Konkurrenzlose Ziele auskundschaften, Varianten mit Wanderführern vorhalten, schmale Wanderwege mit Anspruch einbauen, Plätze zum Einkehren reservieren und gutes Wetter bestellen: das waren einst die wichtigsten Punkte für eine gelungene Wanderung beim Schwäbischen Albverein. Die Corona-Pandemie hat auch hier die Welt auf den Kopf gestellt. Nun heißt es: möglichst ums Städtle bleiben, breite Wege ohne Enge aussuchen, Kontaktlosigkeit planen, Hygienekonzept schreiben und genehmigen lassen, Inzidenzen und Verordnungen beobachten, Anmeldedaten erfassen und Teilnehmer vorab instruieren. Keine leichte Aufgabe. An Ostern stellte sich der Albverein Hayingen dennoch dieser Herausforderung.

Hoffen auf Genehmigung

Mit der kleinen Chance, eine Familienrallye durchführen zu können, wurde eine „Veranstaltung“ bewusst gemieden. Geführte Wanderung? Ist es keine. Genau das sollte der Unterschied sein beim Start des Familienprogramms mit der Osterhasenrallye (am Palmsonntag). „Das weinende Auge war: Für den Aufbau einer Familiengruppe, also auch deren gegenseitiges Kennenlernen, durften die Familien einander nicht treffen, zumal die „Notbremse“ mit der Regelung „eine Familie (Haushalt) und eine weitere Person“ absehbar war“, heißt es in einem Bericht des Albvereins. Nach kurzer Erörterung mit der Ortspolizeibehörde, Hayingens Bürgermeister Kevin Dorner, sowie Durchsicht des Hygienekonzeptes konnte die Rallye genehmigt werden.
Tatsächlich wollten neun Familien mit 40 Personen einfach mal wieder was anderes erleben und meldeten sich zur eineinhalbstündigen Runde auf der Hochfläche beim Hayinger Segelflugplatz an. Im 20-Minuten-Takt schickten die Hayinger Albvereinler die Familien mit einem großen Umschlag unterm Albvereins-Sonnenschirm kontaktfrei auf die Strecke. „Hasi Oster“ freute sich im Begrüßungsbrief über ihre Teilnahme und erläuterte, dass an sechs Stationen Aufgaben und Rätsel zu lösen seien und am Ende, wenn sie je zurückfänden, für jedes Kind ein Osternest zu finden sei. Konzeption und Vorbereitung dieser Rallye und ihre Corona-Anpassung stammten von Kirsten Klahold, einer pädagogischen Mitarbeiterin des Schwäbischen Albvereins.
Gut gelaunt ging es beim Schokoeierschätzen los. Mit der Tourenskizze aus dem Umschlag fand man das Albvereinspflegegrundstück „Hegener Bäumle“, auf dem die ersten Rätsel warteten. Der Streckenposten „An der Birke“ musste nicht eingreifen, die Abstände passten.
Durch die Ammentalsenke ging es – teilweise mit Kinderwagen – weiter und hoch zum weiten Blick ins Digelfeld. Am Flugplatz konnten die Familien im Lösungsumschlag selbst nach den Musterantworten sehen, ehe die Kinder auf dem Spielplatz ihre Osternester suchen durften (die immer erst just-in-time von den Albvereinshelfern versteckt werden konnten).
Mit neuen Eindrücken schlenderten die Grüppchen zum nahen Ausgangspunkt zurück, wo sie die nächsten Starter zwar sehen, aber nicht kontaktieren konnten…Corona bleibt also weiter präsent – auch wenn der Albverein bereits die nächste Aktion plant (siehe Infokasten).

Ausfahrt zum Muttertag und Bachwanderung


Warum haben sich die Albvereinler das Wanderführersein zur Passion gemacht? Diese Frage beantwortet der Albverein Hayingen auch in der Pandemie ganz eindeutig: „Weil wir irgendwann wieder wie zuvor den Leuten ohne Einschränkung das zeigen wollen, was uns selbst schön, bemerkenswert, entspannend, auch mal aufregend erscheint.“ Dazu soll für die Familien Gelegenheit sein bei der Zugausfahrt im Rahmen einer Ortsgruppenfahrt nach Augsburg am Muttertag 9. Mai, oder spätestens bei der Familien-Bachwanderung am 27. Juni – sofern die Corona-Verordnungen bis dahin solche Touren erlauben. Interessierte Familien können bis dahin per E-Mail Kontakt zum Albverein aufnehmen: sav.hayingen@gmx.de. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter  https://hayingen.albverein.eu/