Die Polizeidirektion Reutlingen erstellt jährlich einen Kriminalitätslagebericht für den Landkreis Reutlingen, in dessen 26 Städten und Gemeinden mehr als 285 700 Einwohner leben.

Den Bericht 2018 haben Polizeioberrat Stefan Huber, Leiter des Polizeireviers Pfullingen, und Polizeihauptkommissar Harry Drexler, Leitung des Polizeipostens Alb, bei der vergangenen Sitzung des Gemeinderats ausführlich erläutert. Mit insgesamt 13 628 erfassten Straftaten 2018 ist eine leichte Zunahme der Kriminalität um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (13 019) zu verzeichnen.

Zwölf Straftaten weniger als im Vorjahr

Bei einem genauen Blick auf die Verteilung der Fallzahlen dürfen die Hohensteiner Bürger allerdings aufatmen. Mit 50 Straftaten 2018, und damit 12 Fällen weniger als im Vorjahr, ging die Kriminalität um 19,4 Prozent zurück. Noch sicherer lebt es sich in Mehrstetten und Grabenstetten, wo im vergangenen Jahr jeweils 16 Straftaten erfasst wurden. „Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei allen Zahlen um gemeldete Straftaten handelt“, wies Stefan Huber darauf hin, dass es durchaus auch noch eine Dunkelziffer geben könne, „manch Geschädigter meldet sich aus Scham nicht.“

Gute Aufklärungsquote

Von den 50 angezeigten Delikten in Hohenstein  wurden 29 Fälle aufgeklärt, dies entspricht einer Aufklärungsquote von 58 Prozent. Der Durchschnitt im Landkreis liegt bei 62,4 Prozent. Spitzenreiter ist die Gemeinde Gomadingen: Hier konnten 86,6 Prozent aller Vergehen aufgeklärt werden.

Insgesamt wurden in Hohenstein 27 Tatverdächtige ermittelt, davon 22 männliche und fünf weibliche. Sechs Tatverdächtige sind Ausländer. Am häufigsten wurde geklaut (18 Straftaten), dabei handelte es sich meist um einfachen Diebstahl, aber auch um zwei Wohnungseinbrüche und einen Fahrraddiebstahl. Vermögens- und Fälschungsdelikte wurden sieben Mal aufgeklärt, sowie vier Fälle der Sachbeschädigung, zwei Rauschgiftdelikte und ein Strafbestand der Beleidigung.

Hohenstein auf drittletztem Platz – Kopfzerbrechen wegen Senioren-Abzocke

Eine weitere wichtige Kennzahl im Polizeiwesen ist die sogenannte Kriminalitätsbelastungszahl. Hierfür wird die Anzahl der ermittelten Straftaten auf 100 000 Einwohner hochgerechnet, um die Städte und Gemeinden miteinander vergleichen zu können. So rangiert Hohenstein auf dem drittletzten Platz. „Hier liegen wir gerne ganz weit hinten“, freute sich Bürgermeister Jochen Zeller. Auf Platz eins befindet sich Metzingen, obwohl die Vorfälle mit 1 582 Vergehen 2018 deutlich unter dem Vorjahr lagen (1 831). „Die hohe Zahl liegt sicherlich am Outlet und den Langfingern“, zeigte Huber eine Besonderheit der Stadt auf.

Die bisherige Tendenz 2019 in Hohenstein sei unauffällig. „Es gibt keine Brennpunkte und keinen Kriminalitätsschwerpunkt“, erklärte Huber, „ein strategischer Ansatz zur Reduzierung von Straftaten sei nicht nötig.“

Kopfzerbrechen bereitet den Polizisten ein ganz anderes Thema: die Abzocke von älteren Menschen. Neben dem Enkeltrick gäbe es zahlreiche Varianten, wie Betrüger versuchen, Senioren abzuzocken. „Reden Sie mit Ihrer Familie und potenziellen Opfern“, appellierte Huber. Nach wie vor sei die Masche sehr erfolgreich und der verursachte Schaden groß. „Wir müssen immer wieder darüber sprechen und für Aufklärung sorgen“, bestätigte auch Jochen Zeller.

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