"Kinder stärken" - das will Conny Kanik mit ihren Musikstücken, die sie selbst schreibt und zur Aufführung bringt. Dabei werden stets ernste Themen aus dem kindlichen Alltag in eine lustige Geschichte verpackt - leicht verständlich und deshalb lehrreich, unterhaltsam und zu keinem Zeitpunkt langweilig.

So gingen die Grundschüler und Kindergartenkinder während der drei Aufführungen am Montag in der Zehntscheuer eine Stunde lang vollkommen mit, sie ließen sich in eine Traumwelt entführen, ohne dabei die Realität aus den Augen zu verlieren. Denn diese findet sich immer wieder in der Handlung und betrifft Kinder jeden Alters ganz direkt. Wie geht man mit Streit und schlechten Träumen um? Was macht man bei Wut und Aggressionen? In diesen Fragen findet sich das zentrale Thema, mit dem sich Conny Kanik und ihr Team beschäftigt. Und das auf ganz wunderbare Art und Weise: kindgerecht und mitreißend, so als wäre man selbst ein Akteur des Stückes. Nicht nur die Darsteller auf der Bühne beeindruckten mit ihrem Gesang, ihrer Musik und ihrem Schauspiel. Auch die kleinen Zuschauer ihrerseits versetzten Conny Kanik alias Kess, Ronny Fröde alias Thommy, Fröstel und Grimbald sowie Marcel Schrenk als der Mann am Klavier in Erstaunen. Denn sie waren aktiv mit dabei, sie krochen unter ihre Stühle, wenn es galt, sich vor dem bösen Grimbald zu verstecken, sie brüllten lauthals, um den Eistroll Fröstel endlich aus seinem Versteck zu locken und sie tanzten vor Freude mit, als Grimbald, der Schreckliche, endlich das Träumen erlernte und dadurch seine Wut vergaß.

Die Gruppe aus Dresden schaffte es mit ihrer charmanten, natürlichen, offenen und liebenswürdigen Art, ihr Publikum anzusprechen, mitzunehmen und zu begeistern, deshalb verwunderte es auch nicht, dass viele der Kinder sich noch gut an die Vorstellung "Der Traumstaub" vom letzten Jahr erinnern konnten, an die nun der zweite Teil "Der König der Puri Puris" anknüpfte. Bei diesem Abenteuer mit Kess drehte sich alles um die Bewältigung von Wut. "Was machst du, wenn du richtig grummelig und brummelig bist? Brummst du wie ein Urwaldaffe oder stampfst du auf den Boden wie ein Elefant?", wollte Conny Kanik von den Kindern wissen. Denn als Kess hatte sie einen Wutklops im Bauch, weil sie keine Lust hatte aufzustehen und auch noch von einer kleinen Mücke - dem König der Puri Puris - gestochen wurde und nun aussah wie eine Erdbeere. Darüber machte sich Thommy lustig, was Kess natürlich gar nicht gefiel. Was nun? "Beiß einfach in eine Zitrone, denn sauer macht lustig", sangen die beiden und Kess tanzte sich ihre Wut aus dem Bauch.

Und plötzlich war sie wieder bereit für ein ganz neues Abenteuer, das sie gemeinsam mit den Kindern ins Puri Puri Land führte, um die Einwohner vor dem schrecklichen Grimbald zu retten. Dieser war so wütend, weil er noch nie im Leben geträumt hatte und deshalb fast vor Wut platzte. "Seid bibabutzelig mutig und helft mir, die Puri Puris zu befreien" - dieser Aufforderung kamen die Kinder nur zu gerne nach. Mithilfe von Traumstaub, Kitzelattacken und lautstarker Unterstützung der kleinen Zuschauer führte alles zu einem glücklichen Ende, und die Kinder mussten Conny Kanik versprechen, weiterhin so mutig zu sein. Zum Schluss standen sie alle begeistert vor der Bühne, um noch näher bei den Akteuren zu sein. "Unsere Kinder freuen sich immer wieder über solche Kulturbonbons", bedankte sich Uthe Scheckel, Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Schule, bei Christoph Stephan vom Lions Club Ermstal "Attempto", der diese Veranstaltung wie bereits im letzten Jahr gemeinsam mit der Firma Walter Hartmetall ermöglicht hat.