Dass fast die komplette Vorstandschaft ihre Ämter abgibt, war schon vor zwei Jahren klar. Trotz längerer Suche ist es dem Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Hohenhundersingen gemeinsam mit der Stadt Münsingen als Eigentümerin jedoch nicht gelungen, Kandidaten für den Ersten Vorsitz, für Kassier, Schriftführer und Beisitzer zu finden. Maik Tritschler steht dem Verein seit vier Jahren vor, nach seinem Umzug 2016 ist es für ihn noch schwieriger geworden, das Amt aus der Ferne zu leiten. „Es fehlt einfach der Bezug zum Ort und das wird durch die noch größere Entfernung nicht einfacher“.

Mittelalterguppe aktiv

Er hat den Vorsitz von Robert Heideker, dem Gründer des Fördervereins, übernommen und vor allem den Schwerpunkt auf die Belebung der Burgruine gelegt. Mit seiner Mittelaltergruppe „Fraternitas Libertatis“ hat er vor Ort anschaulich gezeigt, wie damals gelebt und gearbeitet wurde, außerdem veranstaltete er regelmäßig Führungen auf der Burg, die sehr gut besucht waren. „Das möchte ich auch weiterhin anbieten“, betont Tritschler. Er bedauert es sehr, dass sich niemand gefunden hat, der in seine Fußstapfen tritt und darüber hinaus Edith Ruopp als Kassiererin, Rainer Stauder als Schriftführer und Dominik Dollinger als Beisitzer ersetzt. Lediglich Jürgen Holder hat sich bereit erklärt, als stellvertretender Vorsitzender weiterzumachen und auch Dominik Dollinger hätte es sich vielleicht bei besseren Zukunftsaussichten noch einmal überlegt.

„Der Förderverein wurde vor 18 Jahren ins Leben gerufen, um die Ruine sowohl mit finanziellen Mitteln als auch durch Arbeitseinsätze zu erhalten und zu pflegen. Viel konnte während dieser Zeit geleistet werden, wie etwa 2008 die grundlegende Sanierung oder die Anbringung eines neuen Treppenaufgangs mit Geländer“, ist von Ortsvorsteher Arnd Brändle zu erfahren. Zehn bis 15 Leute hätten sich immer zu Mäh- und Pflegearbeiten zusammengetan, zumeist unter dem führenden Engagement von Jürgen Holder. „Die Burg ist das Wahrzeichen von Hundersingen, deshalb ist es wichtig, sie auch zu erhalten. Es wurde so viel in der Vergangenheit daran gearbeitet und investiert, das darf nicht umsonst gewesen sein“. Findet sich keine Vorstandschaft, muss der Förderverein aufgelöst und sein Vermögen an die Stadt Münsingen abgegeben werden.

Neue Satzung nötig

Doch die Burg braucht die Unterstützung der ganzen Bevölkerung. Deshalb kann sich Brändle vorstellen, den bisherigen Förderverein in den Förderverein Dorfgemeinschaft Hundersingen als Sparte einzubetten, auch wenn das dann zur Folge hat, dass eine neue Satzung aufgelegt werden muss. Auch Maik Tritschler und seine scheidenden Vorstandskollegen sehen die Einbindung des Fördervereins in die Dorfgemeinschaft als eine logische Konsequenz, vor allem aber auch als große Chance: „Das wäre die sauberste Lösung und könnte vielleicht sogar bedeuten, dass sich wieder mehr Hundersinger in die Pflege einbeziehen lassen. Es ist wichtig, dass alle für die Burg an einem Strang ziehen“.

Der Altersdurchschnitt der 93 Mitglieder sei sehr hoch, der Förderverein brauche auch unter dieser Prämisse eine Veränderung und Verjüngung. Laut Tritschler wäre Jürgen Holder als bisher sehr engagierter zweiter Vorsitzender hervorragend als Spartenleiter geeignet: „Er kann sich dann voll auf die Pflege der Burg konzentrieren, ohne den Verwaltungsaufwand betreiben zu müssen“. Ein Anliegen muss laut Brändle für ganz Hundersingen sein, dass das, was in den letzten Jahren mit Veranstaltungen wie am Tag des offenen Denkmals, mit Burghock oder der Teilnahme am Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt wurde, fortgesetzt und zugunsten des Wahrzeichens weiterentwickelt wird. Er könnte sich vorstellen, verstärkt Vorträge über die Entstehung von Burgen und das Leben der Menschen damals anzubieten, darüber hinaus gibt es bereits konkrete Planungen über eine Ausleuchtung der Ruine und den Bau einer Hütte zur Unterbringung von Gerätschaften.

Hat der Förderverein keine Zukunft – sei es als selbständiger Verein oder als Sparte im Förderverein Dorfgemeinschaft Hundersingen – käme alles zum Erliegen. Deshalb findet am morgigen Freitag, 11. Januar, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus eine Informationsveranstaltung statt.