna signalisierte mir schon als sie noch ein kleines Kind war, ob ein Hund gefährlich sein konnte oder nicht“, sagt Noris Bleher, „und sie nahm mir mit der Zeit viel von meiner Angst, weil sie ein Gespür für die Hunde hatte“. Noris Bleher begann an ihrer Angst zu arbeiten, weil sie nicht wollte, dass sich diese auf ihre Kinder – neben Hanna waren es die Söhne Josef und Lukas – überträgt.

Angst vor Hunden

Die ersten Jahre nach der Zeit auf dem Hülbenhof freilich waren ohne Hund, bis Noris Bleher sich entschloss, einen Border Collie ins Haus in Auingen aufzunehmen. Mit der aktiven und wuseligen „Ayla“ ging sie in die Rettungshundearbeit, begann sich Wissen über die Arbeit mit Hunden anzueignen. Seit acht Jahren ist Ayla auch für die Personensuche, das „Mantrailing“ ausgebildet.

Hanna Genal hatte von jeher intensiven Zugang zu Tieren, ob mit Katzen oder Hunden oder Pferden. Mit 16 Jahren begann sie im Pferdestall in Hundersingen zu arbeiten. Dort gab es auch zwei Hundewelpen, um die sie sich neben den Pferden auch kümmerte, meistens hatte sie Ayla dabei: „Es war spannend, die Rudelkonstellation zu beobachten“.

Hanna Genal absolvierte Hundetrainerausbildung

Für ihre Ausbildung zur Pferdewirtin zog Hanna dann nach München. Es handelte sich um einen Sportstall, wo sie selbst keinen Hund mitbringen durfte. Doch die Reiter, die dort ihrem Hobby nachgingen, hatten oft Hunde dabei: „Ich hatte damals den Traum, einen kleinen Stall zu besitzen, mit dem ich Urlaub für Pferd und Hund anbieten könnte“, erinnert sie sich.

In Zusmarshausen bei Augsburg absolvierte Hanna Genal deshalb auch zusätzlich eine Hundetrainerausbildung am Hundezentrum McWolfi. Sechs Stunden dauerte am Ende allein die theoretische Prüfung. „Ich wurde dann gefragt, ob ich nicht an der Hundeschule als Trainerin arbeiten wollte“. Das ging an den Wochenenden, da sie nach wie vor in München arbeitete, als sie Gruppenstunden gab, vor allem im Grundgehorsam: „Ich habe sehr viele Erfahrungen sammeln können“, sagt sie.

Aus Gesundheitsgründen musste Hanna Genal die Arbeit mit Pferden beenden, eine harte Zeit für die junge Frau, die vor dem Nichts stand, schließlich wieder zu den Eltern nach Auingen zog. Sie arbeitete jetzt mit Kindern mit Behinderungen, die sie an Grundschulen betreute, entschied sich schließlich, eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten zu absolvieren. In dieser Zeit konnte sie keine Gruppenstunden mit Hunden mehr geben, sie half aber immer wieder in der Hundeschule aus.

Nach der Ausbildung freilich stieg Hanna Genal wieder verstärkt in die Arbeit mit den Hunden ein. Aktuell hat sie einen 50-Prozent-Job an einer Psychiatrischen Tagesklinik, „die anderen 100 Prozent arbeite ich an der Hundeschule“, lacht sie.

Arbeit in kleinen Gruppen

Die Grundintention von Noris Bleher und Hanna Genal ist es, das Miteinander von Mensch und Hund zu intensivieren, Hund und Mensch zum Team werden zu lassen. „Ich trainiere die Hunde über die Körpersprache“, sagt Hanna Genal. Dieses Wissen, das sie sich nicht nur in ihrer Ausbildung, sondern auch durch stundenlanges Beobachten angeeignet hat, will sie weitergeben: „Wer die Körpersprache versteht, kann zum Hundekenner werden“.

Gearbeitet wird in kleinen Gruppen mit vier bis acht Mensch-Hund-Teams, angeboten werden aber auch Einzelstunden (siehe Kastentext). Teil des Teams sind natürlich auch die sechs Hunde, von denen Hanna vier hat: „Unsere Hunde vermitteln uns klar, wie sich der andere Hund verhält“, weiß Noris Bleher.

Info Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dog-team-alb.de. Kontakt: 0171 349 26 22 oder per Mail: info@dog-team-alb.de

Nasenarbeit, Dog-Trail und Einzelstunden

Folgende Angebote gibt es beim Dog Team Alb: Nasenarbeit, darunter Man-Trailing; Dog-Trail (Hund sucht Hund) und Schnüffelstunden (Geruchsdifferenzierung); Gruppenstunden mit dem Themen: Grundgehorsam, Alltagstraining, Beschäftigungsspiele und Training über Körpersprache sowie Trickspiele. In den Einzelstunden geht es um Problembewältigung, darum den eigenen Hund zu verstehen oder um ein Vorbereitungstraining, wenn ein Hund angeschafft werden soll. Thema bei den angebotenen Seminaren sind: Körpersprache des Hundes; Abenteuerspaziergang; Erste Hilfe; Futter für den gesunden Hund.

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