Münsingen Fauserhöhe: Märchenhaftes Reitspektakel

Auf dem "Reitzeit"Hof wurde am Sonntag das Märchen "Prinzessin Rosentau" aufgeführt. Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Auf dem "Reitzeit"Hof wurde am Sonntag das Märchen "Prinzessin Rosentau" aufgeführt. Foto: Sabine Zeller-Rauscher
SABINE ZELLER-RAUSCHER 26.06.2012
"Prinzessin Rosentau" zog am Sonntag zahlreiche Besucher zum 19. Pferdespektakel auf den "Reitzeit"-Hof, der vor einigen Jahren von Upfingen auf die Fauserhöhe umgezogen ist.

Weitläufige Pferdekoppeln, Streuobstwiesen und eine angenehme Stille sorgen auf der Fauserhöhe, nur gut einen Kilometer vom Münsinger Stadtzentrum entfernt für pures Erholungsflair. Einmal im Jahr, beim Pferdespektakel, wirds dann noch so richtig märchenhaft, auch wenn sich dann auf einmal so viele Menschen tummeln wie sonst übers ganze Jahr verteilt.

Am Sonntag war es wieder soweit. Das gerittene Märchen um Prinzessin Rosentau und den Meisterdieb Septimus ließ die Herzen der vielen Pferdefreunde höher schlagen. Zahlreiche Laienschauspieler mit und ohne Handicap trugen auf dem Rücken der Pferde in bewegten Schaubildern das Märchen aus der Feder von Christiane Kazik vor.

Seit drei Jahren schon denkt sich die Hobbyautorin, die ihr Pferd Eddy auf dem Reitzeit-Hof untergebracht hat, eigens fürs Pferdespektakel jeweils ein neues Märchen aus. In dem Stück "Prinzessin Rosentau" entdeckten die aufmerksamen Zuschauer einige Parallelen zu Dornröschen, Rumpelstilzchen und sonstigen Märchen der Gebrüder Grimm.

In langen Winterabenden, kurz vor Weihnachten hat sich Christiane Kazik das Stück, in dem sich die Prinzessin in den Meisterdieb Septimus verliebt, ausgedacht. Vögel, eingesperrt in goldenen Käfigen, und Pferde in goldenen Boxen. Nichts für Septimus, der die Tiere kurzerhand befreite. Die Pferde wälzten sich vor lauter Freude auf dem Boden und tobten freiheitsliebend umher.

So wollte Prinzessin Rosentau auch leben, frei wie ein Vogel. Sie verliebte sich in den Meisterdieb, der in Wirklichkeit ein gutes Herz in sich trug. Schade eigentlich, dass es wohl bei der Uraufführung bleiben wird. "Zweimal haben wir noch nie ein Stück gespielt", so die Autorin. Christiane Kazik betonte, dass auch auf dem Reitzeit-Hof von Eva Baumann die Pferde nicht in Boxen stehen würden, sondern in unterschiedlichen Gruppen, teils mit 50 bis 65 Tieren laufen können, um artgerechte Pferdehaltung zu gewährleisten. Das "Wir-Gefühl" würde auf dem Hof auf der Fauserhöhe mit 143 Reitern ganz groß geschrieben. Demonstriert wurde dies bei der Aufführung deutlich. Behinderte und Nichtbehinderte, gute Reiter und Anfänger, Kinder und Erwachsene bildeten beim Stück und den vielen Pferden ein Team, welches klar zum Ausdruck brachte: "Wir gehören zusammen, wir haben die gleichen Interessen und wir lieben Pferde". Interessantes gab es bei der Hofrallye zu entdecken und das Ponyreiten stand bei den kleinsten Pferdefreunden natürlich an oberster Stelle.