Irgendwie wird es passieren, irgendwann auch funktionieren – bei der Feuerwehr, sangen die Sweet Sixties. Beim 29. Zunftball der Pfronstetter Narrenzunft „Schäf“ gab es viel zu lachen. Mit einem gut dreieinhalbstündigen Programm unterhielten die über 130 Akteure die Gäste in der voll besetzten Albhalle. Dabei wurde so manches Pfronstetter Malheur des vergangenen Jahres aus den Schubladen gekramt – besungen, gereimt oder als Bildershow präsentiert. Die Pfronstetter können nicht nur ordentlich feiern, sondern auch über sich selbst lachen. Zudem bewiesen sie viel Phantasie mit ideenreichen Tänzen und liebevoll gebastelten Kostümen.

„Viele konntet nicht wissen, ihr habt noch in die Hosen g‘schissen“, reimte Zunftmeister Kurt Geiger die 30jährige Vereinsgeschichte und später auch so manch andere Begebenheit des letzten Jahres. Auch Assistentin „Becky“, Rebecca Schmid, mischte nach Babypause wieder kräftig mit. Zu Beginn heizten die Schalmeien ordentlich ein, bevor die Bühne traditionell im ersten Teil des dem närrischen Nachwuchs vorbehalten ist. „Das ist der Schlüssel für unsere Zukunft“, freute sich der Zunftmeister.

Die „Funky Zombis“ rockten zu Beginn den Saal mit ihrem flotten Tanz, tollen Kostümen und Masken sowie gewagten Hebungen. „Das Gedudel wird ja immer lauter“, hieß es im Anschluss. Bei „die 90 er“ ging es um einem unterhaltsamen Generationenstreit zwischen Vater und Tochter im Spannungsfeld zwischen Backstreet Boys und Wildecker Herzbuben. Doch bei Helene Fischer waren sich die beiden wieder einig. Egal ob Wiederholungsphobie, eine vor Entschuldigungen oder peinlichen Pausen, jeder im Stuhlkries fand einen Fettnapf, in den er hineintreten konnte.

Bereits das vierte Mal beim Zunftball traten die „Glitzerflitzer“ auf. Die 13 Mädels präsentierten eine fetzige Show zum Abtanzen und brachten Partystimmung in den Saal. Die Kettenacker Gäste Emma und Otto hatten bei ihrem Schwatz um frische Socken ein Geruchsproblem: „Klar, guck doch“, so Ottos prompte Antwort. „Ich habe die alten in der Hosentasche.“ Mit „Young & powerful“ oder wie Kurt Geiger auf gut schwäbisch übersetzt: „Jung und Pfeffer im Arsch“, schickten die zwölf Tanzmädels das Publikum in die Pause.

In diesem Jahr gastierte die Jugendgarde der Narrenzunft Steinhilben in Pfronstetten. Mit ihrem zackigen Gardetanz begeisterten sie die Zuschauer ebenso, wie bei ihrem maritimen Showtanz, bei dem sie die Pfronstetter zum Beginn der zweiten Hälfte auf „Auf hohe See“ mitnahmen.

„Wir sind wieder da, endlich wieder da, wie im letzten Jahr“, sangen die Sweet Sixties um Inge Renner, die so manche Begebenheit wieder mit spitzem Stift zusammengestellt hatte. Den sechs Damen entging auch in diesem Jahr kein Missgeschick: von Teufel-Reisen, über Josef Heinzelmanns doppelten Hemdenkauf, Schrodes falschen Hasen bis zur nicht funktionierenden Sirene in Geisingen und Huldstetten – alles liebevoll gereimt und ideenreich musikalisch umgesetzt – bekam so mancher sein Fett weg. Am Ende zeigten die sechs Grazien mit ihrer Gitarre, dass sich auch selbst ordentlich auf die Schippe nehmen können.

Für die Partyherde wird es langsam eng, selbst auf der großen Bühne. Bei wilden Tänzen und hohen Pyramiden wurde es ganz schön heiß unter dem Häß. Das „Schachtelballett“ – immer noch nicht bemannt – gab wieder so manchen Seitenhieb auf das eine oder andere Objekt der Begierde. „Die Sucherei ist am End, wir sind im Trend“, so das Fazit um die schreiend komisch kostümierten Mannen um Corinna Rudolf. Wer braucht denn heute noch einen Mann.

„Überleget auch gut, was in diesem Jahr so alles war“, ermahnte Kurt Geiger, der gemeinsam mit Sportreporterkollegen Michael Gulde so manchen Pfronstetter Lapsus in seiner Bildershow aufdeckte: verschlafene Wahlhelfer in Geisingen, die Forderung nach einem Senioren-Latz: „Bei Kartoffelsalat und Soß geht bei Pfronstetter Senioren nix auf die Hos.“, oder dem Handtaschenweitwurf bei der Starkbierhockete. Den furiosen Abschluss bildete das legendäre Männerballett Hugeis – „Mädels gegen Jungs“ die zum 22. Mal auftraten. Beim Finale war die Bühne noch einmal voll, bevor die Pfronstetter Narren bis in die Morgenstunden weiter feierten.