Industriegebiet Es wächst in alle Richtungen

Münsingen / Sabine Zeller-Rauscher 15.04.2018

Ein Besucher aus dem Stuttgarter Raum, der schon längere Zeit nicht mehr auf der Alb war, war gestern regelrecht von den Socken: „Boah, in Münsingen hat sich ganz schön was getan. Das wächst ja in alle Richtungen“, so sein Kommentar.

In der Tat, das Industriegebiet West wächst. Und, es wächst von Anfang an auch zusammen, was dem Gebiet einen gewissen Familiencharakter verleiht. Viele der Firmeninhaber ziehen gemeinsam an einem Strang. Arbeiten und kooperieren miteinander.

„Wir alle können gegenseitig nur immer wieder voneinander lernen“, bestätigen Claus Breining und Jürgen Krohmer. Davon überzeugten sich viele Besucher am Sonntagnachmittag. Und es war auch einiges geboten. Zum einen gab es natürlich den Blick in die Produktionsstätten der verschiedenen Firmen, zum anderen hatten die Veranstalter ein unterhaltsames Rahmenprogramm zusammengestellt, bei dem ganze Familien auf ihre Kosten kamen.

Schatzsuche und  Baggerfahren war bei den Firmen Kleinwächter und Ballerstädt angesagt. Ein Segway-Parcours, lud zur etwas anderen Fortbewegung vor den Gebäuden von Gebäudeenergieberater Claus Breining und Maler Kraft ein und leckeres Stockbrot-Grillen, bot Roland Ostertag vor seinem Metallbetrieb an. Vorgefertigte Holzteile konnten bei Holzbau Krohmer unter anderem zu kleinen Vogelvillen verarbeitet werden. Holz ist auch das Material schlechthin für Schreiner Simon Ruopp,  der in seinen Firmenräumen unter anderem zeigte, wie das Naturmaterial Zirbel-Kiefer für gesunden Schlaf und relaxtes Liegen sorgen kann.

Mit dem Naturprodukt Leder gibt die Firma Eissmann unter anderem hochpreisigen Limousinen, das gewisse Etwas. Selbst das Leder in die Hand zu nehmen, war den kleinsten Besuchern bei Eissmann erlaubt, wobei nette Ledertiere gebastelt werden konnten. Über einen personalisierten Lederschlüsselanhänger freuten sich nicht nur die kleinsten, sondern auch die großen Besucher.

Spannend war bei Papierveredler Kurz zu beobachten, wie aus einer riesigen Papierrolle viele kleine Rollen wurden. Papier, das sich später unter anderem als Füllmaterial in Versandpackungen findet.

Die Firma Quenzy hielt ihre Türen beim Tag der offenen Tür zwar geschlossen, war dafür aber an vielen Ecken und Enden mit Getränke- und Schankwagen vertreten, sodass die verschiedensten örtliche Vereine dafür Sorge tragen konnten, dass es den Besuchern auch im kulinarischen Bereich an nichts fehlte.

Dass sich die Firmen nicht zur puren Bespaßung der vielen Besucher öffneten, versteht sich natürlich von selbst. Großes Augenmerk wurde deshalb seitens der Firmeninhaber auf die Beratung gelegt, die im Rahmen der völlig ungezwungenen Atmosphäre vielerorts bestens funktionierte.

Claus Breining, der Organisator des Tag der offenen Tür, ist rückblickend mit der Entwicklung zufrieden. Schon der erste Event war ein voller Erfolg gewesen und bei der Veranstaltung vor zwei Jahren waren um die 15 000 Besucher aus der Region gekommen. Die Zahlen für gestern lagen noch nicht vor, der Strom der Besucher war aber groß, was nicht zuletzt durch das schöne Wetter begünstigt wurde, bei den zehn Betrieben gab es jedenfalls durchweg strahlende Gesichter.

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Firmen öffneten gestern in der Hermann-Staudinger-Straße im Industriegebiet West in Münsingen ihre Pforten. Und viele Besucher wagten einen Blick hinter die Kulissen.