Die ersten Sonnenstrahlen wecken bei vielen die pure Fleischeslust. Gemeint ist die auf dem Teller. Welche Qualen jedoch teils hinter jedem einzelnen Steak und Würstchen stecken, daran will niemand denken, wenn  duftende Grillgenüsse die Nasenflügel weiten. Auch nicht an den Klimaschutz, der unter fleischigem Grillgenuss leider leidet. Denn zum einen entstehen durch die Viehhaltung Emissionen, zum anderen trägt der enorme Fleischkonsum auch zur Zerstörung von wertvollen Ökosystemen bei.

Der hohe Bedarf von Futtermittel wird nämlich nicht durch saftige Wiesen, rund um idyllische Bauernhöfe gestillt, sondern mit enormen Mengen Zusatzfutter aus Soja, was zur Folge hat, dass immer mehr Urwälder für den Sojaanbau gerodet werden. Die globale Erderwärmung schreitet so unaufhaltsam voran. Dazu kommt der enorme Energieaufwand, für Herstellung und  Recyceln  von Wegwerfprodukten wie Alufolie, Alugrillschalen, Plastikbecher ... 

Alternativen zeigte beim fleischlosen und umweltbewussten Grillen Kai Dreher-Schultze auf. Abspülbare Grillschalen und spezielle Gemüsegrillkörbchen versprechen umweltfreundlichen Grillgenuss. An Stelle von Wegwerfgeschirr, sieht Dreher-Schultze von der Münsinger Greenpeace-Gruppe in Getränkebechern aus Zuckerrohrfasern und im kompostierbaren Palmblattgeschirr die bessere Alternative. Alternativen zum Fleisch zeigten sich dann auf dem Grill. So die Grillcalzone, bei der kleine Teigfladen mit Mangold, Tomate, Zwiebel, Kürbis, Paprika und Käse gefüllt wurden. Großes Lob erfuhren auch die vegetarischen Cevapcici, aus roten Linsen, wie auch mit Schafskäse gefüllte Champignons oder mit Couscous gefüllte Paprika. Kunterbunt die Gemüseauswahl über dem Schwenkgrill.

„Historisches“ Grillvergnügen erlebten die Besucher dann beim Backen von knusprigen Hostien aus dem antiken Hostieneisen, das erst in der heißen Glut auf Betriebstemperaturen kam. Auch die Bananen, die von selbst nahe der Glut aufplatzten und mit Schokolade gefüllt den süßen Zahn verwöhnten.

Sabine Kümmerle, die sich kurzfristig fürs vegetarische Grillen entschied, war begeistert von der Auswahl der fleischlosen Grillgerichte und den umweltfreundlichen Alternativen der Grillutensilien. „Bisher habe ich immer das Traditionelle auf den Grill gelegt, weil man es eben schon immer so gemacht hat“, gestand die Dottingerin, die künftig mehr Farbe und Abwechslung über die Glut bringen will.