Münsingen Einen Monat Haft für Beleidigung von Polizisten

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DIETER CLASS 07.05.2013
Weil er mehrere Polizeibeamte mit den Worten "Fick dich" beleidigt hatte, verhängte das Gericht gegen einen 27-jähriger Mann einen Monat Haft.

Der Angeklagte verbüßt derzeit bereits wegen Diebstahls eine viermonatige Haftstrafe. Anlass für die Verhandlung vor dem Amtsgericht Münsingen war ein Vorfall im September vergangenen Jahres. Gegen 1.15 Uhr trafen zwei Polizeibeamte, die zu Fuß auf Streifengang waren, auf eine Gruppe von mehreren Personen, die sich auf dem Rathausvorplatz in Münsingen aufhielten und ein Trinkgelage veranstalteten. Die Beamten sprachen einen Platzverweis aus und forderten die Zechenden auf, zu gehen und ihre leeren Flaschen mitzunehmen. Als die Beamten eine Stunde später wieder vorbeikamen, war der Zustand unverändert und die Männer noch alkoholisierter. Da es nun zu Pöbeleien gegenüber den Beamten kam, forderten diese Verstärkung an, um die Situation zu klären. Als es schließlich den Ordnungshütern gelang das Trinkgelage aufzulösen, beleidigten zwei der Zecher die Ordnungshüter mit den Worten "Fick dich". Einer der Unruhestifter soll seine beleidigende Äußerung noch mit einer entsprechenden Handbewegung untermauert haben. Dieser hatte in einem Vorverfahren ebenfalls eine Freiheitsstrafe erhalten.

Der Angeklagte konnte oder wollte sich jetzt nicht mehr an die nächtlichen Ereignisse erinnern. Auf die Frage von Richter Joachim Stahl nach seinem Trunkenheitsgrad kam die Antwort "zwischen mittel und stark". Rein vorsorglich entschuldigte er sich aber doch für sein Verhalten, auch einem der Beamten gegenüber, der jetzt als Zeuge erschien und den Sachverhalt bestätigte.

Die Staatsanwaltschaft forderte trotz der vorhandenen Strafen aus anderen Verfahren eine Verurteilung zu zwei Monaten Haft in diesem Fall. Der Pflichtverteidiger erinnerte an das bereits gegen einen Mittäter verhängte Urteil und plädierte wie dort auf einen Monat Haft.

Unter Einbeziehung einer viermonatigen Freiheitsstrafe, die der Angeklagte derzeit absitzt, verhängte das Gericht schließlich eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Monaten. Eine weitere Freiheitsstrafe hat der Verurteilte noch zu erwarten. Derzeit ist bei Gericht bereits ein weiteres Verfahren wegen eines Einbruchdiebstahls anhängig. Eine Verbindung mit dem jetzigen Verfahren lehnte der Angeklagte ab.