Trotz 6,2 Millionen Miesen im Finanzhaushalt rechnet Kämmerer Tim Scheible am Jahresende mit liquiden Mitteln in Höhe von 15,6 Millionen Euro sowie im Ergebnisplan mit einem Überschuss von 382 267 Euro. Und die Verschuldung pro Einwohner sinkt von jetzt 220 Euro auf 64 Euro am Ende des Jahres.

Durch das gute finanzielle Polster, auch bedingt durch die hohen Steuereinnahmen 2018 – zum Beispiel eine Million Euro beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer – muss Pfronstetten für die vorgesehenen Investitionen keine neuen Kredite aufnehmen.

Einen Großteil der Investitionstätigkeit machen Bauprojekte aus. Insgesamt sind dafür im Haushaltsjahr gut zwei Millionen Euro vorgesehen. Auf der Liste stehen unter anderem: 400 000 Euro für die Erweiterung des Kindergartens „Maria Königin“ und 200 000 Euro für den Neubau des Bauhofs sowie 168 000 Euro für den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses in Aichelau.

Die Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug: Das HLF 20 wird 405 000 Euro kosten. Für den Bauhof muss ein neuer Radlader her: Kostenpunkt 60 000 Euro. Und auch für den Kauf von Gebäuden und Grundstücken will die Gemeinde Geld ausgeben, nämlich 700 000 Euro. Bei den Premiumwanderwegen, die zurzeit ausgewiesen werden, ist Pfronstetten mit „hochgeackert“ dabei und veranschlagt die Baukosten dafür mit 10 000 Euro.

Wie in allen Städten und Gemeinden steigen die Personalkosten, machen einen satten Batzen im Haushalt aus. Der Kämmerer rechnet 2019 mit rund 756 000 Euro. Diese Summe resultiere insbesondere aus dem angehobenen Stellenschlüssel, zusätzlichen Gemeindeeinrichtungen wie dem Dorfgemeinschaftshaus Huldstetten, den stetigen Tariferhöhungen sowie den Erhöhungen der Beamtenbezüge.

Dazu, so Scheible weiter, komme noch ein Betrag von rund 330 000 Euro fürs Kindergartenpersonal. Die Gesamtsumme der Personalaufwendungen macht im laufenden Haushaltsjahr einen Anteil von 18,5 Prozent (mit Kindergartenpersonal 26,5 Prozent) aus.

Der Gemeinderat, der ein „Schnellseminar“ in Sachen Doppik bekommen hat, stimmte dem Haushalt 2019 zu.

 Übrigens: Bis 2020 müssen alle Kommunen im Land von der Kameralistik auf Doppik umgestellt haben. Wer das nicht schafft, bekommt Probleme. Der Haushalt erhält nämlich dann keine Genehmigung. Fehlt die aber, gibt es für die Gemeinde auch keine Zuschüsse.

Info Die Gemeinde Pfronstetten hat
1513 Einwohner (Stand 2018). Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 5406 Hektar.

Lob vom Chef  und ein Fässle  „Hopfentee“


Großes Lob vom Bürgermeister gab’s für Kämmerer Tim Scheible. Er habe eine vom Vorgänger angefangene Arbeit, nämlich die Umstellung des Gemeindehaushalts von der Kameralistik auf Doppik (Doppelte Buchhaltung in Kommunen) fertiggestellt. Das habe er mit Bravour gemeistert, „sich innerhalb von zwei Jahren zu einem alten Hasen entwickelt“, so Reinhold Teufel. 

Zum Dank dafür – und auch weil Scheible am Mittwoch Geburtstag hatte – bekam er von seinem Chef ein Fässle „Hopfentee“. Aus eigener Tasche bezahlt, wie Teufel betonte.