Münsingen / Sabine Herder  Uhr

Morgens vor sechs bei Münsingen: Im Westen verabschiedet sich ein leuchtender Vollmond, in den Niederungen liegen malerische Nebelschwaden. Wer jetzt unterwegs ist, sieht die Welt mit anderen Augen. Landschaftsfotograf Mark Robertz und die sieben Teilnehmer der Fotoexkursion „WolkenLandschaften“ freuten sich: Der Samstag bot die besten Bedingungen für ihre Ballonfahrt über die Alb.

Das Angebot der VHS, in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenzentrum Münsingen, lockte Teilnehmer bis aus dem Neckartal auf die Alb. Auch Hobby-Fotografin Christel Werner aus Neckarhausen war auf Anhieb von der Gelegenheit begeistert: Eine Fotoexkursion im Heißluftballon, das konnte sie sich nicht entgehen lassen. Platz gab‘s für insgesamt acht Teilnehmer, sieben trafen sich am Samstagmorgen mit dem Augsburger Landschaftsfotograf Mark Robertz und dem Ballonteam Sonnenbühl auf einem Parkplatz bei Münsingen.

Zum Ballonstart ging‘s zunächst im Kleinbus der Ballonfahrer hinaus in Richtung Trailfingen. Schnell wurde Ballonfahrer Günther Binder auf der Suche nach einem geeigneten Startplatz fündig: Auf einer bereits gemähten Wiese kurz vor Trailfingen packten alle mit an, um den Ballon zur Fahrt über die Schwäbische Alb startklar zu machen. Und natürlich eröffneten sich auch schon hier die schönsten Foto-Motive für die erwartungsvollen Ballon-Passagiere.

„Alles dalassen! Kappe, Vesper, Rucksack brauchen wir alles nicht, nur die Kamera!“, erklärte Günther Binder den sieben gespannten Mitfahrern ebenso humorvoll wie rigoros vor dem Einstieg. Als schließlich alle im Fahrkorb stehen, sieht man auch, warum: Es ist ziemlich eng da drin, da wäre jede zusätzliche Tasche nur störend. „Festhalten, nicht fotografieren“, mahnt Binder zum Start, und dann schwebt der Ballon auch schon knapp über dem Boden und steigt allmählich einem noch unbekannten Ziel entgegen.

Aus der Vogelperspektive eröffnete sich den Ballonfahrern für die nächsten anderhalb Stunden die Schönheit der Schwäbischen Alb. Das Donautal liegt im Nebel, ebenso wie viele andere Niederungen. Auf den Albhochfläche aber zeigen sich sonnige Felder, Wiesen und Wälder.  Dies alles gilt es nun mit der Kamera und allen Sinnen festzuhalten. „Ruhig“ und „heiß“ sei‘s da oben sagen sie nachher, und Christel Werner hatte zunächst auch gar nicht das Gefühl, überhaupt zu fahren.

Tatsächlich ging‘s am Samstag bei schwachem Wind auch nur gemächlich voran. Doch ganz nach dem berühmten Galilei-Zitat „Und sie bewegt sich doch“ schwebte der Ballon langsam in Richtung Truppenübungsplatz und Biosphärenzentrum, streifte die Orte Böttingen und Magolsheim, wurde unterwegs noch von einem motorisierten Gleitschirmflieger begrüßt und setzte nach anderthalbstündiger Fahrt schließlich in Breithülen wieder zur Landung an.

„Genial“, „perfekt“ und „Das mach ich mal wieder“, lauteten die begeisterten Kommentare der Passagiere, die aber erst einmal keine Zeit zur Rückschau hatten: Ballonfahrer Günther Binder benötigte auch jetzt wieder alle Hände, um Ballon und Korb zu verstauen. Danach aber war Zeit für eine kleine Pause: Mit frischen Brezeln und Sekt aus Plastikbechern feierten die Ballonfahrer und Fotografen ihr Erlebnis: In 1300 Metern Höhe gleitet die Landschaft ganz neu an einem vorbei.