Wald Eschen bringen gutes Geld

Obwohl das Eschentriebssterben nicht aufzuhalten ist, geht es dem Münsinger Stadtwald gut.
Obwohl das Eschentriebssterben nicht aufzuhalten ist, geht es dem Münsinger Stadtwald gut. © Foto: Archiv/Thomas Kiehl
Münsingen / Von Ulrike Bührer-Zöfel 14.12.2016

Das Eschentriebsterben macht den Förstern zu schaffen.  Die Bäume werden dürr, abbrechende Äste gefährden Spaziergänger, an den  Straßen den Verkehr.   Im Münsinger Stadtwald  verschob sich deshalb  2015 die  Holzernte: Es wurde mehr Laubholz (885 Festmeter) als Nadelholz (5144 Festmeter) geschlagen. Insgesamt, so  Forstdirektor Alfred Krebs in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, habe man 14 029  Festmeter geschlagen, eine „Punktlandung“  bei geplanten 13 800 Festmetern. Zumal man bedenken müsse, dass  davon 40 Prozent  „zufällige Nutzung“, also nicht geplant,  gewesen seien, eben durch das notwendige Fällen der Eschen. Auch im laufenden Jahr  habe man bereits wieder 4000 Festmeter Eschen geerntet.

Schwerpunkt Neupflanzungen

Wie es denn um den Eschenbestand jetzt bestellt sei, wollte SPD-Stadträtin Birgit Hartwig wissen.   Junge Eschen, bis  50 Jahre, gebe es fast keine mehr,   Einzelbäume seien aber stehengeblieben: zum einen die, die den  Förstern „einigermaßen gesund erschienen sind“,  zum anderen die, „an die wir gar nicht rankommen“.  „Die Verkehrssicherung haben wir geleistet“, so Krebs.  Er geht davon aus, dass „plus-minus fünf Prozent“ der Eschen resistent  sind gegen den  Hallimasch-Pilz, der die Wurzeln angreift, und gegen das  Falsche Weiße Stengelbecherchen, das die Wipfel schädigt. Was Förster und Stadtverwaltung freut: „Das Eschenholz ist immer noch gut verkäuflich“, erklärte Krebs.

Jedenfalls kann die Stadt  Münsingen  aus  der Waldwaldwirtschaft 2015  insgesamt 181 612 Euro aufs Konto buchen, so den  Gemeindehaushalt verbessern.

Auch mit dem vorgesehenen Einschlag von  13 600 Festmetern, 6910 Nadel- und 7410 Laubholz im kommenden Jahr liegt man  im Zehnjahresplan. Der Überschuss aus dem Münsinger Stadtwald ist mit 221 200 Euro angesetzt. Die höchsten Ausgaben schlagen  mit  255 000 Euro für  Holzernte und Schlagpflege   sowie mit 101 200 Euro für  Forstverwaltungskosten und Wirtschaftsverwaltung zu Buche. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit setzen die Förster 2017   auf den Anbau von Pflanzen. Und zwar sollen auf rund 4,5 Hektar 24 000 Pflanzen gesetzt werden, das sind doppelt so viele wie 2015.  Geplant ist das vor allem auf den ehemaligen Eschen-Standorten. Die Kosten dafür liegen  bei 53  100 Euro.

Arboretum auf dem Plan

Bekanntermaßen müssen die Forstleute aus ihrem Stützpunkt in Hundersingen ausziehen. Aus dem Gebäude wird ein Dorfgemeinschaftshaus.  Damit sie nicht heimatlos werden, ist für  die Schaffung einer Unterkunft eine Investition in Höhe von 175 000 Euro  vorgesehen.

 Auch auf dem Beutenlay sollen die Arbeiten im kommenden Jahr weitergehen.   Krebs will da vor allem das Arboretum wieder auf Vordermann  bringen. Dr. Siegfried Hahn (SPD) regte an,   auch „ein Augenmerk auf die Botanik zu haben“. Geschützte Pflanzen, wie zum Beispiel das Rote Waldvögelein,  seien durch starken Bewuchs gefährdet. Damit sich die Kommunalpolitiker  ein Bild vor Ort machen könne, ist beim nächsten Waldumgang auch der Beutenlay eine Station.

 Auf Frage von  Paul Jörg (FWV) stellte  Bürgermeister Mike Münzing klar, dass man jetzt nur  auf dem Beutenlay  „mehr Wacholderheide aufbrechen“ werde.  Denn, da waren sich die beiden einig: „Man muss die Flächen dann auch  offenhalten können“, und zwar nicht mit Menschenhand, sondern durch Schafbeweidung. Die Stadt habe bei der  Heidepflege  viel geleistet,  zum Beispiel auf dem Weißgerber.

62

Euro kostet das Brennholz aus dem Münsinger Stadtwald  für Bürger. Das sind zwei Euro mehr als im vergangenen Jahr. Den Preis hat der Gemeinderat am Dienstag beschlossen.

Sechsstellige Summen aus dem Friedwald

 Nach wie vor satte Summen  werden aus dem Friedwald erwirtschaftet: 2015 waren es 133 103 Euro, 2016 rechnen die Forstmitarbeiter mit 130 100 Euro, im kommende Jahr mit 110 100 Euro. Das jeweilige Ergebnis, so Forstdirektor Alfred Krebs, hänge natürlich auch immer von der Anzahl der Bestattungen ab.