Der Ermsgau ist bereits am Freitag mit Teilnehmern aus ganz Baden-Württemberg in Sigmaringen gestartet, darunter auch Gerlinde Kretschmann, Gattin des baden-württembergischen Ministerpräsidenten, und ihre Schwester Mechthilde Schnitzer. Den Sonntag mussten die beiden auf Grund einer Familienfeier pausieren, doch ansonsten wandern auch sie die komplette Tour bis nach Winnenden mit. Die Landesfestwimpelwanderung - es ist die sechste seit 2011 - führt die Teilnehmer von Sigmaringen durch das Lautertal und über die Alb, Kirchheim, Schurwald, Fils und Remstal bis nach Winnenden ans Ziel. Rund zehn Wanderlustige, darunter eine Albvereinlerin aus Bad Mergentheim, zählen zur Stammtruppe, die von Eugen Kramer, stellvertretender Vorsitzender des Ermsgaus, angeführt wird. Der Gau-Vorsitzende Werner Schrade hat als Führer des Begleitfahrzeugs die Verantwortung über das Gepäck. "Jeden Tag stoßen immer wieder neue Wanderer hinzu, um eine oder mehrere Etappen mitzulaufen. Oft sind wir über 20 Naturfreunde, die sich gemeinsam auf den Weg machen", erzählt Kramer. Und überall werden sie mit freundlichen Worten in Rathäusern empfangen, wie etwa am gestrigen Montagmorgen in Münsingen bei Bürgermeister Mike Münzing. Der nahm die Gelegenheit wahr und präsentierte seine Stadt, die seit dem Abzug des Militärs ihre Stärken ausgebaut und ihre Schwächen minimiert habe. Eine der Stärken sei natürlich die gute Infrastruktur. So gebe es in Baden-Württemberg nur zwei Kommunen mit überdurchschnittlicher ärztlicher Versorgung, Tübingen und eben Münsingen.

Münsingen sei ein Motor des Biosphärengebiets, einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung. "Hier wird Ihnen Vielfalt begegnen, nicht Einfalt". Für die Albvereinler interessant: "Wir sind dabei die Wanderrouten neu zu möblieren und zu beschildern". Interessierte Zuhörerin war unter anderem Gerlinde Kretschmann, die sich anschließend vom Schultes in die Wanderschuhe helfen ließ, die sie aus einer Plastiktüte hervorholte - für Münzing Anlass ihr eine umweltverträglichere Münsinger Jutetasche zu überreichen. Die Frau des Ministerpräsidenten wandert, "wann immer es geht". Und so oft es möglich ist, wird sie dabei von ihrem Mann begleitet: "Das ist unser Ausgleichssport", lacht Gerlinde Kretschmann.

Eine Woche lang durchstreifen die Wanderer reizvolle Landschaften und sie lernen dabei nette Leute kennen. Besonders reizvoll sind in diesem Jahr die Obstbaumwiesen, die Weinberge und die Ausläufer des Schwäbischen Walds rund um Winnenden. Der größte Wanderverein Europas bietet dort sowohl am Samstag als auch am Sonntag des Festwochenendes eine Vielzahl an Wanderungen - darunter auch Gesundheitswanderungen und solche unter dem Motto Wegearbeit oder Weinbau.