Buttenhausen Flammen lodern hoch über dem Lautertal

Die Buttenhausener feierten am Samstagabend hoch über dem Dorf mit einem großen Feuer die Sonnenwende.
Die Buttenhausener feierten am Samstagabend hoch über dem Dorf mit einem großen Feuer die Sonnenwende. © Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Buttenhausen / Sabine Zeller-Rauscher 25.06.2018

Auch in diesem Jahr zeigte sich der Jugendclub Schützenhaus für das Sonnwendfeuer oberhalb von Buttenhausen verantwortlich. Wenn der längste Tag auf die kürzeste Nacht trifft, wird vielerorts mit dem Sonnwendfeuer ein mittelalterlicher Brauch gepflegt. Seit vielen Jahrzehnten auch in Buttenhausen. Anfangs durch den Albverein, seit zehn Jahren schon durch den Jugendclub Schützenhaus.

Wann genau das Traditionsfest seinen Lauf nahm, konnte weder Ortsvorsteher Rudi Schustereder noch die Herren aus der älteren Generation, die am Samstag gemeinsam überlegten, beantworten. Anfang der 1970-er müsste es gewesen sein, waren sich dann irgendwann die meisten einig. Letztendlich spielte der eigentliche Beginn des Festes am Samstag jedoch keine Rolle.

Wichtig war den mehr als 300 Besuchern nur, dass das glühend heiße Event überhaupt stattfand. Im letzten Jahr musste es aufgrund der Trockenheit abgesagt werden.

„Da würde uns heute doch was fehlen“, sprach eine Besucherin aus Apfelstetten wohl den meisten aus der Seele. Warum? Weil einmal mehr einfach alles gepasst hat. Großen Respekt wurde deshalb dem harten Kern des Clubs, welcher aus rund 15 jungen Menschen zwischen 15 und 30 Jahren besteht, gezollt. Zahlreiche Arbeitsstunden gingen dem Fest voraus. Gespräche mit dem Förster, Holzkauf, Holz sägen im Wald und das gekonnte Aufstapeln der dicken Stämme, galt es im Vorfeld, neben der Organisation von Musik, Getränken und Essen zu erledigen.

„So eine Konstruktion findet man glaube ich in der weiteren Umgebung nicht“, zeigte sich Johannes Mayer, der Kopf des Ganzen stolz. Wie heißt es doch so schön? Besser als der Schreiner kann’s keiner. In Buttenhausen zumindest scheint sich dies zu bewahrheiten. Als Schreiner nahm Mayer natürlich das Aufbauzepter, welches sich am Ende in einer ganz besonderen, äußerst durchdachten Konstruktionsform zeigte, federführend selbst in die Hand.

Einfach herrlich, das Bild, welches sich dann nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Anzünden des Feuers auf dem Berg zeigte. Herrlich auch der Blick von der Lauter aus auf den Berg. Durch die spezielle Konstruktion und den leichten Wind, der mit den Flammen spielte, erinnerte das Feuerbild irgendwie an das Burj Al Arab in Dubai. Und die Temperaturen rund ums Feuer machten aus der eher kühlen eine verdammt gemütliche und mollig warme Nacht. Und weil’s wieder einmal so schön war, überlegen sich die Clubmitglieder schon jetzt, das Fest zweimal im Jahr, also auch bei der Wintersonnwende zu machen. Erfahrungen konnten die Akteure damit schon vergangenes Jahr sammeln, nachdem das Feuer im Sommer wegen Brandgefahr nicht brennen durfte und deshalb im Winter angezündet wurde. Apropos Brandgefahr. Auch wenn in all den Jahrzehnten noch nie etwas passiert ist, standen natürlich die Floriansjünger aus Buttenhausen bereit, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können.

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