Münsingen Finanzminister verspricht Zuschuss für Altes Lager

Münsingen / ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL 15.01.2016
Wenn Wahlkampf und Bürgermeistergeburtstag zusammenfallen, gibt es Geschenke. So wie gestern. Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) sicherte Landesgelder für Projekte im Alte Lager zu.

Einsteigen will das Land jetzt erst mal über "bestehende Förderprogramme des Umweltministeriums", so Dr. Nils Schmid. Die seien eingespielt, über sie lasse es sich "klar und schnell agieren". Denn damit Franz Tress mit seinem Albgut so richtig durchstarten kann, muss die Kanalisation auf Vordermann gebracht werden. Ohne Zuschüsse ist das aber für die Stadt Münsingen kaum zu stemmen. Acht Millionen Euro hat Schmid für diese Arbeiten im Untergrund jetzt in Aussicht gestellt. "Verteilt voraussichtlich auf drei Jahre", sagt der finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Klaus Maier. Fließen wird die erste Tranche wohl im nächsten Jahr. "Der Haushalt 2017", so Maier, "wird zur Zeit vorbereitet".

Sehr zufrieden mit diesem Ergebnis ist natürlich der Wahlkreis-Abgeordnete Klaus Käppeler. Der hat das Gespräch mit Bürgermeister Mike Münzing und eine Führung mit Franz Tress durchs Alte Lager angeregt, vor allem, damit sich der Minister "auch mal vor Ort ein Bild" über das Vorhaben machen konnte. Schmid war durchaus angetan. Zum einen von Münsingen, das dank Konversion "stärker, größer und dynamischer geworden ist". Zum anderen von den Entwicklungen im Alten Lager. Das Projekt sei jetzt interessant fürs Land, da es konkrete Pläne und einen Investor für das Areal gebe. "Wir wollen, dass diese einmalige Rekommunalisierung und die Neunutzung die entsprechende Berücksichtigung findet." Zum Beispiel auch noch über die Denkmalförderung. Aus diesem Topf könnte die Landesregierung noch "Gelder aktivieren", wenn es drangehe, die einzelnen Gebäude zu nutzen, erklärte Schmid.

Weil die teilweise in einem maroden Zustand sind, will Tress jetzt "für Sofortmaßnahmen 1,2 Millionen Euro" in die Hand nehmen, um die Gebäude zu sichern. Ob dieses Jahr noch die ersten Mieter - er ist im Gespräch unter anderem mit Betreibern eines Cafés, einer Kaffeerösterei und den Herstellern von Naturmode - einziehen, ist ungewiss. Klar hingegen ist, dass große (öffentliche) Veranstaltungen stattfinden werden - im ehemaligen Offizierscasino. Mike Münzing, der den Minister über Biosphärengebiet und - zentrum informierte, hat die Räume zum Beispiel für ein Tourismusevent im Auge.

Auf einer Tour durchs Gelände, gab Tress den Politikern einen Überblick über das Konzept (wir haben berichtet). Er betonte, dass das Albgut "kein geschlossenes Terrain" sein soll, sonderen ein Projekt, das "Impulse nach außen geben möchte". Zehn Millionen Euro will er im ersten Bauabschnitt investieren, auch in Wohnungen für Flüchtlinge, "denen ich Arbeit geben möchte", so Tress. Zur Zeit werden Gebäude im vorderen Teil des Alten Lagers als Flüchtlingsunterkunft genutzt. 350 Asylbewerber hat der Landkreis dort untergebracht. Der Vertrag mit Tress läuft im April aus.