Interim Vom Sammeln und Wandeln

Nanna Aspholm-Flik sammelt für ihr Interim-Kunstprojekt textile Spuren von der Alb.
Nanna Aspholm-Flik sammelt für ihr Interim-Kunstprojekt textile Spuren von der Alb. © Foto: Ulrike Bührer-Zöfel
Münsingen / Von Ulrike Bührer-Zöfel 19.01.2017

Nanna Aspholm-Flik sammelt – Materialien, Können und Wissen zu den textilen Spuren auf der Alb. Die finnische Textildesignerin mit Wohnsitz in Stuttgart  ist eine von sechs Künstlern, die sich mit der Thematik beschäftigen.

  Was die 52-Jährige schon mal als Grundstock für ihr Projekt hat, ist bereits im Schaufenster der Inter!m-Geschäfsstelle am Marktplatz zu sehen:  Eine Bahn handgewebtes Leinen mit Rostflecken und Nähten, eine Rolle  Tabakfädelgarn, ein Spinnrad aus Hayingen,  ein Trachtenmieder mit Goldstickerei  sowie ein  Kletterseil, genutzt am Wiesfels.  „Das inspiriert mich“,  freut sich  die Künstlerin. Sie schaut sich die  Schenkungen an  und „hat immer gleich eine Idee, was man daraus machen kann“.  Die einzelnen Stücke, erzählt sie, sind immer „Ausgangspunkt für etwas  Anders, etwas Neues“.

Nanna Aspholm-Flik  verwandelt und kombiniert gerne, und ihr absolutes Lieblingsmaterial zurzeit ist Alpakawolle. Sie hat eigens in Wasserstetten bei der Züchterfamilie Johanna und Herbert Ruch  ein Seminar  über die Tiere – „das neue Schaf der Alb“ – gemacht, davon eine Tüte  der feinen Wollefasern  mitgebracht: schwarze.  Naturwolle in der  Farbe gebe es sonst nicht, erklärt sie, deshalb sei die  „True black“  auch etwas ganz Besonders. Sie stammt von dem dreijährigen Hengst Samiel. In den hat sich die Künstlerin gleich verguckt und will ihn künftig auch regelmäßig besuchen. „Ich bin ganz im Glück“, sagt sie, wenn sie überlegt, wofür sie die Alpakawolle  alles einsetzen kann.

 Sowieso wird  die Textildesignerin  in den nächsten Wochen viel auf der Alb unterwegs sein.  Denn neben Objekten möchte sie auch „Können und Wissen“ sammeln, zum Beispiel  über Schafzucht, Flachsanbau und  Weberei.  Ihr Plan:  In Museen und bei den Landfrauen recherchieren, „viele Telefonate führen“. Ihr Credo: „Man muss mit den Leuten reden“.

Erfahrung mit   historischer Textilindustrie hat die Wahlstuttgarterin  bereits. Für ihre Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit  dem Erbe der Textilindustrie in Vorarlberg im Vergleich zum Kunsthandwerk im Bregenzerwald. Verschiedene Objekte, die daraus entstanden sind,  wurden bei der baden-württembergischen Landesausstellung Kunsthandwerk 2016 präsentiert.

 Mit ihrer Alb-Kunst beteiligt sich Nanna Aspholm-Flik am Inter!m-Projekt „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“.  Mit im Boot bei Inter!m ist  die Villa Rot. Deshalb wird dort im Sommer auch die Textil-Kunst ausgestellt.  Zuvor ist sie in der Inter!m Geschäftsstelle zu sehen.

Material abgeben und abholen

Nanna Aspholm-Flik ist am  Samstag, 28. Januar,  von 10 bis 16 Uhr wieder in der Inter!m-Geschäftsstelle am Marktplatz.  Sie freut sich über weiteres Material  – Textiles aller Art, Fasern, kleine Gerätschaften –  und über Gespräche zu textilen Spuren auf der Alb.
Falls eine persönliche Abgabe nicht möglich ist, sind Sendungen an Nanna Aspholm-Flik,  Claudiusstr. 10 (Hinterhof), 70197 Stuttgart-West  bis 31. Januar willkommen. Die Künstlerin würde auch Materialien abholen. Terminabsprache  dazu bis 27. Januar unter  Fax  (0711) 2202-9992.

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