Buttenhausen Kirchengemeinde feiert Fusion

Der Kirchengemeinderat mit insgesamt elf Vertretern aus Hundersingen, Buttenhausen und Apfelstetten steht hinter der Fusion. Stellvertretend sind auf dem Bild Bianca Scheinost (Buttenhausen), Margarete Müth (Apfelstetten) und Matthias Meeßen (Hundersingen) sowie Pfarrerin Regina Götz vor der Buttenhausener Kirche zu sehen.
Der Kirchengemeinderat mit insgesamt elf Vertretern aus Hundersingen, Buttenhausen und Apfelstetten steht hinter der Fusion. Stellvertretend sind auf dem Bild Bianca Scheinost (Buttenhausen), Margarete Müth (Apfelstetten) und Matthias Meeßen (Hundersingen) sowie Pfarrerin Regina Götz vor der Buttenhausener Kirche zu sehen. © Foto: Maria Bloching
Buttenhausen / Von Maria Bloching 16.05.2018

Zumindest, was das Logo der neu fusionierten evangelischen Kirchengemeinde Lautertal-Buttenhausen angeht, gilt: „Die Kirche muss im Dorf bleiben“. Ansonsten ist ein „aufeinander Zugehen“ angesagt. Denn Anfang dieses Jahres gingen die bisherigen Kirchengemeinden Apfelstetten-Buttenhausen und Hundersingen die Fusion ein.

Seit 2016 waren die Vorgaben des Pfarrplans mit einer Streichung der Pfarrstelle in Hundersingen und einer Betreuung von Buttenhausen aus umzusetzen. Mehrere Möglichkeiten der Zusammenarbeit wurden den rund 380 Gemeindegliedern der Kirchengemeinde Hundersingen (270 aus Hundersingen und 110 aus den hauptsächlich katholischen Dörfern Bichishausen mit Steighöfen, Bremelau, Dürrenstetten und Gundelfingen) sowie den rund 600 Gemeindegliedern aus Apfelstetten-Buttenhausen in Gemeindeversammlungen vorgestellt.

„Eine weitere Selbstständigkeit Hundersingens stand nie zur Debatte, dafür war die Gemeinde einfach zu klein“, sagt Matthias Meeßen, seitheriger zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates Hundersingen. Der Großteil der Gemeindeglieder zog die komplette Fusion einer Gesamtkirchengemeinde oder einer Verbundkirchengemeinde vor.

„Mit der geringen Kirchensteuerzuweisung, die an der Gemeindegliederzahl bemessen wird, konnte die Unterhaltung von Pfarrhaus, Kirche, Gemeindehaus sowie die Kosten für Mesner, Hausmeisterin, Sekretärin und anderem nicht mehr so einfach gestemmt werden“, führt Pfarrerin Regina Götz aus. Sie kam im Jahr 2016 als Nachfolgerin von Pfarrerin Marlies Haist nach Buttenhausen und ist seither durch den Wegfall der Stelle von Pfarrer Matthias Backhaus auch Pfarrerin für Hundersingen. Dort fand sie Strukturen vor, die in den vergangenen 500 Jahren der Selbständigkeit gewachsen waren. Hundersingen sei eine „gut verbundene Dorfgemeinschaft“, hatte jedoch bis dahin mit Buttenhausen nur wenig zu tun. Dies musste sich nun zwangsläufig ändern. Seit 2018 gibt es nur noch einen gemeinsamen Kirchengemeinderat, einen Haushaltsplan und eine Kirchenpflegerin. Derzeit werden noch zwei Sekretärinnen beschäftigt, so dass das Gemeindebüro in Hundersingen nach wie vor besetzt ist. Im Laufe des Jahres zieht jedoch das Pfarrbüro nach Buttenhausen um, da das Hundersinger Pfarrhaus neuerdings vermietet ist und die Hundersinger Sekretärin Ende 2018 in den Ruhestand geht.  „Verwaltungstechnisch läuft alles gut, das interessiert die Kirchengemeindeglieder auch nicht so sehr. Nur mit dem gegenseitigen Gottesdienstbesuch hapert es noch“, führt Pfarrerin Götz aus. Sie kann nicht an einem Sonntag in allen drei Kirchen sein, darum finden sonntags noch zwei Gottesdienste statt und die Gläubigen des dritten Dorfes sind eingeladen, ins Nachbardorf zu gehen. Das jedoch wird eher selten praktiziert. Insbesondere bei der Anpassung der Gottesdienstzeiten war ein Entgegenkommen notwendig und Pfarrerin Götz hatte anfangs manchmal den Eindruck, schon bei solch kleinen Änderungen „breche eine kleine Welt zusammen“. Mittlerweile ist die Akzeptanz hoch und es werden auch die Vorteile des abwechselnd frühen oder späten Gottesdienstbeginns gesehen. Glücklicherweise gibt es in der Gemeinde mehrere Prädikanten, die an besonderen Feiertagen aushelfen und der Pfarrerin freie Sonntage ermöglichen.

