Beeindruckende Zahlen präsentierten die Feuerwehren im Landkreis Reutlingen auf ihrer Dienstbesprechung in der Hohensteinhalle: Bei 5593 Einsätzen retteten die überwiegend ehrenamtlichen Rettungskräfte 546 Menschen, wobei dennoch in 66 Fällen jede Hilfe zu spät kam. 4406 Einsätze entfielen dabei auf die kommunalen Feuerwehren, hinzu kamen die Einsätze der Werkfeuerwehren, welche bei den Firmen Bosch und Sika sowie am Zentrum für Psychiatrie in Zwiefalten vorgehalten werden. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Einsatzzahl bei den Gemeindefeuerwehren um 18 Prozent an.

Zahl der Aktiven steigt

Die Basis stimmt: 3113 Angehörige stehen den Feuerwehren im Landkreis in den Einsatzabteilungen zur Verfügung, wobei die Zahl der Aktiven seit Jahren steigt – wenn auch im vergangenen Jahr nur leicht um vier Feuerwehrangehörige. Bei acht Grundausbildungslehrgängen konnten im vergangenen Jahr 183 neue Feuerwehrleute geschult werden, sodass Kreisbrandmeister Wolfram Auch von einer „gesunden Altersstruktur“ bei den Feuerwehren im Kreis sprechen konnte. Mit fast 500 Feuerwehrleuten ist die Reutlinger Wehr die größte im Kreis, gefolgt von der Freiwilligen Feuerwehr Münsingen mit 328 Aktiven. Auf 152 Feuerwehrleute kann die Wehr in der Stadt Trochtelfingen bauen.

Kreisbrandmeister Auch zeigte sich zufrieden mit dem Ausbildungsstand und der technischen Ausrüstungen der Feuerwehren. So absolvierten im vergangenen Jahr fast 100 Feuerwehrleute Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal, im Landkreis wurde unter anderem ein Lehrgang zur technischen Rettung aus Lkw-Kabinen durchgeführt. Sechs neue Löschfahrzeuge wurden in Dienst gestellt, in Pfullingen eine neue Containerhalle gebaut.

Fortbildungen und Modernisierungen, die aber auch notwendig sind. „Wir werden uns durch den Klimawandel auf mehr Extremwetterlagen einstellen müssen“, nannte Auch ein Beispiel. Bis zu 64 Meter hohe Hochhäuser, wie das „Stuttgarter Tor“ in Reutlingen, oder große Tiefgaragen und Tunnel würden die Feuerwehren vor neue Herausforderungen stellen, ebenso wie die Einführung des Digitalfunkes, die bis zum Jahr 2022 abgeschlossen werden soll. Eine neue Aufgabe kommt mit dem Betrieb einer sogenannten „Notfallstation“ auf die Feuerwehren zu – diese gehört zum Einsatzkonzept im Rahmen eines kerntechnischen Unfalls.

Das könnte dich auch interessieren:

Reutlingen

Zwei Neugründungen bei der Jugendfeuerwehr


Ehrungen Mit der Ehrennadel in Gold der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, der höchsten Landesehrung im Bereich der Nachwuchsarbeit bei den Feuerwehren, wurden Stefan Dechert, Barbara Eisele und Jörg Stockburger ausgezeichnet. Dechert ist seit 1995 Leiter der Jugendfeuerwehr Grabenstetten, gründete dort 2015 eine Kinderfeuerwehrgruppe und ist zudem seit 2012 stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart. Eisele leitet seit 2002 die Jugendfeuerwehr in Trochtelfingen und ist seit 2006 als Kassiererin auf Kreisebene tätig. Von 2007 bis 2012 engagierte sie sich als stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin. Stockburger ist Leiter der Jugendfeuerwher in Pfullingen und auf Kreisebene seit zwölf Jahren als Fachgebietsleiter für Wettbewerbe der Jugendfeuerwehr zuständig.

Zahlen Insgesamt werden in den Jugend- und Kinderfeuerwehren derzeit 809 Mitglieder an die Feuerwehrarbeit herangeführt. Im vergangenen Jahr wurden in Pliezhausen und Waldorfhäslach neue Jugendfeuerwehrgruppen gegründet. ath