Münsingen Gemütlich und stimmungsvoll

Münsingen / Von Sabine Zeller-Rauscher 03.12.2018

Mal Regen, mal Sonnenschein: Aprilwetter dominierte am Wochenende beim Weihnachtsmarkt – das schränkte die eigentliche Weihnachtsmarktstimmung ein wenig ein. Dennoch kein Vergleich zum Dresdner Weihnachtsmarkt auch nicht zum Ulmer, Kölner oder zum Berliner. Der Münsinger Weihnachtsmarkt bot das, was man bei großen Märkten meist vermisst, nämlich heimelige Geselligkeit, Platz zum Durchkommen, und Raum für gesellige Gespräche. Kritisiert wurde von einigen Besuchern allerdings die Musik, die anfangs aus den Boxen kam. Erinnerte sie doch eher an einen Strandabschnitt auf Mallorca, als an die vorweihnachtliche Zeit. Kritik, die auch bei den Verantwortlichen der Stadt ankam, wonach schnell für den jahreszeitlich angemessenen Ton gesorgt wurde.

Trotz Aprilwetter lief der Glühweinverkauf bei den meisten Anbietern ganz gut. „Uns geht’s an diesem Wochenende nicht um den großen Gewinn, wir wollen die Aufmerksamkeit auf uns ziehen, und zeigen, dass es uns gibt“, so Carsten Krause, Vorstand der Harley Biker Münsinger Alb. 15 Männer und Frauen des Harley-Clubs Pfalz waren extra aus Kaiserslautern angereist, um die Münsinger Motorradfreunde zu besuchen. Auch weil sie den Markt, den sie bereits vom letzten Jahr kannten, einfach schön finden. „Der ist viel schöner als der in Kaiserslautern“, so einer der „schweren Jungs“.

Die Händler waren zufrieden. „Die Geschäfte laufen gut“, freuten sich die Schüler des Gymnasiums, die unter anderem Schokolade und Seife aus der Gymi Factory verkauften.Positive Bilanz zog auch Jungunternehmer Moritz Bauer, der neben Glühwein, Apfelsaft, Ringelblumensalbe, Siebengewürz auch selbst gerührte Lippenpflege zum Verkauf anbot. Griebenschmalzbrote gab es beim Stand der Waldorfschule und für den süßen Part zeigte sich neben einigen weiteren Anbietern die Astrid-Lindgren-Schule mit Waffeln verantwortlich. Nicht nur süß und lecker war das Angebot des Partnerschaftskomitees, sondern es sorgte auf dem Weihnachtsmarkt am Wochenende obendrein für einen Hauch französisches Flair.

Gemütlichkeit pur herrschte im Trauzimmer des Rathauses, das in der Vorweihnachtszeit einmal mehr zur gemütlichen Stube umfunktioniert wurde. Zum einen, um Geld für die Freibadsanierung zu erwirtschaften, zum anderen, um den Bürgern Raum fürs gemütliche Gespräch zu bieten. Vor allem in den Abendstunden zeigte sich auch bei den alten Rittersleut (Fördergemeinschaft Burgruine Hundersingen) Gemütlichkeit pur bei Burgentopf und Kirschglühwein.

Gesang, Tanz und Alphorn-Gaudi lockten immer wieder vor die Rathausbühne. Auch der Eis-Skulptur-Hauer, der sich voll und ganz der vergänglichen, schnell schmelzenden Kunst hingab, um die Zuschauer zu begeistern. Ziemlich dürftig der Krämermarkt, der in der Hauptstraße aufgebaut war. Lediglich fünf Stände waren am Samstag präsent. Am Sonntag ein paar Stände mehr, was dennoch irgendwie verloren wirkte. „Uns Marktbeschickern wäre der Christkindlesmarkt lieber gewesen“, so Marktmeister Manfred Hess, der erklärte, dass die alten Marktbeschicker, seit Jahrzehnten immer auf die gleichen Märkte, die eben zeitgleich zum Weihnachtsmarkt stattfinden, gehen. Die meisten würden sich schwer tun, einen alten Standplatz für etwas Neues aufzugeben. „Ein Versuch war’s auf jeden Fall wert, vielleicht findet sich fürs nächste Jahr ja noch ein richtig gutes Konzept“, blickte eine Marktbesucherin, die im Großen und Ganzen großes Lob für das ganze Drumherum des Weihnachtsmarktes übrig hatte, positiv in die Zukunft und ergänzte: „Gegen das schlechte Wetter können die Veranstalter halt auch nichts tun“.

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