Hobby Feldtage des Ortsverbandes Donau-Bussen im Deutschen Amateur-Radio-Club

Bei den Feldtagen nahe Upflamör durfte nach Herzenslust Amateurfunk betrieben werden.
Bei den Feldtagen nahe Upflamör durfte nach Herzenslust Amateurfunk betrieben werden. © Foto: Maria Bloching
Maria Bloching 28.08.2018

Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Ortsverbandes Donau-Bussen im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) am Ortsrand von Upflamör und laden zu diesen sogenannten „Feldtagen“ überregional Amateurfunker ein. „Der Standort ist aufgrund der Höhenlage ideal. Je höher, desto besser“, war vom Vorsitzenden Berno Gilgen zu erfahren.

Bereits am Freitag bot der Ortsverband im Rahmen des Ferienprogramms der Kolpingfamilie Zwiefalten Kindern die Gelegenheit, in den Amateurfunk hinein zu schnuppern und sich bei einem Peilwettbewerb – ausgestattet mit Karte und Funkgerät – auf die Suche nach Sendern zu machen. Die Amateurfunker waren mit ganzem Equipment angereist und konnten sogar Besucher vom Bodensee und aus dem Schwarzwald begrüßen.

Sie alle verbindet die gleiche Leidenschaft: der Amateurfunk. Er ist für sie alle auch in Handy- und Internetzeiten ein äußerst vielfältiges Hobby, das ihnen die Kommunikation mit Menschen in der ganzen Welt ermöglicht. Die einen pflegen die Telegrafie und den Sprechfunk, andere befassen sich mit digitalen Betriebsarten ähnlich dem Internet. Und dann gibt es noch die Möglichkeit, Fernsehsender zu betreiben und sich so zu unterhalten, als würden sie sich persönlich gegenübersitzen.

„Die Digitalisierung macht auch vor uns Amateurfunkern nicht halt“, informierte Gilgen. Dennoch lieben sie es, ihre komplette Funkstation samt Antenne auf dem Feld aufzubauen und ihre Nachrichten via Funk in die Welt zu schicken. „Man sucht sich eine Frequenz aus und startet einen allgemeinen Anruf oder man hört einfach mal, ob jemand eine Verbindung sucht“, berichtete Klaus Singer, der sich kein schöneres Hobby vorstellen kann, ist es doch „völkerverständigend und völkerverbindend“.

Ganz gleich, ob man mit jemand aus Neuseeland, aus Indien, der Türkei, aus China, Rumänien oder Deutschland spricht: „Man unterhält sich über alles Mögliche, nur nicht über Politik und Religion“. Denn diese beiden Themen sind grundsätzlich tabu.

Die Mitglieder des Ortsverbandes Donau-Bussen im Deutschen Amateur-Radio-Club besitzen eine Lizenz, sie können sich selber ihre Geräte zusammen bauen und haben sich mit der amtlichen Amateurfunkgenehmigung ein Rufzeichen erworben, das es nur einmal auf der Welt gibt. „Jeder, der ein Kurzwellenradio besitzt, kann bei uns mithören. Wir verschlüsseln nichts“, betonten Gilgen und Singer. Wie so viele andere sind auch sie äußerst technikaffin und betreiben ihr Hobby sowohl von Zuhause aus wie auch im Verein. Einmal im Monat treffen sie sich, sie nehmen an Wettbewerben teil und versuchen dabei, soviel Funkverbindungen so weit wie möglich herzustellen. „Dadurch sind schon viele Freundschaften in der ganzen Welt entstanden“.

Freundschaften entstehen

Und es gibt auch festgelegte Zeiten unter den Funkern, zu denen man sich zum Plausch über ganz Deutschland hinweg verteilt trifft. Der Funkbetrieb findet auf Kurzwelle, UKW und über Satelliten statt. Mit einem dünnen Antennendraht im Garten können die Amateurfunker bei Funkverbindungen sowohl ihre geografischen wie auch ihre sprachlichen Kenntnisse vertiefen. So sind Funkamateure aus Japan oder den USA „gleich um die Ecke“.

Weltweit nehmen rund 2,5 Millionen Menschen am Funkdienst teil, in Deutschland gibt es über 65 000 Funkamateure. Mit ihren Antennen können sie weit entfernte und schwache Signale auffangen, was insbesondere bei Notsituationen wie Erdbeben, Lawinenunglücken oder Überschwemmungen sehr hilfreich sein kann, wenn alle anderen Kommunikationsmittel ausgefallen sind.

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