Zwölf Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Riedlingen konnten vergangenen Samstag auf dem Trainingsgelände der Firma „International Fire & Rescue Training“ im Gewerbegebiet Teutschhof, dem ehemaligen Munitionshauptdepot im Riedlinger Stadtteil Pflummern, eine ganztägige Brandbekämpfungsfortbildung absolvieren. Das eigentlich schon für April gebuchte Training musste damals coronabedingt ausfallen, dass der Ersatztermin einer bis dahin heißesten Tage des Jahres werden würde, konnte bei der Planung jedoch niemand ahnen. Stadtbrandmeister Stefan Kuc ist deshalb froh, dass die elf Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau aus den Abteilungen Grüningen, Neufra, Pflummern und Riedlingen das sehr anstrengende Training bei über 30 Grad Außentemperatur gut überstanden haben.

Kauernd in Seecontainern

Im theoretischen Teil der Fortbildung werden die Gefahren bei Bränden in geschlossenen Räumen, sowie Rauchgasphänomene und Fortbewegungstechniken bei der Brandbekämpfung behandelt. In der Praxis trainieren die Feuerwehrleute den richtigen Umgang mit dem Strahlrohr – wegen der Hitze ausnahmsweise ohne Helm und Einsatzjacke. Nur in Schutzkleidung und mit Atemschutzausrüstung ging es dagegen in die Brandcontainer. In den speziell präparierten und aneinander gebauten Überseecontainern, wird mit Paletten ein Feuer entzündet. Eine Stahltür zum Brandraum wird dann verschlossen, so dass sich hier auf Grund einer unvollständigen Verbrennung brennbare Rauchgase bilden. Wird die Türe geöffnet strömen die mehrere 100 Grad heißen Rauchgase an der Decke des Containers entlang und entzünden sich, dies nennt man „Flashover“. Mit den Ausbildern beobachteten die Teilnehmer den Brandverlauf, indem sie mitten im Container kauerten und mehrere „Flashover“ direkt über ihre Köpfe hinweg rollten. Weiter wurde die Rauchgaskühlung, sowie hydraulische Ventilation trainiert und truppweise mehrere Angriffs- und Rettungsübungen durchgeführt. Der Verbrauch an Mineralwasser an diesem Tag war wohl enorm.
Stadtbrandmeister Kuc und sein Stellvertreter Jochen Weber hatten sich am Nachmittag ein Bild vor Ort gemacht und waren beeindruckt von dem realitätsnahen  Training. Bisher hatten die Riedlinger Feuerwehrleute nur in gasbefeuerten Übungsanlagen trainiert, wo der Brandrauch durch Disconebel simuliert wird,  hauptsächlich wegen der Sicht. Richtiger Brandrauch hat aber viel gefährlichere Eigenschaften, die nur in feststoffbefeuerten Anlagen sicher trainiert werden können. Das Fazit der Teilnehmer war auf jeden Fall eindeutig: „Spitzenmäßig!“
Auch  Kuc und Weber sind sich sicher, dass sich das Training gelohnt hat, denn es geht schließlich auch um die Sicherheit der Feuerwehrleute. Glücklicherweise sind Brandeinsätze die letzten Jahre rückläufig, das bedeutet aber auch, dass weniger Einsatzerfahrung letztendlich mit mehr Investition in die Ausbildung ausgeglichen werden muss, so Kommandant Kuc.