Das Naturtheater Hayingen startet in Kürze in die neue Spielzeit: Gezeigt wird in diesem Jahr das Stück „Der kleine Prinz“, der „Von den Sternen auf die Alb und zurück“ unterwegs sein wird. Die weltweit bekannte Geschichte des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry haben Silvie Marks und Johannes Schleker als bewährtes Autoren-Team zu einem Theaterspiel mit schwäbisch-lokalem Bezug gemacht. „Wir wollten die Erzählung in ein schwäbisches Stück übertragen“, erläutert Schleker bei der Vorabpremiere im Gespräch mit den Medien. Dabei haben sich die beiden Autoren durch Gustav Mesmer inspirieren lassen und die Figur des Flieger Guschdl (Dietmar Landenberger-Edelburg) geschaffen. Dieser übernimmt den Part des Erzählers. „Unser Guschdl bleibt dennoch eine reine Phantasiefigur“, betont Schleker. „Er ist der Geschichtenerzähler, der Bildermaler und der Gedankenweltenerfinder, der im Stück immer wieder auftaucht“, verrät Marks. Damit verkörpere er die Parallelität unterschiedlicher Welten. Für das Stück haben die Macher im Hayinger Naturtheater mit der Gustav-Mesmer-Stiftung zusammengearbeitet. „Das passt sehr gut zusammen, weil Mesmer ja zumindest in seiner Phantasie in jedem Fall geflogen ist“, erzählt Stiftungsvorstand Stefan Hartmaier. So erfährt der Mensch Gustav Mesmer einmal mehr durch das Theaterstück Anerkennung und zudem können sich Interessierte durch Infomaterialien, die ausliegen werden, näher mit ihm befassen. Als historische Figur und Flieger war Mesmer für die beiden Autoren ideal, um die Geschichte des kleinen Prinzen (gespielt von Leo König) auf der Alb zu verorten. Dieser landet bei seiner Reise durch das Universum auf der Erde und trifft im Digelfeld auf den Flieger Guschdl. Als zwei weitere „Urgesteine“ von der Alb sind der Fuchs (Katrin Dehner) und die Schlange (Peter Edelburg) mit von der Partie im neuen Stück.

„Das Lokalkolorit war uns sehr wichtig“, betont Lucia Reichard. Als Regisseurin ist sie in diesem Jahr erstmals für die Umsetzung des Stücks verantwortlich, während in den vorangegangenen drei Jahren die Autoren Marks und Schleker das Stück auch selbst inszeniert hatten. „Wir haben das Baby abgegeben“, sagte Marks. „Dabei hatten wir von Beginn an ein gutes Gefühl“, unterstreicht Schleker. Als „spannend und schön“ schilderte Reichard die Arbeit im Naturtheater. „Eine Freilichtbühne ist aber auch eine Herausforderung“, fügte sie mit Blick auf das Wetter in den vergangenen Wochen hinzu. „Man kann ja nicht dauernd im Theaterstüble arbeiten, sondern muss auch mal auf die Bühne“. Das Altersspektrum der insgesamt 38 Akteure auf der Bühne reicht von vier bis 78 Jahren – das erfordere immer wieder eine gegenseitige Rücksichtnahme. Neben Hayingern – so stammt beispielsweise Hauptdarsteller Leo König aus Ehestetten – sind Schauspieler aus Riedlingen, Biberach oder Ehingen, die Spaß am Theater haben, im Einsatz. „Wenn das Stück feststeht, dann machen wir seit vier Jahren immer einen Casting-Workshop, um die Rollen zu besetzen“, erklärt Marks.

Eine weitere Herausforderung für die Regie sowie die Schauspieler ist in diesem Jahr das nach hinten scheinbar unendlich weit in den Wald hinein geöffnete Bühnenbild, erklärt Katharina Müller, die dieses mit viel Liebe zum Detail umgesetzt hat und obendrein für die Kostüme verantwortlich ist. Gestaltet hat sie die Bühne als Werkstatt des Flieger Guschdl. Dort hören die Kinder nicht nur dessen Geschichten, sondern können auch allerlei spannende Entdeckungen machen. „Die Schauspieler sind damit jedoch immer mitten in ihrem Charakter und können nicht einfach wie sonst hinter der Bühne üblich entspannt weggehen“, sagte Müller. „Das Bühnenbild symbolisiert ein wenig von der Unendlichkeit des Universums durch das der Prinz reist“, fügte Reichard hinzu. Bei seinem Flug begegnet der kleine Prinz auf den kleinen Planeten genau wie in der Originalgeschichte einem Eitlen, einem König, einem Geschäftsmann oder den Wissenschaftlern oder dem pflichtbewussten Laternenanzünder.

Auch in diesem Jahr zeichnet Stefan Wurz für die musikalische Leitung und die Kompositionen verantwortlich. „Die Musik muss natürlich zur Handlung passen“, betonte Wurz, „wir haben einen zeitlosen Pop-Musik-Sound geschaffen, der mit Synthesizer-Klängen an die 80er Jahre erinnert“.

Die Spielzeiten im Naturtheater


Das Stück „Der kleine Prinz“ ist an folgenden Sonntagen jeweils um 14.30 Uhr zu sehen: 30. Juni, 7., 14., 21. und 28. Juli, 4., 11., 18. und 25. August. Samstags (20 Uhr) wird gespielt am 20. und 27. Juli sowie am 3., 10., 17. und 24. August. Zudem ist das Stück am Dienstag, 23. Juli, um 14.30 Uhr und am Freitag, 2. August, um 20 Uhr zu sehen. Karten im Vorverkauf gibt es unter Telefon (0 73 86) 286 samstags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags bis freitags von 10 bis 12 und mittwochs sowie freitags von 16 bis 18 Uhr. Im Internet gibt es unter der Adresse „www.naturtheater-hayingen.de“ weitere Informationen. rot