Riedlingen Energie- und Klimaschutzkommune

Der Photovoltaik-Freiflächenpark in Zwiefaltendorf trägt mit zur guten Bilanz bei der erneuerbaren Stromerzeugung bei.
Der Photovoltaik-Freiflächenpark in Zwiefaltendorf trägt mit zur guten Bilanz bei der erneuerbaren Stromerzeugung bei. © Foto: Waltraud Wolf
Riedlingen / Waltraud Wolf 19.07.2018

Die Stadt Riedlingen darf sich seit dem 14. Juni europäische Energie-  und Klimaschutzkommune nennen. Seit 2015 nimmt die Stadt an dem Zertifizierungsprozess teil und hat aktuell einen Umsetzungsgrad von 63,2 Prozent erreicht.

Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg/Biberach, stellte dem Gemeinderat die Ergebnisse der ersten eea-Zertifizierung vor, nannte Stärken und Potenziale. Den größten Verbesserungsbedarf gibt es noch bei der Mobilität, mit dem Wunsch, den Individual-Verkehr zu reduzieren, ermöglicht durch eine Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs, der Rad- und E-Mobilitätsinfrastruktur, aber auch des Aufbaus betrieblicher Mobilitäts-Angebote. 2921 Einpendler sind in Riedlingen bei 3043 Auspendlern registriert.

Mehrere Stärken

Handlungsbedarf weisen zudem die kommunalen Gebäude auf. Eine erneuerbare Wärmeversorgung der Altstadt, die regenerative Stromversorgung der städtischen Liegenschaften und eine Sanierungsstrategie für die 72 städtischen Gebäude stehen hier an. Bei den Stärken nannte Göppel im Prozess der nachhaltigen Stadt die Biogasanlage zur Erdgaseinspeisung, innovative Wirtschaftsunternehmen in Riedlingen, wie die Firmen Feinguss Blank, Linzmeier und die Bäckerei Bochtler. Im Vergleich zu anderen Städten könne Riedlingen mit dem Tourist Energy Point glänzen, dem Video Reisezentrum und der Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Als Alleinstellungsmerkmal strich Göppel die effiziente Verbandskläranlage mit zwei Blockheizkraftwerken und einer solaren Klärschlammtrocknungsanlage heraus.

Kaum Leckverluste

Die Reduzierung der Leckverluste von 35 auf acht Prozent bei der Trinkwasserversorgung führte er auf. Dank des Photovoltaik-Freiflächenparks bei Zwiefaltendorf und den Windkraftanlagen habe die Stadt eine 55-prozentige erneuerbare Wärmeerzeugung und eine rund 30-prozentige erneuerbare Stromerzeugung, „mehr als wir brauchen“. Auch die sukzessive Sanierung der Straßenbeleuchtung trage zum Stromsparen bei.

Im Jahr 2022 will sich die Stadt erneut zertifizieren lassen. Walter Göppel machte deutlich, dass durch die weitere Teilnahme vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms KlimaschutzPlus ein zehnprozentiger Bonus zum Beispiel bei energetischen kommunalen Gebäudesanierungen gewährt wird, sowie der Zugang zu sämtlichen Förderprogrammen und Förderprogrammwettbewerben möglich sei.

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