Ein besonderes Schmankerl bietet derzeit die Wimsener Mühle: Die Kunstgruppe IRIS mit erfahrenen Künstlerinnen aus dem Raum Ehingen stellt laut Robert Riehle, Vorsitzender des Förderkreises, bereits zum dritten Mal in den ehrwürdigen Gemäuern aus. Viele Besucher waren jetzt zur Ausstellungseröffnung gekommen und lernten Thea Ruf-Schleker (Ehingen), Marlis Schabacker-Bock (Ulm), Gabriele Herter (Rechtenstein), Marlene Widmann (Justingen) und Agnes Schlecht (Öpfingen) als eine Gruppe voll warmer Kollegialität, verbunden durch die Liebe zur Kunst, kennen. Allesamt haben sie viel Ausstellungserfahrung und darüber hinaus einen hohen Anspruch an ihre eigene künstlerische Arbeit vorzuweisen. Trotzdem sind sie laut Marlis Schabacker-Bock, die in die Ausstellung einführte, stets bemüht, „die eigenen Fähigkeiten ständig zu steigern und zur höchstmöglichen Entfaltung zu bringen“.

Malerei präsentiert sich in abwechslungsreicher Vielfalt

Allen voran Gabriele Herter, die mit ihren perfekten und filigranen Figuren voller Harmonie und Leichtfüßigkeit einen hohen ästhetischen Anspruch vermittelt. Sie verzichtet bei der Gestaltung ihrer Skulpturen mit weißem Ton konsequent auf detailgenaue Gegenständlichkeit, im Vordergrund stehen weiche geschwungene Linien, mit denen sie äußerst emotional Menschen in ihren vielfältigen Bewegungen darstellt. Darüber hinaus lassen Licht und Schatten jede Skulptur lebendig erscheinen. Wie vielfältig und abwechslungsreich Malerei sein kann, zeigen die farbenprächtigen Bilder, die den Sommer in die kühle Wimsener Mühle holen. Von Marlis Schabacker-Bock sind Exposés in intensiver Farb- und klarer Linienführung zu sehen, Agnes Schlecht zeigt Werke mit hoher Leuchtkraft und kühner Strichführung, Marlene Widmann präsentiert charakteristisch farbintensive Arbeiten, die mit tiefer Perspektive den Blick fesseln und Thea Ruf-Schleker entlädt mit ihren Bildern ein explosives Farbgewitter. Ernst Roland war der Musiker in diesem Künstlerquintett, der beschwingt mit seinem Trio „Art Swing Combo“ die Vernissage musikalisch umrahmte. Kunst, so Marlis Schabacker-Bock, ist ein Produkt der jeweiligen Zeit – eine Massenware, zu der immer mehr Menschen auf unterschiedlichen Wegen Zugang finden.

Kunst ist ein Produkt der Zeit

„Hochwertige oder billige Drucke sind in Mengen verfügbar, eine große Anzahl von professionellen und Hobbykünstlern tummeln sich auf dem Markt, eine wachsende Bevölkerungsgruppe nutzt die Gelegenheit, Ausstellungen bekannter oder unbekannter Künstler anzuschauen“. Da stelle sich schon die Frage, wann etwas Kunst ist: „Kunst entsteht, wenn der Mensch seine Fähigkeiten wirklich entfaltet. Wo er nicht leisten muss, sondern leisten will und wenn ihn glücklich macht, was er tut“. Denn Kunst mache durchaus glücklich – den Künstler selbst, aber auch den Betrachter: „Lässt er sich auf ein Kunstwerk ein, lässt er sich von Farben, Formen, einer Thematik, einer Technik mitreißen, öffnen sich in ihm Tore, die Erinnerungen freisetzen und Träume lebendig werden lassen“. So sei auch das Ziel dieser Ausstellung in Wimsen, dass sich die Besucher von Schönheit und Harmonie, vom Farben- und Formenspiel, von der Symbolkraft der Kunst gefangen nehmen lassen.

Kunst von nebenan ist Kunst „zum Anfassen“

Die „große“ Kunst von großen Künstlernamen lasse ehrfürchtig schauen und sei Teil der kulturellen Identität eines Volkes, doch die Kunst vom „Künstler von nebenan“ sei „Kunst zum Anfassen, sozusagen Kunst für jedermann“, die den Betrachter anregen zu empfinden, was ihm gefällt, was in ihm Kräfte mobilisiert, was Ausdruck seiner Persönlichkeit, seiner Individualität ist. Dank der Künstlergruppe IRIS gibt es diese „Kunst zum Anfassen“, weil auch die Künstlerinnen zum Anfassen sind. Bei der Vernissage suchten viele Besucher das Gespräch mit ihnen und ließen sich erzählen, welche Gefühle, Gedanken und Inspirationen für die Entstehung der Skulpturen und Gemälde verantwortlich waren.

Info Die besondere Gruppenausstellung in der Wimsener Mühle ist noch bis zum 28. August zu sehen.

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