Auingen Interkulturelles Musical erklärt Integration

 Die Probenarbeit hatte sich gelohnt, die Kinder begeisterten in der Turn- und Festhalle in Auingen.
 Die Probenarbeit hatte sich gelohnt, die Kinder begeisterten in der Turn- und Festhalle in Auingen.
Münsingen / Sabine Zeller-Rauscher 20.06.2018

Der größte Teil in ganz Deutschland, dürfte am Sonntagnachmittag kurz vor der WM-Begegnung zwischen der Elf von Jogi Löw und Mexiko nur noch schwarz-rot-gold gesehen haben. Der kleinere Teil saß in der Turn- und Festhalle und sah bei der Musicalaufführung „Fremde werden Freunde“   nur noch blau und gelb.

Mona Richter, die Leiterin der Kindertageseinrichtung gestand, dass bei der Terminplanung nicht wirklich an die Weltmeisterschaft gedacht wurde. Ein Problem war es letztendlich aber keines, zumal sich zwischen der WM und der Thematik der Musicalauf­führung,  durchaus ein bunter Bogen mit der Überschrift „Freunde dieser Erde“ spannen ließ.

Ziel des Musicals war, das Thema „Fremde“ begreifbar zu machen und Transparenz zu schaffen. Eine Geschichte, die von den Kindern in Gelbland und Blauland erzählt. Als eines Tages die Not in Gelbland immer größer wurde, flüchteten alle Gelbländer nach Blauland, was den Blauländern irgendwann zu viel wurde. In einer hohen schwarzen Mauer, die den Zutritt der Gelbländer ins Blauland unmöglich macht, sahen die Blauländer die Lösung.

Ein beengender Anblick, bis ein Blaulandkind plötzlich kunterbunt schillernde Seifenblasen über die hohe Mauer hinweg zu den Gelblandkinder schickt. Die schillernden Seifenblasen machten den Gelblandkindern Mut und lockten sie aus ihren Häusern heraus.

Schon bald schickten auch Gelblandkinder Seifenblasen nach Blauland und siehe da, nicht gelb und blau, sondern die bunte Vielfalt der Seifenblasen bestimmte das Bild, verstärkt durch das Aufeinandertreffen von Seifenblasen der Blauländer und Gelbländer, welche zusammen noch Größer, noch bunter und noch schillernder wurden.

Mit jeder einzelnen Seifenblase wurden von links und rechts friedliche Gedanken über die Mauer hinweggetragen, so dass die Mauer schon bald nicht mehr standhielt und den Weg für Begegnung freimachen konnte. Blauländer und Gelbländer reichten sich die Hände und zogen sich die gelben und blauen Kleider aus. Zum Vorschein kam die bunte Vielfalt der Menschen, die sich nicht nach Farben oder anderen Dingen sortieren lässt. Aus Fremden wurden Freunde.

Wochenlang haben sich die Kinder auf ihren großen Auftritt, den sie durchweg alle mit Bravour bewältigten, vorbereitet. Texte und Lieder galt es einzustudieren, Requisiten wurden gebastelt und das Thema an sich im rechten Licht beleuchtet. Themen wie Krieg, Freundschaft, Flüchtlinge, Hautfarben und Sprachen wurden zudem behandelt, um die Thematik Integration für die Kleinen begreifbar zu machen.

Tosender Beifall

„Eine klasse Vorführung“, waren sich nach dem tosenden Applaus für die Kinder alle Zuschauer in der vollbesetzten Halle einig. Schade fanden einige halt, dass es nach dem Musical viele verständlicherweise nicht zum gemütlichen Plausch vors Fingerfoodbuffet (das wurde vorgezogen), sondern vor die Fernseher zog, um die Begegnung zwischen Deutschland und Mexiko zu sehen.

Hätten die Fußballfans im Vorfeld bereits gewusst, was ihnen im heimischen Wohnzimmer oder beim Public Viewing danach geboten wurde, hätten sie es möglicherweise gar nicht so eilig gehabt.

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