„Uns geht es darum das Leben der Menschen von damals erlebbar zu machen“, brachte es Heinz Besch auf den Punkt, was ihn und Bruder Klaus Besch seit über 60 Jahren bei ihrer leidenschaftlichen Forschungsarbeit antreibt. Auf Einladung des Münsinger FDP-Vorsitzenden Helmut Kaden ließen sich die Teilnehmer den Einblick in die private Fundsammlung der Gebrüder Besch aus Gomadingen nicht entgehen. Bereits zum 81. Mal besuchten die Freien Demokraten ein interessantes Unternehmen oder eine Einrichtung in der Region.

„Wir haben hier rund 5000 Jahre Gomadinger Vor- und Frühgeschichte zusammengetragen“, erklärte Heinz Besch mit Blick auf die zahlreichen Fundstücke. Schon seit ihrer Kindheit erforschen die Brüder in ihrer Freizeit die Gegend in und um ihren Heimatort. Dabei haben sie zahlreiche Gegenstände vor allem aus der Römerzeit entdeckt. Um bloße Gegenstände in Vitrinen sei es aber nie gegangen, machte Klaus Besch deutlich. „Die wirklich spannenden Fragen sind doch: Wie kommen die Sachen hierher? Was für Menschen haben sie benutzt? Wie hat das Leben dieser Menschen ausgesehen?“, sagt Heinz Besch zu den Gästen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucher von den zahlreichen Luftaufnahmen, auf denen sich die Spuren der römischen Besiedlung deutlich erkennen lassen. Bereits lange bevor sich die Brüder Besch auf die Suche machten wurde vermutet, dass die alten Römer in Gomadingen gelebt hatten. Einzig der systematische wissenschaftliche Beweis fehlte. Im Jahr 1977 kam den geschichtsbegeisterten Brüdern mit der Luftbildtechnik eine neue Forschungsmethode zu Hilfe. „Nichts ist so dauerhaft wie ein Loch im Boden. Die Spuren der alten Anlagen ließen sich aus dem Flugzeug ganz klar auf den Äckern und Getreidefeldern ablesen“, berichtete Klaus Besch.

Nachdem der Durchbruch geschafft war, wurden die Überreste eines großen römischen Kastells, also eines Militärlagers, sowie einer römischen Siedlung mit Straßen und einer  Tempelanlage inklusive Brandgräbern gefunden. „Mit rund drei Hektar stand hier in Gomadingen eine riesige Anlage“,  erklärten die Brüder. Zudem war das Lager militärisch besonders wichtig. Es lag in der Mitte, jeweils einen Tagesmarsch entfernt, zwischen den anderen beiden Kastellen in der Region, Donnstetten und Burladingen.