Dapfen Jungmeister bringen frischen  Wind

Jungmeister mit Vorstand Hagen Hohl.
Jungmeister mit Vorstand Hagen Hohl. © Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Münsingen / Sabine Zeller-Rauscher 21.01.2019

Volles Haus am Freitagabend im Saal des Landgasthof Hirsch in Dapfen, als sich die Landwirtschaftsmeister zur interessanten und unterhaltsamen Jahreshauptversammlung einfanden.

Rund 240 Mitglieder zählt der Verein, der sich den gemeinsamen Austausch, das Miteinander und die Werterhaltung der Landwirtschaft auf die Fahnen geschrieben hat, aktuell. Viele der Mitglieder waren zur Hauptversammlung gekommen, darunter auch sechs Jungmeister, die dafür sorgen, dass die regionale Landwirtschaft nicht ausstirbt.

Was aber begeistert junge Menschen an der Landwirtschaft, die ganz bestimmt nicht immer einfach ist? Andreas Kloker, einer der Jungmeister muss bei dieser Frage nicht lange überlegen. Flexibilität, Abwechslung und die Tatsache, dass er seinen Tag selbst gestalten kann, festigten in dem 31-Jährigen vor ein paar Jahren den Entschluss, seine Arbeit als Mechatroniker an den Nagel zu hängen, um sich voll und ganz der Landwirtschaft zu widmen.

Vorstand Hagen Hohl stellte die Jungmeister in seinem Bericht kurz vor und lobte deren Entschluss, sich dem Verein anzuschließen, um frischen Wind und frische Ideen einzubringen. Eine Kulturfahrt und Ausflüge mit Hofbesichtigungen standen unter anderem im letzten Vereinsjahr an.

Mit Blick auf konventionelle Landwirtschaft oder Biolandwirtschaft sieht Hohl den Verbraucher in der Verantwortung. Auch Gebhard Aierstock, Vorstand des Kreis-Bauernverbandes, der die Entlastung des Vorstandes und des Kassiers Markus Kern, nach deren Berichten vornahm.

Man müsse sehen, wie weit der Verbraucher bereit ist, mehr für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen. In der Nachkriegszeit hätten die Verbraucher rund 50 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben, in heutiger Zeit gerade einmal zehn Prozent.

Zum brandaktuellen Thema „Feinstaub durch Massentierhaltung“, meinte Aierstock: „Jedes Jahr zur grünen Woche, treibt man eine andere Sau durch das Dorf“, betonte dabei aber auch, dass er wissenschaftliche Auswertungen durchaus für wichtig hält.

Weiter ging Aierstock in seinem Grußwort unter anderem auf die Themen trockener Sommer 2018, Ausgleich für die Betriebe, das Insektensterben, die Ferkelkastration, die Haltung der Muttersauen und den Brexit, der auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Deutschland hat, ein.

Beim Stichwort Glyphosat gab Aierstock zu bedenken, dass darüber viele Menschen viel diskutieren, obwohl sie nicht viel darüber wissen. Vorausblickend vermutet Aierstock, dass in Zukunft bei den Landwirten wieder mehr mechanische Bodenarbeit ansteht. Allen Landwirtschaftsmeistern zollte Aierstock seinen großen Respekt, denn der Meisterbrief sei keinem geschenkt worden.

„Bei allen Landwirten, die den Meister haben, kann man davon ausgehen, dass sie was können“, so Aierstock.

Seit 25 Jahren schon kann Paul Erzberger aus Bremelau seinen Meisterbrief in Händen halten, wofür er bei der Hauptversammlung geehrt wurde. Für 50 Jahre wurden, Albrecht und Hans Heidecker aus Hundersingen, Walter Hölz (Eglingen), Georg Vetter (Zwiefalten-Sonderbuch), Hansjörg Munz (Pfullingen) und Wolfgang Wörner (Würtingen) geehrt.

Der Vorausblick von Vorstand Hagen versprach auch in 2019 ein spannendes Vereinsjahr, in dem sogar eine mehrtägige Ausfahrt nach Frankreich eingeplant ist. Nach dem offiziellen Teil ging es bei den Landwirtschaftsmeistern vergnügt und wortwitzig mit den „Traufgängerinnen“, die mit ihrem Programm „Albrevue 2.0“ begeisterten, weiter.

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