Workshop Ideenwerkstatt fürs Freibad

Rebecca Hummel von der Stadtverwaltung Münsingen (l.) koordiniert die Bürgerwerkstatt zum Freibad. Am Montag konnte man  beim ersten Treffen an einem Pinnbrett seine Ideen anbringen.
Rebecca Hummel von der Stadtverwaltung Münsingen (l.) koordiniert die Bürgerwerkstatt zum Freibad. Am Montag konnte man  beim ersten Treffen an einem Pinnbrett seine Ideen anbringen. © Foto: d
Münsingen / Von Sabine Zeller-Rauscher 27.06.2017

Sie lockten durchaus ein paar Freibadbesucher an – die Getränke und der Scherrkuchen unter dem schicken Marktstand, der bei der „Bürgerworkshop-Fläche“ neben dem Bücherboot aufgebaut war. Auch die Pläne der Neugestaltung des Freibades sowie  der Animationsfilm, der den Betrachter mit auf eine kleine Zukunftsreise ins Jahr 2019 nimmt, stießen auf Interesse.

Ganz so, wie im Film dargestellt, soll es am Ende aber dann doch nicht aussehen. Vielmehr sollen engagierte Bürger ihre Chance nutzen, ihre Ideen in der Gestaltung oder Nutzung der  Freiflächen einzubringen. Themen wie „Das Freibad als Ort der Begegnung“, „Spielplatz-Gestaltungsmöglichkeiten“, „Erneuerbare Energien“ oder  „Wasser im Münsinger Freibad“, regten zum Nachdenken an.

„Auch Vereine können mitmischen, wobei unter Umständen eine ganz neue Bedarfslage erzeugt werden kann –  davon ist Frank Ulmer vom Forschungsprojekt TransformBar (siehe auch Infokasten unten)  überzeugt. Er sieht durchaus Chancen in der kompensierten Kreativität der Bürger.

„Eine Möglichkeit, um die Bürger dafür zu sensibilisieren, über den Tellerrand hinweg zu schauen“, so sein Kollege Timo Kaphengst, der die Zukunftsfähigkeit und die Nachhaltigkeit, um welche es im Forschungsprojekt Transformbar  geht, hervorhob.

Möglichkeiten wie erneuerbare Energien oder ein Wasserthemenpark zeigte Prof. Dr. Peter Schmuck auf und betonte, dass das Forschungsprojekt auch Unterstützung in den verschiedensten Bereichen der Finanzierungsfindung geben könne. Greifbarere Themen brachten die wenigen Freibadbesucher ein. Der Spielplatzbereich fällt zum Beispiel für Friederike Federmann laut den aktuellen Plänen sehr bescheiden aus. Auch war ihr aufgefallen, dass über dem Planschbecken-Bereich eine Beschattung fehlt. Und Tochter Lola wünscht sich eine Nestschaukel.  Durchdachte Ideen, die sich möglicherweise mit relativ wenigen Mitteln umsetzten lassen könnten. Michael Hägele  kann sich ganz gut vorstellen, aktiv im Arbeitskreis mitzumischen. Er hofft stark auf einen Boulderpilz zum Kletter und brachte seine Idee deshalb schon bei früheren Planungsgesprächen ein.

Weiter waren Wünsche und Ideen wie besserer Kaffee im Kiosk, Unterwassermusik, eine steilere Rutsche, wärmeres Wasser oder erweiterte Öffnungszeiten im Frühschwimmerbereich an der Ideenpinnwand zu lesen. Vorschläge,  von denene, sofern umgesetzt, mancher relativ einfach für vermehrten Badegenuss sorgen können. Auch der Wunsch nach einem Drei- Fünf- und/oder Zehnmeterturm  kam auf. Im wahrsten Sinne des Wortes ein hoch angesetzter Wunsch, der jedoch vermutlich nicht zu realisieren ist,  was nach einem Gespräch mit Hauptamtsleiter Thomas Noack deutlich wurde.

Die Vernetzung zwischen Bürgern und Gemeinde liegt Rebecca Hummel am Herzen, weshalb sie an die Bevölkerung appelliert, die Chance der Mitgestaltung zu nutzen. Auch betonte Hummel, dass die Bürgerwerkstatt in keinem Fall als Konkurrenz zum Förderverein betrachtet werden dürfe, vielmehr als ein Miteinander.  Sie verwies darauf, dass im Freibad auch nach dem offiziellen Teil der Bürgerwerkstatt, weiter Wünsche an die Pinnwände angebracht werden können. Auch übers  Internet können  engagierte  Bürger ihre Ideen einbringen.

Forschungsprojekt Transformbar

Mehr Lebensqualität durch engagierte Bürger und Kommunen ist das Ziel von TransformBar, dem Forschungsprojek, das ehrenamtliches Engagement und Bürgerbeteiligung zusammen mit den Kommunen koordiniert. Forscher der Sozialwissenschaften und der Umweltpsychologie analysieren und begleiten den Prozess.
Ausgesucht wurden die Gemeinden Münsingen und Treuenbrietzen, die jetzt mit Soziologen der „DIALOGIK Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung“ und mit Umweltpsychologen der Georg-August-Universität Göttingen kooperieren. Zwei grundverschiedene Kommunen. Während in Münsingen Wirtschaft, erneuerbare Energien und Tourismus bereits fest verankert sind, befindet sich Treuenbrietzen in Brandenburg gerade im Aufbau in den Bereichen Tourismus und neuer Technologien.
Nach der Bedarfsermittlung durch die Forscher, sollen konkrete Projektideen und deren Umsetzungspotential entwickelt und analysiert werden. Auch ist es unter anderem Ziel der Forscher, mit den engagierten Bürgern konzeptionelle Rahmenbedingungen bezüglich Personal oder Finanzierung zu schaffen, um die Vorhaben entsprechend der Realisierung durchzuführen. Wie in jedem Forschungsprojekt wird natürlich ständig analysiert und dokumentiert, um das Ergebnis später anderen Initiativen und Kommunen zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen dazu gibt es  unter www.kommunen-innovativ.de (Unter dem Punkt Projekte findet sich das Projekt TransformBar). szr

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