Die evangelische Gemeinde in Hayingen hat eine neue Pfarrerin: Mitte vergangenen Monats ist Hanna Gack in die Wohnung im evangelischen Gemeindehaus eingezogen. Genaugenommen ist die 30-Jährige im „unständigen Dienst“, wie die Bezeichnung des „Pfarrers zur Anstellung“ inzwischen heißt. „Eigentlich bin ich damit wieder ein bisschen auf die Alb zurückgekommen“, berichtet die gebürtige Gammertingerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach dem Abitur, das sie 2008 am Gammertinger Gymnasium abgelegt hat, begann sie mit dem Theologiestudium in Tübingen – weitere Stationen waren Greifswald und Heidelberg. „Dort habe ich im Schwerpunkt Diakoniewissenschaften studiert“, berichtet sie weiter, „weil dieser Bereich für mich mit Blick auf Inklusion und diakonische Aufgaben sehr wichtig ist“.

Nach dem ersten theologischen Examen ging sie im Sommer 2016 als Vikarin nach Giengen an der Brenz und war dort bis im Februar diesen Jahres eingesetzt. In Verbindung mit der Arbeit in der Gemeinde schloss sie ihre Ausbildung mit dem zweiten theologischen Examen ab, das sowohl aus praktischen Prüfungen wie auch einem theoretischen, schriftlichen und mündlichen Teil bestand. Der Oberkirchenrat entsandte sie dann ins Dekanat Sulz am Neckar, um dort Vertretungsdienste zu übernehmen.

Prägende Erfahrungen in der Jugend

Ihre kirchlichen Wurzeln liegen in der Jungschar. Dort war sie zunächst Teilnehmerin und später langjährige Mitarbeiterin bis hinauf auf Bezirksebene. „Diese Erfahrungen haben mich geprägt und mich zum Theologiestudium gebracht“, erzählt sie weiter. Daher liegt ihr die Kinder- und Jugendarbeit auch besonders am Herzen. Eingeschlossen in ihre 75-prozentige Pfarrstelle sind auch sechs Stunden Religionsunterricht an der Digelfeldschule. „Das ist eine tolle Chance hier, alle evangelischen Kinder unterrichten zu können“, freut sie sich und sieht dies als Plattform, um mit den Familien in Kontakt zu kommen. Sie habe Ideen mitgebracht, wolle derzeit aber erst einmal sehen, welche Angebote vorhanden sind und welche Bedürfnisse es in der Gemeinde gibt. Auf jeden Fall wolle sie in unregelmäßigen Abständen einen Familiengottesdienst anbieten, um junge Familien anzusprechen. „Für mich ist die Kirchengemeinde immer auch Beziehungsarbeit und da ist es gut, wenn man sich kennt“, betont sie. „Ein wichtiges Ziel für mich ist es, den Glauben, der mich trägt, an andere weiterzugeben.“ Der Beruf als Pfarrerin biete neben den Verpflichtungen viele Freiheiten und die Chance, das einzubringen, was sie als wichtig empfinde. Als „reizvoll“ in Hayingen empfindet sie auch den hohen Stellenwert der Ökumene, wie sie beispielsweise in gemeinsamen Seniorennachmittagen oder der Kinderkirche zum Ausdruck kommt.

Zwiefalten und Hayingen bilden zusammen eine Gesamtkirchengemeinde. „So gibt es Möglichkeiten, im Team zu arbeiten“. Sie und ihr Zwiefalter Kollege Roland Albeck wechseln sich an den Sonntagen ab und halten jeweils beide angebotenen Gottesdienste. „Eine Ausnahme davon sind die besonderen Festsonntage“. Auf die Konfirmation werden die Kinder aus Hayingen, Zwiefalten und Mundingen gemeinsam vorbereitet. Auch darüber hinaus sieht sie Chancen auf ein stärkere Zusammenarbeit bei Projekten oder Veranstaltungen zwischen den drei Kirchengemeinden.

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