Die Waldschnepfen kehren zurück: Seit Februar sind sie auf dem Rückweg aus Westfrankreich oder von der iberischen Halbinsel und brüten in unseren heimischen Wäldern. Bloß: Zu sehen bekommt man den Vogel nur selten. Darum ist über das Vorkommen und die Populationsentwicklung nur wenig bekannt.
Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) untersucht seit 2018, wie die Tierart erfasst und ein Monitoring aufgebaut werden kann. Dabei ist die FVA auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen, heißt es in einer Mitteilung der Forschungsanstalt.
Die Walschnepfe ist eine heimliche Waldbewohnerin und mit ihrem Federkleid ausgezeichnet getarnt. Nur während der Balzzeit im Frühjahr lässt sich der Vogel gut beobachten. Dann führt die FVA Kartierungen durch, um den Waldschnepfenbestand in den Wäldern zu erfassen.
Eine der Methoden, die das FVA-Wildtierinstitut erprobt, sind sogenannte „Citizen Science-Kartierungen“. Das sind Erfassungen durch sogenannte Bürgerwissenschaftler. Daran können sich alle beteiligen, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Melden sich Bürgerinnen und Bürger für die Kartierung an, können sie zwei Termine zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni wählen. An diesen beiden Tagen lauschen sie während der Abenddämmerung für 75 Minuten auf die Balzrufe der männlichen Waldschnepfen. Das ist auf Waldlichtungen oder Waldwegen möglich. Im Landkreis Reutlingen gab es derweil im Rahmen der FVA-Studien noch keinen Nachweis der Waldschnepfe – was aber auch an fehlenden Studienteilnehmern liegen kann.

Auf der Alb ein seltener Gast

„Hauptverbreitungsschwerpunkt der Waldschnepfe in Baden-Württemberg ist der Schwarzwald“, heißt es im Wildtierportal Baden-Württemberg. „Einige Gebiete wie die Schwäbische Alb und das Neckarbecken weisen größere Verbreitungslücken auf, während der Zugzeit kann die Art jedoch in ganz Baden-Württemberg festgestellt werden.“
Die FVA bittet um Anmeldungen für die Kartierung bis zum 9. April: Per E-Mail oder Anruf. Kontaktdaten und Informationen rund um die Waldschnepfe finden Interessierte unter www.fva-bw.de/waldschnepfe. Dazu gehören Audioaufnahmen, um den Balzgesang zu erkennen sowie Beschreibungen des Federkleids.
Während sich im ersten Jahr 55 Teilnehmer an der Erfassung beteiligt haben, waren es im vergangenen Jahr schon 186 Personen. „Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und hoffen natürlich auch in diesem Jahr auf viele helfende Augen und Ohren“, sagt Philip Holderried vom FVA-Wildtierinstitut.
Alle bisherigen Ergebnisse der Waldschnepfenkartierung stehen auf der FVA-Website zum Download bereit. Übrigens: Auch außerhalb der Balzzeit freut sich die FVA über gemeldete Waldschnepfen-Beobachtungen oder Federfunde. Eine E-Mail mit Datum, Uhrzeit und Ort der Sichtung können erfolgreiche Naturbeobachter an waldschnepfe.fva-bw@forst.bwl.de schicken.