Konzert Kantatengottesdienst zum Neujahrsfest

Am Neujahrstag führte die Kantorei Martinskirche Münsingen die IV. Kantate aus dem Weihnachtsoratorium nach Johann Sebastian Bach auf.
Am Neujahrstag führte die Kantorei Martinskirche Münsingen die IV. Kantate aus dem Weihnachtsoratorium nach Johann Sebastian Bach auf. © Foto: Maria Bloching
Münsingen / Maria Bloching 02.01.2018

Die vierte der insgesamt sechs Kantaten von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium „Fallt mit Danken“ erfüllte mit ihrer Klangpracht beim Neujahrsgottesdienst die Martinskirche und ergriff die beeindruckten Besucher mit einer gelungenen musikalischen Verkündigung, die zu Herzen ging.

Inhaltlich konzentriert sich diese formal kompakt gehaltene Kantate mit dem befreienden Eingangschor im Dreiachteltakt, mit den zwei von Chorälen unterlegten, völlig verschieden gefärbten Rezitativen und der berühmten Echo-Arie in der Mitte auf das Verhältnis des Gläubigen zu Jesus und umgekehrt. Sie ist für den Gottesdienst am Neujahrstag bestimmt und behandelt den Vers 21 aus der Weihnachtsgeschichte nach Lukas, der von der Beschneidung und Namensgebung Jesu handelt, die traditionell acht Tage nach der Geburt vollzogen wurde. Die Kantatentexte sind meditativ gehalten und betrachten Jesu Namen und seine Bedeutung für die Menschen.

Souverän und homogen

Bezirkskantor Stefan Lust war für die musikalische Gesamtleitung zuständig und ließ die Sängerinnen und Sänger der Kantorei im Eingangschor „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ souverän und homogen dazu aufmuntern, Gott zu danken, weil sein Sohn „Heiland und Erlöser“ werden will. Lobend huldigten sie dem auf Erden erschienen Gottessohn, dazu musizierte das Orchester, so dass das herrliche Klangvolumen im ganzen Kirchenraum nachhallte. Im Zentrum der Kantate standen die beiden ausgedehnten Bassrezitative, deren innige Meditation über den Jesusnamen – eindrucksvoll von Stefan Lust gesungen – durch die hinzutretenden Choralstrophen des Soprans sowie einsetzenden Streicher unter die Haut gingen.

Nachdem Lust mit seinem Bass schilderte, dass Jesus sein Leben und sein Hort ist, fragte eine Sopranarie, ob der Heiland den geringsten Schrecken einflößt: die Antwort lautet „Nein“. Das Echo sorgte mit seinem Versprechen zur eifrigen Christusnachfolge für ein lauschendes Nachsinnen, das von zwei virtuosen Violinen vorangetrieben wurde. Wie Jesus am besten rühmen? Dieser Frage ging schließlich der Bass im Wechsel mit einem Sopranchoral nach, bevor eine Tenorarie Kraft und Mut für den Dank für Jesu Gnade erbat. „Jesus richte mein Beginnen“ – mit diesem Choral schloss die Kantorei die vierte Kantate eindrucksvoll ab.

Choräle und Arien aus diesem Meisterwerk von Bach verlangten Sängern und Musikern ein hohes Maß an musikalischem Können ab, das sie eindrucksvoll unter Beweis stellten. Hochkonzentriert machten sie dieses liturgische Konzert zu einem musikalischen Ereignis, das mit seiner emotionalen Expressivität die Zuhörer berührte.

Mit Susanne Knittel (Sopran), Dorothee Mörike (Echo-Sopran), Florian Schlenker (Tenor) und Stefan Lust (Bass) standen Solisten zur Verfügung, die nicht nur über technisches Können verfügten, sondern vor allem auch durch ihre Ausdruckskraft ihrer Interpretationen zu überzeugen verstanden.

Philipp Hirrle war an der Orgel zu hören, Liturgie und Predigt übernahm Pfarrer Dr. Salomo Strauß. Er wünschte den Gottesdienstbesuchern, dass sie mit Jesus Retter in das neue Jahr gehen und sprach davon, dass der Name Jesus „Programm und Heilsplan ist“. Er werde durch seine Namensgebung ansprechbar und werde – wie es Bach mit seiner Kantate eindrucksvoll ausdrückte – zum „Hirt und König, Licht und Sonne“.

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