Münsingen Festival begeistert über drei Tage

Münsingen / Sabine Zeller-Rauscher 03.09.2018

Ok, im oft alternativ eingestellten Tübingen wären die meisten der Festivalbesucher kaum aufgefallen, auf der Alb hingegen wirkten sie zum Teil schon so, als kämen sie irgendwie von einer etwas anderen, ganz eigenen Welt. So mancher Älbler, der vor lauter Naseweis ums Festivalgelände auf dem Schachen schlich, war möglicherweise dazu geneigt, die tanzfreudigen Besucher in die Schublade „abgefahrene Freaks, die jedoch niemandem etwas tun“, zu stecken. Sicherlich treffend. Denn das ganze Festival zeigte sich als gigantisches Miteinander, was bereits beim Aufbau zum Ausdruck kam, wie Toni Kloker, der Schachen-Platzwart lobend bestätigte. „Phänomenal, was Connect, in Zusammenarbeit mit verschiedensten Kollektiven in den Schachenwald gebaut hat“. Zahlreiche Inseln, die trotz schnellen Beats zum Entschleunigen inmitten der Natur einluden. Auf dem Wesensplatz boten sich den Gästen Ruheinseln und Raum für entspannende Aktivitäten, ganz viel Tanz, Yoga, Bodypainting, Massage und Bauchtanz.

Müll fand man auf dem ganzen Festivalgelände so gut wie keinen. Gut genutzte Mülltrennstationen sowie Komposttoiletten an allen Ecken und Enden, die immer wieder den Respekt für die Natur zum Ausdruck brachten. Auf dem Festivalplan war ausdrücklich vermerkt, dass auf dem Festivalgelände keinerlei Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Identität, Hautfarbe, Religion… oder politischer Anschauung geduldet wird. Ein durch und durch durchdachtes, Gemeinschaft förderndes Konzept, das sich trotz eher mäßigen Witterungsverhältnissen, richtig positiv in den begeisterten Festivalbesuchern widerspiegelte.

Egal ob im Eulennest, bei Fuchs & Hase, bei Bambule, bei den Waldtraut Lichtern oder auf der Klimperwiese. Auf allen fünf Waldbodenfloors dröhnte es während der drei Festivaltage aus den Megaboxen. Nachts verwandelten verschiedenste Lichtinstallationen den Wald in einen leuchtenden Märchenwald. Wer mal nicht weiter wusste oder seine Zahnbürste vergessen hatte, fand am Infopunkt „Quelle der Weisheit“ Hilfe.

Pressesprecherin Kati Trinkner zeigte sich begeistert vom Verhalten der Gäste und vom Festivalgelände, das perfekt ins Connect-Konzept passte. 500 Tickets wurden bereits im Vorverkauf verkauft, hinzu kamen zahlreiche Kurzentschlossene und die rund 500 Helfer, die für einen genialen Festivalablauf sorgten. Allein 101 DJs gaben den Ton an. Weiter legten unter anderem Schreiner und Zimmermänner Hand und Herz an, um dem Festivalgelände, das ganz eigene, ganz persönliche Gesicht, das Frieden und Zusammenhalt ausstrahlte, zu geben. Toni Kloker hofft jetzt, dass auch beim Abbau alles so reibungslos funktioniert, wie beim Aufbau. Nach seinen ersten Erfahrungen beim Aufbau, blickt er dem Ganzen jedoch positiv entgegen.

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