Hundersingen Es gibt gleiche viele Schlüssel

Architekt Andreas Hartmaier, Ortsvorsteher Arndt Brändle, Peter Manz und Bürgermeister Mike Münzing (von links) weihten das neue Dorfgemeinschaftshaus Hundersingen offiziell ein.
Architekt Andreas Hartmaier, Ortsvorsteher Arndt Brändle, Peter Manz und Bürgermeister Mike Münzing (von links) weihten das neue Dorfgemeinschaftshaus Hundersingen offiziell ein. © Foto: Maria Bloching
Hundersingen / Maria Bloching 27.06.2018

Rechtzeitig zur Einweihung ist das Dorfgemeinschaftshaus in Hundersingen fertig geworden. Stolz präsentierten die Hundersinger den zahlreichen Besuchern aus nah und fern ihr neues Domizil in der Ortsmitte, für dessen Entstehung sie selbst einen großen Beitrag geleistet haben. „Viele Köpfe und Hände haben geholfen, dieses Gebäude zu erstellen“, lobte Ortsvorsteher Arndt Brändle und erinnerte an all den Schweiß, der während der Bauzeit vergossen worden war. Die Dorfgemeinschaft hätte das ambitionierte Ziel gehabt, das Bestmögliche für Hundersingen und für die Bürger zu erreichen. „Das Schwitzen hat sich gelohnt“, lautete sein Fazit.

Und auch wenn die Dorfgemeinschaft laut Brändle so manche Planer, Geldgeber und Handwerker zu Schweißausbrüchen getrieben hätte: „So schlemm war´s et“, bekräftigte Architekt Andreas Hartmaier. Er blickte noch einmal auf die Anfänge zurück, als man klein und bescheiden die Forstscheune im ehemaligen Farrenstall im Bestand umbauen wollte. Schnell sei jedoch deutlich geworden, dass die Hundersinger andere Vorstellungen hatten. Sie wollten eine richtige Küche und einen Anbau für den Eingangs- und Sanitärbereich sowie für eine Garage, die sowohl für Festivitäten als auch als Lager genutzt werden kann. „Dadurch wurde es eine runde Geschichte“.

Für Hartmaier war es „erstaunlich“, wie hier zusammengeschafft wurde. Selbst kleine Steppkes hätten ihre Arbeit gehabt: „Sie stauchten das Bier“. Jung und Alt schafften zusammen, deshalb gab es nicht nur einen Schlüssel, sondern gleich viele Generalschlüssel für die ganze Dorfgemeinschaft zu verteilen. Diese muss nun laut Bürgermeister Mike Münzing dafür sorgen, dass das Haus mit Leben gefüllt wird. „Wenn es je ein Haus verdient hat, Dorfgemeinschaftshaus genannt zu werden, dann dieses hier in Hundersingen“.

Es sei enorm, mit wie viel Engagement, Überzeugung und Herzblut eine Idee in die Realität umgesetzt worden sei. Nun hat die Verwaltung eine neue Anlaufstelle und die Jugend wie auch die Vereine haben einen Ort, für den sie nicht nur gearbeitet, sondern auch allesamt je 4000 Euro gespendet haben. „Hier schaut nicht jeder nur nach sich selbst, vielmehr gibt man aufeinander acht und lebt miteinander. Das ist Dorfgemeinschaft“, so Münzing.

6000 Arbeitsstunden

Die Hundersinger Bürger hätten mit ihren über 6000 Arbeitsstunden bewiesen, dass Dörfer im ländlichen Raum eine Zukunft hätten. Neben rund 650 000 Euro sei auch viel Herzblut investiert worden, das in Euro und Cent nicht gemessen werden könne.

Schon früher hätte im Farrenstall der Samen eine wichtige Rolle gespielt. „Jetzt geht ein anderer Samen auf und ich hoffe, dass aus dem Haus heraus neue Impulse entstehen“.

Umrahmt wurde der Festakt von der Liedertafel Hundersingen unter der Leitung von Rolf Eben. Rund ums neue Dorfgemeinschaftshaus konnte gemütlich gesessen und Geselligkeit sowie einige Leckereien genossen werden. Außerdem nutzten die Besucher die Gelegenheit, sich in den Räumlichkeiten umzusehen und sich von dem Engagement und dem handwerklichen Geschick der Hundersinger selbst zu überzeugen.

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