Münsingen Interim: Premiere vor einem Jahr

© Foto: ULRIKE BÜHRER-ZÖEFEL
Münsingen / 20.06.2014
„Es war eine große Kugel, die wir da losgetreten haben“, sagen die beiden Interim-Kuratorinnen Ulrike Böhme und Susanne Hinkelbein. Die erste Kunstbiennale auf der Alb war ein Erfolg, brachte die beiden künstlerischen Leiterinnen aber auch an ihre Grenzen: knappe Finanzen, viel organisatorischer Aufwand. „Die Interim muss auf andere Füße gestellt werden, weg von einer personenbezogenen Aktion, hin zu einer nachhaltig installierten Institution“ ist für die beiden klar. Deshalb sind die beiden Hohensteiner Künstlerinnen auch schon kräftig dabei zu suchen. Zum einen nach finanzkräftigen Partnern. Dabei wurden sie jetzt – ein Tipp des Wissenschaftsministeriums war’s – erst Mal selbst gefunden, und zwar von der Kulturstiftung des Bundes. Vor drei Wochen waren deren Vertreter auf der Alb. Die Stiftung mit Sitz in Halle nämlich will eine neue Förderplattform für Kunst im ländlichen Raum aufmachen. Und die Gäste waren angetan: „Sie haben uns signalisiert, dass die Interim etwas Besonderes, Einmaliges ist, eine Veranstaltung am Puls der Zeit. Das ist wie ein Ritterschlag, wenn so eine Institution sich für einen interessiert.“ Auch wenn’s natürlich noch keine Zusage gibt – „das hat „uns natürlich noch mal einen Kick gegeben“. Und die Vorstellung, wie’s weitergehen kann, allerdings erst 2016, geklärt. Zwei Drittel des Budget müssen bereitstehen, ein Drittel dann jeweils im Interimjahr neu generiert werden. Suche Nummer zwei: Die Organisation. „Die muss unabhängig von uns sein und auf einem soliden Fundament stehen“, sagen Hinkelbein und Böhme. Fürs nächste Mal würden sie die künstlerische Leitung wieder übernehmen, dann aber könnten ein Gremium durchaus zwei andere Kuratoren vor Ort wählen. Aber genau die Frage nach dem Gremium ist noch völlig offen. Kulturinstitutionen der Region sollten drin sein, Menschen, die die Biosphärenidee leben. Deshalb haben die beiden Frauen den Biosphärenverein und den Lenkungsausschuss im Blick. Mit Münsingens Bürgermeister Mike Münzing, mit Sitz in beiden Vereinigungen, einen Mitstreiter. Für ihn ist klar, dass die Interim den Biosphärengedanken transportiert, die Menschen – Einwohner und Gäste – dazu bringt, sich mit der Philosophie zu befassen. Die Interim spreche die Menschen „auf ganz besondere Art an“. So eine Kulturveranstaltung, die sich mit dem Thema Biosphäre auseinandersetze „und die so hervorragend gemacht ist“, gebe es wohl sonst nirgends. Sie könnte also zum Alleinstellungsmerkmal für die Alb werden. Doch dann, so Münzing, „muss man auch Verantwortung übernehmen“, finanziell und organisatorisch. Biosphärenverein und Lenkungsausschuss sind für ihn die richtigen Partner: „Kultur ist da noch kein Thema. Wir könnten es zu einem machen.“ Die Strukturen seinen da. Wichtig ist für so ein Projekt eine kontinuierliche Entwicklung. Denn nur so könne aus der Interim „ein dauerhaft wahrnehmbarer Grüner Hügel werden“. Und damit, da spricht dann Münzing auch als Vorsitzender des Tourismusverbands Schwäbische Alb, ließe sich die Veranstaltung auch touristisch placieren. Es würde sich ein Stammpublikum finden, von Mal zu Mal neue Besucher hinzukommen. Ein kleines bisschen Bayreuth auf der Alb. Nur eben, dass der Grüne Hügel der Biosphäre wandert – von Landkreis zu Landkreis, vielleicht sogar landkreisübergreifend, vielleicht schon bei der Interim 2016. ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL
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