Hayingen Freestylecup zieht neugierige Besucher an

Udo Markert präsentierte beim Segelkunstflugtag anspruchsvolle Figuren.
Udo Markert präsentierte beim Segelkunstflugtag anspruchsvolle Figuren. © Foto: Maria Bloching
Hayingen / Maria Bloching 17.07.2018
Viel zu sehen gab es am Samstag am Hayinger Fliegerhimmel. Zum Abschluss der Deutschen Meisterschaft im Segelkunstflug fand ein „Freestylecup“ statt.

Die Piloten, 13 gingen an den Start, begeisterten die Zuschauer mit spektakulären Figuren, ausdrucksvoll unterlegt mit Rauch und abgestimmter Musik. Vor vier Jahren fand zum ersten Mal ein solcher Segelkunstflugtag auf Betreiben von Udo Markert statt, nun ging es zum Abschluss der Deutschen Meisterschaft mit dem „Freestylecup“ in die zweite Runde. Ziel war, den Zuschauern spektakuläre Figuren am Himmel zu präsentieren und damit ihr Herz für den Segelkunstflug zu gewinnen.

Unter den Teilnehmern war auch Wolfgang Kasper, der vor vier Jahren den Titel gewann und ihn nun verteidigen wollte. Udo Markert nahm ebenso teil wie sein Kollege vom Hayinger Luftsportverein Dennis Konieczny. Er flog im 63 Jahre alten „Stößer“, zeigte sich aber im Anschluss an die Demonstration seiner Kür hoch in der Luft nicht ganz zufrieden: „Die ganze Linie hat heute nicht richtig gepasst“. Dem Laien, der wie gebannt das Treiben in der Luft beobachtete, fiel das indessen jedoch nicht weiter auf. Er wunderte sich vielmehr darüber, wie es sein konnte, dass der Pilot zur abgespielten Musik seine Rollen und Loopings flog, ohne selbst die Musik zu hören. „Die hab ich in meinem Kopf“, erklärte Konieczny, der für seinen Kunstflug passenderweise „Flying through the Air“ wählte.

Mit rund 250 Stundenkilometern war Konieczny in der Luft unterwegs, Udo Markert gab noch mehr Gas. Er hatte an seinen Flügeln Rauchpatronen angebracht, die zu Beginn seiner Show elektronisch gezündet wurden und ein schönes Bild in den bewölkten Himmel zeichneten. Im sogenannten „Turm“ schraubte er sich – nur getrieben von der Thermik – senkrecht nach oben, flog dann über die Fläche, um sich wieder senkrecht nach unten fallen zu lassen. Nur zum Schluss seiner Darbietung kam er dem Boden für manches Mitglied in der fünfköpfigen Jury etwas zu nahe. Denn Sicherheit hatte bei dieser Veranstaltung oberste Priorität. Wer die Hundert-Meter-Marke über dem Boden unterschritt, konnte gleich seine Koffer packen.

Bewertet wurden Geschwindigkeit und Beschleunigung, positiver und negativer Anstellwinkel, die Bewegungen um alle Achsen, klare Durchführungen von einzelnen Elementen, verschiedene Figuren, die Nutzung von Boxachsen, eine durchgängige Vorführung ohne große Pausen zwischen den Figuren, der Wechsel zwischen schnellen und langsamen Passagen, Übergänge sowie die Ausnutzung des Kunstflugraumes. Bei Betriebsgrenzen und Steuerung, Ausführung und Kontinuität, Harmonie und Präsentation, Platzierung und Symmetrie wurden Strichlisten geführt und Punkte zwischen Null und Zehn vergeben.

Die besondere Herausforderung lag darin, bei den unterschiedlichsten Kunstflugmanövern mit der verfügbaren Energie möglichst effizient umzugehen und das Flugzeug in allen Lagen präzise und elegant zu steuern. Dieser Segelkunstflugtag schloss den Wettkampf um die Deutsche Meisterschaft ab, der bereits am Freitag zu Ende gegangen war. Als Sieger beim Wettkampf Unlimitet Progr. 6 ging Eugen Schaal vor Moritz Kirchberg und Tobias Hackel hervor. Beim Wettkampf Advanced gesamt belegte David Tempel Platz 1, auf Platz 2 kam Stefan Zistler und Platz 3 belegte Holger Geusen.

Ergebnisse der DM im Segelkunstflug

In Hayingen wurden die Deutschen Meister im Segelkunstflug ermittelt. In der Unlimited-Klasse verteidigte Eugen Schaal mit 10 059 Punkten souverän seinen Titel. Zweiter wurde Moritz Kirchberg (9184 Punkte). Bester Pilot des LSV Hayingen war Wolfgang Kasper als Sechster mit 8094 Punkten. Der Dottinger Udo Markert landete mit 6884 Punkten auf Rang 16. In der Advanced-Klasse triumphierte David Tempel mit 5653 Punkten vor Stefan Zistler mit 5584 Punkten. Der Hayinger wurde mit 5516 Punkten Vierter.

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