Die beiden Bewohner des alten Bauernhauses in Feldhausen hatten den Brand gemeldet. Als sie am Nachmittag nach Hause kamen, war das Gebäude verraucht und auch aus dem Dach kam bereits Rauch hervor. Die Leitstelle Bodensee-Oberschwaben ging daher von einem Dachstuhlbrand aus und alarmierte um 16.18 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Gammertingen mit Vollalarm, wobei neben der Kernstadtwehr auch die Abteilungen Bronnen, Feldhausen, Harthausen und Kettenacker alarmiert wurden.

Nach dem Eintreffen der ersten Rettungskräfte schickte Einsatzleiter Michael Kaag, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Gammertingen, mehrere Trupps unter Atemschutz in das Gebäude, um die Brandstelle zu lokalisieren. „Immerhin war uns zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt, dass keine Personen im Gebäude vermisst werden“, erklärte Kaag gegenüber dem Alb Boten. Schnell konnte dann der Brandherd in der Nähe eines Holzofens im Wohnzimmer lokalisiert werden. „Dort war offener Feuerschein zu sehen“, erklärte Kaag. Wahrscheinlich war ein Defekt des Ofens der Auslöser für den unkontrollierten Brand, nachdem die Bewohner am Vormittag die Holzöfen angeheizt hatten.

Nachlöscharbeiten dauern mehrere Stunden

Der Brand selbst wurde anschließend von den Feuerwehrleuten schnell gelöscht, wobei sich die folgenden Nachlöscharbeiten durch die alte Bauweise des Gebäudes in die Länge zogen. „Wir mussten die Zwischendecken im Boden und an der Decke öffnen, um Glutnester abzulöschen“, erklärte Kaag. Auch ein tragender Balken hatte bereits angefangen zu brennen und musste von den Feuerwehrleuten erst erreicht, und dann abgelöscht werden. Mit einer Wärmebildkamera wurde die Brandstelle genau kontrolliert. Parallel dazu wurde über die Drehleiter der Abteilung Gammertingen die Dachhaut geöffnet, um den Dachstuhl zu überprüfen, nachdem es dort zuvor ebenfalls geraucht hatte.

Gebäude bleibt bewohnbar

„Die Alarmierung hat sich schlimmer angehört, als der Brand am Ende war“, bilanzierte Einsatzleiter Kaag erleichtert. Feuerwehr und Polizei schätzen den entstandenen Sachschaden auf 20 bis 30 000 Euro ein. So könne das Gebäude grundsätzlich auch wieder bewohnt werden, allerdings müssten zunächst die Brandschäden repariert werden. Die beiden Bewohner des Gebäudes wurden durch die Stadt Gammertingen anderweitig untergebracht.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften

Die Freiwillige Feuerwehr Gammertingen war mit 71 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen im Einsatz, wobei die ersten Kräfte schnell entlassen werden konnten. Gegen 19 Uhr war der Einsatz beendet, wobei die Abteilung Feldhausen noch bis Mitternacht eine Brandwache stellte, welche die Räumlichkeiten zur Sicherheit immer wieder mit der Wärmebildkamera kontrollierte.

DRK-Bereitschaften sichern Einsatz ab

Neben der Polizei war auch der hauptamtliche Rettungsdienst vor Ort, der im Zuge der Löscharbeiten durch die DRK-Bereitschaften aus Gammertingen und Neufra abgelöst wurde, welche die umfangreichen Löscharbeiten der Feuerwehr absicherten. „Solange Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz arbeiten, ist so eine Absicherung wichtig“, betont Kaag, schließlich leisten die Feuerwehrleute mit den schweren Pressluftflaschen auf dem Rücken und der Atemmaske im Gesicht körperliche Schwerstarbeit.

Für die Freiwillige Feuerwehr Gammertingen war dies der dritte Einsatz in diesem Jahr. Zuvor war die Feuerwehr in der Neujahrsnacht zu einer Verpuffung an einem Ölofen alarmiert worden, wobei ein Eingreifen der Feuerwehr schlussendlich nicht erforderlich war. Freitag vor einer Woche wurde die Wehr dann vom Rettungsdienst angefordert, um mit der Drehleiter bei der Rettung eines Patienten aus einem mehrstöckigen Gebäude zu helfen.