Münsingen Hoffen auf positiven Beschluss

750 Menschen sind gestern zur Mahnwache für die Geburtshilfe an der Albklinik gekommen.
750 Menschen sind gestern zur Mahnwache für die Geburtshilfe an der Albklinik gekommen. © Foto: Reiner Frenz
Auingen / Reiner Frenz 20.07.2018

Es war ein lauschiger Mittwochabend, den sich die Bürgerinitiative für den Erhalt der Albklinik zum Treffen ausgesucht hatte – und statt im „Hirsch“-Nebenzimmer genoss man die letzten Sonnenstrahlen auf der Restaurant-Terrasse. Immerhin 20 Teilnehmer waren es, die sich über den Stand der Dinge informieren ließen. Bürgerinitiative-Sprecher Dr. Eberhard Rapp zeigte sich zuversichtlich, dass am kommenden Mittwoch im Kreistag die richtigen Weichen gestellt werden. Dann wird es darum gehen, ob die Geburtshilfeabteilung in Münsingen neu angeschoben wird und ein Defizit getragen wird vom Kreis, das, wie Kreisrat Klaus Käppeler erläuterte, bis zu 900 000 Euro betragen könne im Jahr, gesetzt den Fall, dass es „nur“ 240 Geburten gibt.

Die Signale, die aus den Fraktionen kommen, seien positiv, betonte auch Beate Müller-Gemmeke. Die Bundestagsabgeordnete zollte der Bürgerinitative großes Lob: „Ich finde es klasse, wie hier gekämpft wird für eine gute Sache. Für die Grünen sei es ein wichtiges Anliegen, dass die Geburtshilfe in Münsingen bleibt. Es gehe jetzt aber vor allem darum, Gynäkologen zu finden.

Die Suche habe bereits begonnen, wusste Eberhard Rapp. Er berichtete, dass sich Kreiskliniken-Geschäftsführer Norbert Finke bereits mit Vertretern einer Firma getroffen habe, die gezielt nach Gynäkologen Ausschau halten. Man habe wohl schon einen Arzt gewinnen können. Die Werbung werde sicher noch vor der Sommerpause aktiv angegangen, so Rapp.

Aber nicht nur Ärzte werden benötigt, betonte Hebamme Antje Buck. Zwölf Hebammen sind nach Reutlingen gewechselt: „Die reichen nicht für einen Neustart“. Man müsse deshalb auch schon mit der Suche nach Hebammen beginnen. Eineinhalb Stellen würden fehlen, die nicht dauerhaft kompensiert werden können, wie Buck bekräftigte.

Am Mittwoch wurden auch Ideen gesammelt, wie man weiter auf das Thema aufmerksam machen kann. Thomas Hagmaier regte an, Banner oder Plakate aufzustellen. Werner Beck von Pro Münsingen griff den Gedanken auf und nannte die Brücke über die B 465 an der Wasserscheide eine ideale Lösung für ein derartiges Banner. Was darauf stehen soll, daran soll in den nächsten Tagen gefeilt werden. Von Antje Buck kam die Anregung, Schäferwagen an der Albklinik zu platzieren, in denen Frauen vor und vor allem nach der Geburt liegen könnten.

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