Münsingen Kinderakademie auf Erfolgskurs

Die Dozenten der Hector-Kinderakademie Hülben-Münsingen kamen zum Erfahrungsaustausch zusammen. Foto: Maria Bloching
Die Dozenten der Hector-Kinderakademie Hülben-Münsingen kamen zum Erfahrungsaustausch zusammen. Foto: Maria Bloching
Münsingen / MARIA BLOCHING 09.03.2013
Die Hector-Kinderakademie Hülben-Münsingen steckt zwar noch in den Kinderschuhen, arbeitet aber schon recht erfolgreich. Am Mittwoch kamen Dozenten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch zusammen.

Nach den Sommerferien schloss sich die Astrid-Lindgren-Schule als Außenstelle der Hector-Kinderakademie an der Hülbener Peter-Härtling-Schule an. Ein Semester konnte nun bereits mit Erfolg absolviert werden und auch das zweite hat sich gut angelassen. In Hülben wurden vor der Aufnahme Münsingens bereits in zwei Semestern Erfahrungen gesammelt, sodass sich der Start einfacher bewältigen ließ. Insgesamt konnte die Hector-Kinderakademie bisher 459 Grundschulkinder als Kursteilnehmer verzeichnen: "Mit dieser Zahl sind wir sehr zufrieden, auch wenn sie noch etwas ausbaufähig ist", sagte Gabriele Antoni, erste Geschäftsführerin und Rektorin der Peter-Härtling-Schule.

In Münsingen ist Uthe Scheckel als zweite Geschäftsführerin und Rektorin der Astrid-Lindgren-Schule für die Kinderakademie zuständig. Im ersten Semester wurde hier mit sieben Kursen gestartet, im nun angefangenen zweiten Semester sind es bereits 19 Angebote. Die in unterschiedlichen Bereichen begabten und hochbegabten Kinder kommen aus einem weiten Umkreis, der sich von Metzingen über Zainingen und Gomadingen bis ins Lautertal erstreckt. Und nun hat auch noch Engstingen Interesse angemeldet, wie Scheckel mitteilte. Sie sprach von einem "pulsierenden Leben und Lernen mitten im Biosphärengebiet" und von einer "tollen Möglichkeit für Kinder sich zusätzlich zu bilden". Das Kursspektrum ist breit gefächert und beinhaltet Exkursionen, mathematische und naturwissenschaftliche Themen wie auch künstlerische, technische und handwerkliche Herausforderungen.

Von den Dozenten kamen an diesem Abend überwiegend positive Resonanz und auch die Rückmeldungen von den Kindern machen deutlich, dass die Hector-Kinderakademie ankommt: Ein "sehr gut" wurde von 82 Prozent und ein "gut" von 18 Prozent der Teilnehmer vergeben. 77 Prozent gaben an, viel gelernt zu haben und 89 Prozent teilten mit, sie würden wieder Kurse besuchen.

"Wir haben relativ klein begonnen und wollen uns natürlich noch steigern", meinte Gabriele Antoni. Über 60 Kurse konnten in diesem Jahr in der gesamten Akademie Hülben-Münsingen angeboten werden, nicht alle sind zustande gekommen. "Diese Fülle zeigt aber unser weitgestreutes Spektrum auf", so Antoni.

Siegmund Ganser, Bürgermeister von Hülben und selbst als Rathauschef Dozent der Kinderakademie, bedankte sich bei seinen Mitstreitern: "Es ist schön, dass Sie sich für die Kinder unserer Region engagieren". Damit trete man aus der Reihe, um besonders begabte Kinder mit "begreifbaren, lernbaren und erfahrbaren Angeboten abseits von Multimedia" zusätzlich zu fördern. Deshalb sei die Hector-Kinderakademie bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte, auch wenn viele Mitbewerber im Hintergrund nur darauf warteten, dass es auf der Alb nicht funktioniere. Mit Hülben und Münsingen hat die Hector-Stiftung Neuland betreten. Denn diese Kinderakademie ist die einzige im ländlichen Raum, alle anderen sind in größeren Städten angesiedelt. Umso wichtiger ist es laut Ganser, "mit unserem Handwerk zu klappern" und aufzuzeigen, was hier alles abgedeckt werden könne. "Bildung ist Zukunft, Kinder sind unsere Reserven", meinte Ganser. Man müsse unermüdlich bestrebt sein, weitere Dozenten zu gewinnen.

Dass sich die Suche bezahlt macht, zeigt die Resonanz der Kursanbieter. Die Albklinik Münsingen ist ganz neu mit dabei: Elf Kinder im Kurs erfahren viel über Ernährung, Anatomie und Physiotherapie, sie dürfen Blutdruck und Blutzucker messen, einen Gipsverband anlegen und sich den Operationssaal ansehen. "Ich erzähle ihnen, woher unsere Patienten kommen und warum, sie erfahren, warum Desinfektionsmittel rot ist und wie die Diensteinteilung funktioniert", beschrieb Dienstpflegeleiter Thomas Heinzelmann. Die Kinder seien sehr interessiert und hoch motiviert, deshalb könne man auch künftig mit der Albklinik rechnen.

Doris Stumpp, pensionierte Lehrerin der Peter-Härtling-Schule, ist von Anfang an mit dabei und hat somit schon etwas Erfahrung. Ihre Geometrie- und Astronomiekurse waren stets gut besucht, die Kinder aufmerksam und begeistert. Ihr liegt ebenso wie den beiden Geschäftsführerinnen Gabriele Antoni und Uthe Scheckel am Herzen, dass auch weiterhin die Balance zwischen gezielter Förderung und quantitativer Überforderung stimmt. "Deshalb erfolgt die Weiterleitung zur Kinderakademie über die Lehrer der Grundschulen. Außerdem sind wir im ständigen Dialog mit den Eltern", so Uthe Scheckel.

Den Münsinger Start bezeichnete sie als sehr gut, allerdings sei es immer noch schwierig, Dozenten zu finden. "Jeder, der in irgendeinem Bereich Experte ist und Freude im Umgang mit Kindern hat, eignet sich dafür. Und wenn jemand unsere Sache gut findet, mit Kindern aber keine Erfahrung hat, geben wir ihm eine pädagogische Fachkraft an die Hand".