Mit allen Arbeiten liegt man bisher im Plan, doch jetzt sieht es so aus, als ob sich die Fertigstellung der Innenrenovierung nach hinten verschiebt. Denn die Arbeit der vielen Freiwilligen, die gemeinsam angepackt und unzählige Arbeitsstunden geleistet haben, ist getan, jetzt fehlt es an den Handwerkern. Sie sollten in den nächsten Monaten verstärkt anrücken, doch die Corona-Krise hat einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dabei fing es gut an: Nach Weihnachten wurde der durch aufsteigende Feuchtigkeit schadhafte Putz von den Wänden geschlagen, die Bänke wurden ausgebaut und der Fliesenboden entfernt. „Überall an den Wänden haben wir Risse festgestellt, die nun zugespachtelt werden müssen. Außerdem muss die Elektronik erneuert werden“, berichtet Helmut Rauscher, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Auch die Wände waren sehr schmutzig und wurden von den vielen Helfern gewaschen, jetzt brauchen sie einen neuen Anstrich. Das Mauerwerk wurde freigelegt und muss erst einmal trocknen. Um das Eindringen weiterer Feuchtigkeit zu verhindern, wird die Kirche künftig nicht mehr manuell, sondern maschinell belüftet, das heißt, die Fenster öffnen und schließen automatisch.

Altar weiter in die Mitte

Darüber hinaus soll der Altar laut Rauscher weiter in die Mitte und näher zu den Menschen gerückt werden, weshalb sich nach Fertigstellung die bisher vorderen Bänke rund um den Altar verteilt wiederfinden. „Damit wollen wir das Gemeinschaftsgefühl der Gottesdienstbesucher stärken“, führt Rauscher aus.

2005 hatte der damalige Kirchengemeinderat Maßnahmen für eine umfangreiche und schrittweise Renovierung festgelegt. Bis 2008 fand eine grundlegende Außenrenovierung statt, bei der – ebenso wie bei der anschließenden Neugestaltung des Kirchplatzes – viele ehrenamtliche Bauhelfer im Einsatz waren.  Nun dauerte es zwölf Jahre, bis die Innenrenovierung in Angriff genommen werden konnte. Eine Zeit, in der Aktionen wie Altpapiersammlungen, Gemeindefeste und Spendenaufrufe stattfanden, denn schließlich sieht der Plan Kosten in Höhe von rund 272 000 Euro allein für die Innenrenovierung vor. 146 000 Euro hat die evangelische Kirchengemeinde Ödenwaldstetten/Pfronstetten mit 619 Mitgliedern aus Baurücklagen, Substanzerhaltungsrücklagen sowie Opfer und Spenden zur Verfügung. Dazu kommen Zuweisungen vom Oberkirchenrat und Sonderzuweisungen vom Kirchenbezirk.

Komplette Entkernung

Wie nötig die Maßnahmen tatsächlich sind, hat die komplette Entkernung des Kirchenraumes sowie des Vorraumes im Eingangsbereich gezeigt. Der Plan sieht eine Fußbodenheizung im Altarbereich und neue Fliesen vor, im Bankbereich soll die Heizung erneuert werden.

Dass man bei einer Renovierung vor Überraschungen nicht gefeit ist, wird am Eingangsbereich ersichtlich. „Von unten eindringendes Wasser hat tragende Balken bis auf vier Meter nach oben beschädigt. Sie mussten vom Zimmermann ausgetauscht werden“. Auch hier wurden die Wände freigelegt und der Boden herausgeklopft. Die freiwilligen Helfer haben rechtzeitig vor der ausgerufenen Kontaktsperre alles soweit für die Handwerker vorbereitet, doch sie können jetzt nur vereinzelt die Arbeit aufnehmen.

Einweihung verschoben

„Eigentlich wollten wir mit unserem jährlichen Gemeindefest im Juni oder Juli Einweihung feiern. Das geht ganz sicher nicht“, bedauert Kirchenpflegerin Maria Riesch und berichtet von dem Baustellenkonzert, das für den 15. März vorgesehen war und ebenfalls abgesagt werden musste. Trotzdem hofft sie, dass auch weiterhin – wie bereits seit vielen Jahren – Spenden für die Renovierung eingehen.

Schließlich ist die Nikolauskirche ein Kleinod aus dem 14. Jahrhundert, das vom Kloster Zwiefalten erbaut wurde. In der Reformationszeit bekam die Kirche Männeremporen und eine Bretterdecke mit Felderteilung. 1562 wurde Ödenwaldstetten evangelisch, 1590 hielt eine Glocke Einzug in den Kirchturm. Im 17. Jahrhundert wurde die Chorpartie erweitert, die Fenster wurden vergrößert. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1848, sie erhielt bei der letzten Renovierung 1983 wieder die ursprüngliche Farbgebung im Stil der Bauernmalerei. Bereits 1909 hatte eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung stattgefunden, bei der alte Wandbilder zum Vorschein kamen. Weiterhin erhielt das Gotteshaus 1956 einen neuen Innenanstrich und ein neues Gestühl, 1979 wurde der Turm renoviert, 1981 Dach und Außenfassade erneuert und 1983 schließlich der Innenraum.

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Jahre hat es gedauert bis nach den Außenrenovierungen der Nikolauskirche, begonnen 2008, jetzt die Innenrenovierung in Angriff genommen werden konnte.