Mägerkingen / Von Ralf Ott  Uhr

Die Milchviehhaltung ist nach wie vor das wichtigste Standbein für die Landwirtschaft in Deutschland. Doch auch hier wirkt sich der Strukturwandel seit vielen Jahren aus, wie bereits der Blick auf die Entwicklung im Kreis Reutlingen zeigt. So waren vor 40 Jahren noch 2127 Betriebe als Milchkuhhalter registriert, bei denen 16 542 Milchkühe in den Ställen standen. 2016 hatte sich das Bild grundlegend verändert: 8110 Kühe gab es kreisweit noch, das entspricht einem Rückgang um 51 Prozent – diese wurden allerdings von nur noch 160 Landwirten gehalten. In den knapp vier Jahrzehnten haben also 92 Prozent der Milchviehhalter aufgegeben. Der Milchpreis ist seit Langem von hohen Schwankungen betroffen und oft nicht einmal kostendeckend. Die Marschrichtung geben die großen Handels-Discounter in Deutschland vor.

Auf dem Betrieb Lorch in Mägerkingen werden knapp 90 Milchkühe gehalten. Dazu kommen jene Tiere, die trocken stehen. Das sind Kühe, die einige Wochen vor der Geburt nicht mehr gemolken werden, um sie zu schonen, erläutert Jeremias Lorch, der seine Eltern Gerhard und Heidi nebenberuflich bei der Führung des Haupterwerbsbetriebs unterstützt. Der Betrieb hält überwiegend die Rasse Holstein sowie ein paar wenige Fleckvieh-Tiere.

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Landwirtschaftsserie: Milchviehhaltung

Lebensmittel werden zwar täglich benötigt, doch zumeist belässt es der Verbraucher mit dem Einkauf im Supermarkt und denkt nicht über diejenigen nach, die Ausgangsprodukte für unsere Nahrungsmittel erzeugen. Mit einer Serie möchte unsere Zeitung Einblicke in die Arbeits- und Produktionsbedingungen moderner Landwirtschaft bieten. Das Themenspektrum ist letztlich so vielfältig wie der Beruf des Landwirts. Heute geht es um die Milchviehhaltung. rot