„Als Apfelstetten mit Buttenhausen Ende 2013 fusionierte, hat das Zusammenkommen auch gedauert. So etwas braucht Zeit“, hat Margarete Müth, Kirchengemeinderätin aus Apfelstetten, die Erfahrung gemacht. Anfängliche Ängste bezüglich des gemeinsamen Haushaltes konnten damals schnell beseitigt werden.

Und auch bei der jetzigen Fusion zeigt sich, dass weniger das Thema Geld hinderlich ist als vielmehr die selbstgesteckten Kirchturmgrenzen. Doch es bewegt sich etwas. Bereits 2016 wurde auf die Fusion mit einer Kirchenwanderung von Ortschaft zu Ortschaft hingearbeitet, denn „so etwas kann man nicht vom Zaun brechen, da muss man Jahre darauf zu leben“, findet Pfarrerin Götz. Ihr war klar, dass diese Fusion der einzig richtige Weg ist, auch wenn es einige Vorbehalte gab und nach wie vor gibt. Die drei Kirchengemeinden wachsen langsam zusammen und der gemeinsame Kirchengemeinderat hat sich sowieso längst zusammengefunden, da seit 2015 immer wieder gemeinsame Sitzungen abgehalten wurden. Die Investitur von Pfarrerin Götz wurde im letzten Jahr gemeinsam gefeiert und mittlerweile gibt es jeden Monat einen gemeinsamen Seniorennachmittag im Wechsel mit allen drei Dörfern. Auch bei der Jugendarbeit findet eine enge Kooperation wie etwa bei der Durchführung der Kinderbibeltage als Gemeinschaftsaktion aller Jungscharen statt. Die Vorbereitungen für Kinderkirche und Konfirmation wurden ebenfalls zusammengefasst, außerdem soll es Feste der Begegnung geben, um die fusionierte Gemeinde zu stärken. „Wir brauchen Begegnungsmöglichkeiten, um das Zusammenleben praktisch erlebbar zu machen“, betont Pfarrerin Götz. Und die Kirchengemeinderäte fungieren laut Ex-Vorsitzenden Meeßen in ihren Ortschaften als Botschafter: „Vor allem im Vorfeld mussten wir in vielen Gesprächen Überzeugungsarbeit leisten“.

Gemeinsames Fest für Fusion

Ein Fest der Fusion ist für Pfingstsonntag, 20. Mai, geplant. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst auf dem Fladhof, der eine Brückenfunktion zwischen den Gemeinden einnimmt, gehört er doch kommunal zu Hundersingen und kirchlich zu Buttenhausen. Anschließend gibt es ein Gemeindefest mit Mittagessen, Nachmittagskaffee, Grußworten, Spielstraße und einem Spielmobil für Kinder, gemeinsamem Singen und Spielen sowie vielen Gelegenheiten zu Gesprächen. blo

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