Blauer Himmel, kaum Wolken und Sonne satt: Was im Urlaub gewünscht ist, kann im Alltag durchaus stören. Im Fall der Hitzewelle, die auch Münsingen fest im Griff hat, sollten sogar Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Extreme Hitzewarnung

Der Grund: Der Deutsche Wetterdienst hat gleich zwei Warnungen für die Stadt Münsingen und die umliegenden Gemeinden herausgegeben. Zum einen ist durch die kontinuierlich hohen Temperaturen mit einer extremen Wärmebelastung zu rechnen. Selbst gegen 19 Uhr zeigte die Willkommenstafel in Münsingen noch 34 Grad an. Für Donnerstag wird allerdings „nur“ vor einer starken Hitze gewarnt. Dabei gilt zu beachten, dass es nachts wohl kaum eine Abkühlung geben wird.

UV-Strahlung erreicht hohe Werte

Die UV-Strahlung erreicht, laut Deutschem Wetterdienst, zudem ungewohnt hohe Werte. Als Schutzmaßnahme empfiehlt sich hier, zwischen 11 und 15 Uhr längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) gibt zu Bedenken, dass am Mittwoch und in den kommenden Tagen erhöhte Ozonwerte zu erwarten sein werden. Die LUBW gehe davon aus, dass der Informationsschwellenwert an einigen Standorten überschritten wird. Bereits am Dienstagabend wurde an drei Messstationen der Schwellenwert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft überschritten, teilt die LUBW mit.

Hohe Ozonkonzentration

Daher gilt für ozonempfindliche Menschen „körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten auf die frühen Morgenstunden zu verlegen“, wie Eva Bell, Präsidentin der LUBW empfiehlt. Die Ozonkonzentrationen sind am Spätnachmittag und Abend besonders hoch, heißt es in einer Pressemitteilung der Landesanstalt.

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Reutlingen

Vorsicht ist bei diesen anhaltend hohen Temperaturen auch für gesundheitlich angeschlagene Menschen geboten. Bei großer Hitze wird vermehrt Blut durch die Gefäße gepumpt und das Herz muss mehr arbeiten. Was für einen gesunden Menschen problemlos funktioniert, ist beispielsweise für Herzpatienten eine Gefahrenquelle, wie die DKV erklärt. Daher gilt auch hier: Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, ebenso auf körperliche Belastungen und auf sommerliche Kleidung zurückgreifen, also leichte Stoffe und eine Kopfbedeckung.

„Es gibt noch Stehplätze“ rief jemand, der gerade seinen Freibadbesuch in Münsingen beendet hatte, den anderen Besuchern zu. Ganz Unrecht hatte der Mann da wohl nicht. Gegen 18 Uhr herrschte immer noch Trubel.
© Foto: Anne Laaß

Hitzefrei ist nur eine Alternative

Für Kinder ist das Wetter ebenfalls eine Herausforderung: Der Unterricht kann bei Hitze unerträglich werden, für Lehrer und Schüler. An der Münsinger Astrid-Lindgren-Schule wird täglich entschieden, wann und ob es hitzefrei gibt. Sollte das Thermometer an der Nordseite des Gebäudes um 10 Uhr die 26 Grad-Marke knacken, ist es soweit. Für diesen Fall muss allerdings auch die weitere Betreuung der Schüler geregelt werden.

Derweil versuchen die Lehrkräfte, es den Kindern so angenehm wie möglich zu machen. Angefangen beim Schattenbaumunterricht bis hin zu einem Besuch im Freibad, wie Schulleiterin Uthe Scheckel sagt. Am Mittwochvormittag erreichte das Thermometer im „absoluten Schattenloch“ der Münsinger Schule 27 Grad. Für die Schüler hieß dass, auf zum Wasserspielplatz und ins Freibad. Die Schüler seien bei der schwülen Hitze mit viel Trinken ausgerüstet, um den Unterricht zu meistern. Ansonsten gilt die Devise: „Morgen schauen wir neu“, erklärt Uthe Scheckel. Gehofft wird auch hier auf eine kleine Abkühlung. Damit waren sie nicht allein: Laut Angaben des Schwimmmeister Andreas Moll haben sich gut 1800 Besucher am Mittwoch ins kühle Nass des Terrassenfreibades gewagt.

Tipps für den Alltag

Viel trinken, heißt die Devise bei Hitze, genauso wie es die Münsinger Schüler der Astrid-Lindgren-Schule vormachen. Allerdings sollte auf zuckerhaltige Getränke zugunsten von Wasser oder Tee verzichtet werden. In der Mittagshitze sollte zudem kein Sport getrieben werden, dafür empfiehlt sich eher der Morgen. Um sich vor der ultravioletten Strahlung zu schützen, sollte nicht nur Sonnencreme verwendet werden, sondern ebenso ein Sonnenhut, eine Sonnenbrille und die passende Kleidung.

Den den hohen Temperaturen haben selbst Blumen nichts entgegenzusetzen. Auf einen Sonnenhut müssen sie indessen auch verzichten.
© Foto: Anne Laaß

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