Sterbenskranke Menschen oder Sterbende haben oft noch einen großen, letzten Wunsch. Neben dem Kontakt zu nahen Angehörigen oder Freunden kann das auch einmal eine letzte Reise sein, ein Besuch am Bodensee oder an der Nordsee etwa. An Orten, mit denen wichtige Erfahrungen und Erinnerungen verknüpft sind. Unerreichbare Orte für die allermeisten, die auf Palliativstationen oder in Hospizen ihre letzten Tage verbringen. Gänzlich unerreichbar sind diese Orte aber in Wirklichkeit nicht: Der Herzenswunsch-KTW der Malteser im Bezirk Neckar-Alb macht es möglich.

Liegendtransporte möglich

Die Abkürzung steht dabei für Krankentransportwagen. Dieser ermöglicht es den Betroffenen, ihren Herzenswunsch doch noch in Erfüllung gehen zu lassen. Etwa auch dann, wenn ein Transport im Liegen notwendig wäre – und unter Begleitung von medizinischem Fachpersonal. Denn der Herzenswunsch-KTW ist stets mit einem Rettungssanitäter und einem Rettungshelfer besetzt, die auch in Notfällen effektiv Hilfe leisten können. Mitarbeiter der Malteser im Bezirk Neckar-Alb, die im Rettungsdienst tätig sind, arbeiten auf dem Herzenswunsch-Krankenwagen ehrenamtlich mit. Mitfahren kann in der Regel auch eine Begleitperson, und auch der Malteser-Seelsorger Anselm Scheifler begleitet die Fahrten des Herzenswunsch-KTWs, einer bundesweiten Aktion der Malteser, gerne und unterstützt diese zumeist vorletzte Reise der Menschen.
Allerdings hat die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr auch den Herzenswunsch-KTW ausgebremst. Zwei Einsätze wurden dennoch geplant, wobei einer älteren Dame der Besuch auf der Beerdigung ihres Sohnes ermöglicht wurde. Eine zweite Fahrt war mit einem Dialyse-Patienten vorgesehen – dieser verstarb allerdings kurz vor dem geplanten Termin. Für die Betroffenen oder dessen Angehörige entstehen durch die Herzenswunsch-Fahrt übrigens keine Kosten. „Für die Patienten ist die Beförderung komplett kostenlos, auch wenn einmal eine Übernachtung nötig wäre“, erklärt Malteser-Bezirks-Seelsorger Anselm Scheifler, der in Corona-Zeiten Briefe und Flyer an die jeweiligen Einrichtungen geschickt hat, um auf das Angebot des Herzenswunsch-KTWs aufmerksam zu machen.
Finanziert werden die Herzenswunsch-Fahrten einerseits durch die ehrenamtliche Arbeit der Beteiligten bei den Maltesern, aber auch durch einen Fond, der die restlichen Kosten trägt (Spendenkonto im Infokasten). Daher freute sich Anselm Scheifler kürzlich auch über eine großzügige Spende: Die EEB GmbH aus Filderstadt überreichte dem Malteser-Bezirks-Seelsorger einen Spendenscheck über 1500 Euro. Das Unternehmen spendet einmal im Jahr eine größere Summe für wohltätige Zwecke und wurde nun auf den Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser aufmerksam.
„Wir verzichten seit einigen Jahren auf das Versenden von Weihnachtskarten per Post und spenden den eingesparten Betrag an eine Organisation oder Projekt in unserer Region. Die Mitarbeiter können vor Weihnachten Vorschläge einreichen und eines wählen wir dann aus. Letztes Jahr habe ich den Vorschlag an den Herzenswunsch-KTW der Malteser zu spenden eingereicht, welcher bei der Mehrheit der Mitarbeiter Anklang fand. Ich wurde auf das Projekt aufmerksam, da im Herbst ein Mitarbeiter der Malteser an meiner Haustüre klingelte und mir das Projekt vorstellte, um Spenden dafür zu sammeln“, ergänzt Pilvi Stäbler, Assistentin der Geschäftsführung.

Spendenfonds trägt die Fixkosten


Das Angebot des Herzenswunsch-Krankenwagen gilt für alle vier Landkreise des Malteser-Bezirkes Neckar-Alb: Dieser umfasst die Landkreise Esslingen, Reutlingen, Tübingen und den Zollernalbkreis.

Wer die Arbeit der Malteser unterstützen möchte, kann Spenden. Das Spendenkonto lautet: DE61 6115 0020 0100 2464 03 bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Als Verwendungszweck „Herzenswunsch-Krankenwagen“ eintragen.