Auingen Kein Interesse am Märchenspiel

Nur sie wollten das Puppenspiel sehen: Kevin, Marvin und ihr Vater. Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Nur sie wollten das Puppenspiel sehen: Kevin, Marvin und ihr Vater. Foto: Sabine Zeller-Rauscher
SABINE ZELLER-RAUSCHER 16.06.2014
Ganze drei Zuschauer lockte das Esslinger Puppentheater jetzt nach Auingen. Große Enttäuschung bei der Puppenspielerfamilie Sperlich.

Seit 1870 zieht die Familie von Albano Sperlich mit dem Esslinger Puppentheater durch die Lande, um Kinder mit den guten und witzigen Taten des Kasperle zu begeistern. Jetzt in der siebten Generation, scheint die Begeisterung für die original Hohensteiner Holzpuppen immer weniger zu werden. "Seit 2005 merken wir einen rapiden Rückgang", erzählt der Puppenkünstler.

Völlige Flaute im Puppenzelt herrschte an Pfingsten. Nicht viel besser jetzt eine Woche darauf. Lediglich zwei Kinder nahmen am Samstagvormittag mit ihrem Papa vor der Puppenbühne Platz, um sich von dem Stück "Die verzauberte Prinzessin" in die Welt der Märchen entführen zu lassen. Für den fünfjährigen Marvin und seinen um ein Jahr älteren Bruder Kevin quasi eine Privatvorstellung mit freier Sitzplatzwahl.

"Deprimierend ist gar kein Ausdruck, wenn ich auf die wenigen Besucher blicke", zeigt sich Puppenspieler Albano der mit seiner Frau Shirlain für lachende Kindergesichter sorgt, enttäuscht und klagt, dass so nicht einmal die Unkosten gedeckt werden konnten. An der Puppenspielertradition will er dennoch festhalten, sofern Söhnchen Tyrone die Tradition später einmal fortführen will. "Dazu zwingen würde ich ihn allerdings nie", so der Vater mit Blick auf den acht Monate alten Sprössling, der von den Sorgen seiner Eltern noch nicht viel mitbekommt.

Kommendes Wochenende geht"s für die Sperlichs dann in Walddorfhäslach weiter, mit der Hoffnung, dass sich dann zahlreiche Besucher zur Vorstellung der Puppenbühne einfinden.