Münsingen Fachkräftemangel entgegenwirken

Im Kurs „Sicher experimentieren im Chemielabor“ führen die  Kinder erste Experimente durch.
Im Kurs „Sicher experimentieren im Chemielabor“ führen die  Kinder erste Experimente durch. © Foto: Steinhilber/Universität Tübingen
Münsingen / swp 01.08.2018

Individuelle Förderung muss auch leistungsstarken und potentiell leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern zugute kommen, um ihnen einen bestmöglichen Lern- und Bildungserfolg zu ermöglichen.

Einen ungewöhnlichen Weg, um das Förderangebot für besonders begabte und hochbegabte Grundschulkinder zu erweitern und auszubauen, gingen nun die zweite Geschäftsführerin der Hector Kinderakademie Hülben-Münsingen, Uthe Scheckel und Münsingens Bürgermeister Mike Münzing. Die Gemeinde hat rund 630 Unternehmen der Wirtschaftsregion Schwäbische Alb angeschrieben und um Kooperationspartner geworben.

In dem Brief fordert Bürgermeister Mike Münzing die Unternehmer dazu auf, selbst tätig zu werden, um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken und Kurse für zukünftige Experten anzubieten.

Bereits seit sechs Jahren können besonders begabte und hochbegabte Grundschülerinnen und Grundschüler an den Kursen der Hector Kinderakademie Hülben-Münsingen teilnehmen. Der Schwerpunkt des außerschulischen Angebots liegt auf den sogenannten MINT-Fächern, das sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

So gibt es beispielsweise einen Kurs, der die Kinder auf die landesweite Mathematik-Olympiade vorbereitet, den Kurs „Kleine Forscher – Wir arbeiten wie Wissenschaftler“, der das Wissenschaftsverständnis der Kinder fördert oder Kurse, in denen einfache chemische, biologische und physikalische Experimente durchgeführt werden. „Die ersten Unternehmen und Institutionen haben sich bereits gemeldet und Interesse bekundet“, so Uthe Scheckel, die über die Möglichkeiten und das Angebot informiert.

Die Kurse finden außerhalb des regulären Schulunterrichts nachmittags oder am Wochenende statt und können in der Astrid-Lindgren-Schule, in einem öffentlichen Raum oder auch im Betrieb gehalten werden. Sie sollten zwölf Unterrichtseinheiten à 45 Minuten umfassen.

Neben individuellen Kursangeboten gibt es eine Reihe von Kursen, die an jeder Hector Kinderakademie angeboten werden. Mit einer Schulung und Handbüchern werden die zukünftigen Leiterinnen und Leiter dieser Kurse auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Zu den Hector Kinderakademien

Die Hector Kinderakademien bieten an 66 Standorten in Baden-Württemberg Kurse für begabte und hochbegabte Grundschulkinder zusätzlich zum regulären Schulunterricht an. Das Angebot geht weit über den normalen Unterrichtsstoff hinaus und deckt ein breites und vielfältiges Spektrum an Themen mit Schwerpunkt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ab.

Rund 22 400 Kinder haben im Schuljahr 2016/17 die Kurse besucht.

Das Angebot wird von der Hector Stiftung II finanziert, vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg unterstützt und vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen sowie dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) wissenschaftlich begleitet.

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