Hayingen Fest zum Burgjubiläum

Hayingen / Von Maria Bloching 17.06.2018

Der Besucheransturm war enorm, und die Derneck-Freunde hatten alle Hände voll zu tun, um ihre vielen Gäste zu verköstigen. Doch sie können zupacken, das haben sie in den letzten 50 Jahren mehr als nur einmal bewiesen. Immerhin sind sie alle mit dem „Derneck-Virus“ infiziert, wie bei der offiziellen Feier öfters betont wurde. Dieser ist der Motor für das große ehrenamtliche Engagement, das in all den Jahrzehnten dazu beitrug, dass Wanderheim und Burg zu einem Anziehungspunkt für Wanderer, Radfahrer, Familien und Vereine wurden und sich noch stetig weiterentwickeln konnten.

„50 Jahre ehrenamtliche Arbeit, Aufbau, Erhalt, Bewirtung, Putzen und Organisieren“, brachte es Bundestagsabgeordneter Michael Donth (CDU) auf den Punkt. Für ihn stellt die Burg Derneck mit ihrer einzigartigen Lage im Lautertal den „perfekten Ausgangspunkt für Erholungssuchende, Naturliebhaber und Kulturfreunde“ dar.

Das Wanderheim war und ist bis heute ein beliebtes Übernachtungs- und Wanderziel mit rund 5000 Übernachtungen pro Jahr und 250 000 Übernachtungen während der vergangenen 50 Jahre. Deshalb spielt es für den Tourismus in der Region und in der Stadt Hayingen laut Bürgermeister Kevin Dorner eine wesentliche Rolle. Der Motor hierfür seien all die Herzen der Ehrenamtlichen, die für Burg Derneck schlagen, und der Virus, von dem man sich gern anstecken lasse. „Die Anlage wird wohl auch das herausragende Highlight unseres Premiumwanderweges und ist eine feste Größe, wenn es ums Wandern geht“, so Dorner.

Albvereinspräsident Hans-Ulrich Rauchfuß erinnerte an Degenhart von Gundelfingen, der um 1340 die Burg erbaute sowie an die folgenden Jahrhunderte, in denen ein reger Besitzerwechsel stattfand, bis sich schließlich der Schwäbische Albverein dieser „Perle der Heimat“ angenommen hat. Zu verdanken war dies Günther Hecht, der bei einer Wanderung zufällig den Wert dieses recht verkommenen Schmuckstücks erkannte und sich für den Erhalt viele Jahre einsetzte.

Landrat Thomas Reumann würdigte die Verdienste des Ehrenpräsidenten, der sich auch außerhalb des Schwäbischen Albvereins stets in vielen Bereichen aktiv eingesetzt hat und zeichnete ihn mit der Medaille des Landkreises Reutlingen aus.

Die Burg Derneck mit ihrem Wanderheim sei „gelebter Denkmalschutz“. Mit viel Engagement und Geld, Ideen und Arbeitskraft hätten sich Menschen in den vergangenen 50 Jahren dafür eingesetzt. Das Ensemble stehe deshalb für Mut, Kreativität, soziales Engagement, Herzblut und Ehrenamt. „Vielleicht auch deshalb, weil der Schwäbische Albverein mit einem Selbstverständnis in besonderem Maße soziale Verantwortung übernimmt“, lobte Reumann. Er dankte allen, die an dieser Stelle so tolle Arbeit geleistet haben, ohne dabei im Stillstand zu verharren. „Denkmale können wir nur erhalten, wenn sie einer vernünftigen Nutzung zugeführt und dauerhaft betrieben werden“.

Das ist auch Hans Heiss, Vorsitzender des Betreuungsvereins, und seinen Derneckfreunden zu verdanken. „Sie machen eine tolle Arbeit“, lobte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Wilhelm Röhm und sein Kollege von der FDP, Andreas Glück, brach eine Lanze für das Ehrenamt: „Dort wo es viel Ehrenamt gibt ist die Gesellschaft erfolgreich“, meinte er. Anders könne man es sich nicht leisten, eine solche Anlage so erfolgreich aufrechtzuerhalten. „Und das im schönsten Teil des Landkreises. Reutlingen tut also gut daran, wenn es erkennt, dass sie diesen Teil nicht verlieren will“.

Bereits zum Gottesdienst am Vormittag hatten sich viele Wanderer  Derneck zum Ziel gesetzt. Die Stadtkapelle Hayingen spielte zu Frühschoppen und Mittagessen auf, am Nachmittag gab es Alphorngaudi mit den Gebrüdern Bader aus Grafenberg. Mittelaltergruppen verliehen der Veranstaltung im alten Gemäuern ein historisches Flair. Pünktlich zum Start des offiziellen Teils konnte auch die zwölfköpfige Wandergruppe begrüßt werden, die unter der Leitung der Ortsgruppe Hayingen 36 Kilometer von Laichingen her in sieben Stunden zurück gelegt hatte.

Darüber hinaus wurde von Hans Heiss und Hans-Ulrich Rauchfuß die Fritz-Wolf-Gedächtnisbank eingeweiht. Sie soll an den Burgvogt der Anfangszeit Fritz Wolf erinnern, der einst anmerkte: „Für uns alle gab es immer viel Arbeit, aber rückblickend darf man doch sagen, es waren schöne und erlebnisreiche Jahre. Ich persönlich bin glücklich darüber, dass ich meinen Teil beitragen konnte“.

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