Es war ein ganz normaler Spaziergang mit den Enkeln und Hund Paule am letzten Sonntag im Juli, wie es ihn schon oft zuvor gegeben hatte: Doch danach kehrte für Heinz und Ingrid Höhling kein Alltag mit ihrem Hund mehr ein. „Wir sind zum Parkplatz am Kohlwald gefahren und dann dort die uns vertraute Runde gelaufen“, berichtet Heinz Höhling. Paule lief an der Flexileine, die ihm einen Freilauf von drei Metern ließ. „Er hat am Wegrand in einem niedrigen Gebüsch geschnuppert, dann etwas gefressen und sich die Schnauze abgeleckt“, erzählen die Eheleute Höhling im Gespräch mit unserer Zeitung.

Köder mit Rattengift liegt vermutlich im Wald

Ob es dieser Moment war, der dem Hund zum Verhängnis wurde und ihn gut drei Wochen später das Leben gekostet hat, lässt sich allerdings nicht mit letzter Sicherheit sagen. Klar ist nur, dass Paule einen Köder mit Rattengift gefressen hat und daran letztlich jämmerlich zu Grunde gegangen ist. Da dieses Gift jedoch zeitversetzt wirkt, könnte er es auch später oder an einer anderen Stelle gefressen haben. „Wir können uns nicht mit letzter Sicherheit auf den Kohlwald festlegen“, betont Ingrid Höhling. Genau das ist auch das Problem mit Blick auf eine Anzeige. „Wenn der Ort, an dem es passiert ist, nicht genau feststeht, kann die Polizei nichts unternehmen“, hat Heinz Höhling in Erfahrung gebracht.

Nach vier Tagen kam der Durchfall

Zunächst einmal war Paule allerdings gar nichts anzumerken. „Vier Tage später hatte er Durchfall und hat schlecht gefressen“, erinnert sich Ingrid Höhling. „Wir sind zum Tierarzt und haben uns nicht viel dabei gedacht“, fügt ihr Mann hinzu, „so etwas kann ja vorkommen“. Die Symptome verschwanden für weitere sechs Tage, dann musste sich der Hund mehrmals erbrechen und hatte starken Durchfall. „Er hat am 6. August erstmals eine Infusion bekommen und ihm wurde Blut abgenommen“, berichtet Ingrid Höhling weiter. Auch in den drei folgenden Tagen erhielt er jeweils eine Infusion. „Aus der Blutanalyse ergab sich, dass die Blutwerte in Ordnung und der Hund organisch gesund war“. Als er dann Blut gespuckt hat und er auch aus dem Darm blutete, hat ihm der Tierarzt ein „massives Gegengift gegeben“, berichten die Eheleute. „Der ganz Ablauf spricht eindeutig für Rattengift“, betont Heinz Höhling. Und: „Ich vermute, dass das Gift wegen der Hunde ausgelegt war“, fügt Ingrid Höhling hinzu. Das Areal am Kohlwald sein ein beliebtes Ziel für Hundehalter, um Spaziergänge zu machen. „Wir hatten allerdings nie Probleme mit Spaziergängern, den Landwirten oder dem Jagdpächter“, betont ihr Mann, „sondern gegenseitig Rücksicht genommen“.

Zwei Infusionen täglich bekommen

Paule musste weiter leiden. Vom 11. bis 14. August hat er jeden Tag zwei Infusionen bekommen und zudem Medikamente gegen das Gift. Anschließend sei es ihm gut gegangen, allerdings habe er nichts gefressen. Deshalb wurde er einen Tag lang im Hundehotel auf der Haid einquartiert. Dort war er seit vielen Jahren in der Urlaubszeit untergebracht, weil er ein „Zuhausehund“ war, der es gar nicht mochte, wegzufahren und in einer anderen Umgebung zu sein. „Wir wollten seinen Futterneid aktivieren“. Mit Erfolg. „Der Tierarzt war begeistert“. Doch vier Tage später, am 20. August, hat er zwar morgens noch gefressen, nachmittags der Rückschlag: „Er hat sich dauernd übergeben und gestöhnt. Das war furchtbar“, erinnert sich Ingrid Höhling. Einen Tag später musste er eingeschläfert werden. „Er hatte keine Chance mehr“, betonen die Eheleute. Sie warnen andere Hundebesitzer, noch mehr aufzupassen. Zugleich wissen sie natürlich genau, dass es unmöglich ist, den Hund ständig zu kontrollieren – auch dann wenn er vorschriftsgemäß angeleint ist.

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