Weihnachtsspendenaktion Ein kleiner, aber enorm aktiver Ortsverein

Markus Geiselhart (2. von links) und sein Hayinger DRK-Ortsverein wünschen sich neue Fahrzeug. 18 und 22 Jahre alt sind die beiden Sprinter, außerdem wäre ein „Helfer vor Ort“-Fahrzeug willkommen.
Markus Geiselhart (2. von links) und sein Hayinger DRK-Ortsverein wünschen sich neue Fahrzeug. 18 und 22 Jahre alt sind die beiden Sprinter, außerdem wäre ein „Helfer vor Ort“-Fahrzeug willkommen. © Foto: Privat
Hayingen / Von Reiner Frenz 18.01.2018

Seit 26 Jahren besteht der DRK-Ortsverein Hayingen, vergangenes Jahr wurde Jubiläum gefeiert. Und schon damals wurde der große Wunsch des Ortsvereins publik gemacht nach einem eigenen Fahrzeug für die „Helfer vor Ort“. „Wir müssen bislang stets mit Privatfahrzeugen ausrücken“, erläutert Bereitschaftsleiter Martin Barth.

Den „Helfer vor Ort“ kommt gerade im ländlich strukturierten Hayingen eine immens große Bedeutung zu, sind sie doch in rund 90 Prozent aller Einsatzfälle tatsächlich als Erste vor Ort – vor dem Notarzt oder den hauptamtlichen Rettungssanitätern: „Im Durchschnitt sechs Minuten nach der Alarmierung“, weiß Barth. Für die Betroffenen kann das lebensrettend sein, weil der Notarzt, der aus Münsingen oder Riedlingen kommt, meistens zehn Minuten später kommt, im Winter manchmal sogar noch länger braucht, um am Einsatzort zu sein.

Die Lösung mit den Privatautos ist aber nicht optimal, nicht nur wegen möglicher Unfälle oder Schäden: „Man hat nicht unbedingt alles im Privatwagen dabei, wenn der Piepser ertönt“, so Barth. Ein Einsatzfahrzeug würde zudem über Blaulicht verfügen, was zu Zeitgewinnen führen kann. Sechs Retter vor Ort gibt es in der Ortsgruppe, die allesamt eine Ausbildung zum Sanitätshelfer absolviert haben und sich jährlichen Fortbildungsmaßnahmen unterziehen. Wie wichtig das rasche Eingreifen durch die Hayinger DRK-Helfer sein kann, zeigte sich im vergangenen Jahr, als fünf Reanimationen vorgenommen werden mussten, ehe ein Arzt angekommen war. „Wir hatten zwar nur einmal Erfolg, aber dieses eine Mal wiegt dennoch schwer, hat ein Leben gerettet“, unterstreicht Barth. Zur „Helfer vor Ort“-Ausrüstung zählt ein Notfallrucksack mit Sauerstoff und Verbandsmaterial. Zwei der Helfer, diejenigen, die in der Regel am schnellsten ausrücken können, verfügen zudem über Defibrillatoren.

Natürlich besteht die Arbeit des DRK-Ortsvereins Hayingen nicht nur aus schnellen Einsätzen vor Ort. Immerhin 2400 Dienststunden werden alljährlich absolviert, bilanziert der Vereinsvorsitzende Markus Geiselhart, der im März 2016 Robert Rehm abgelöst hatte. Zu den Aufgaben des Hayinger DRK, die am meisten Zeit in Anspruch nehmen, zählen die Dienste im Naturtheater. „Von Ende Juni bis Anfang September sind wir dort jedes Wochenende im Einsatz“, weiß Geiselhart. Unterstützung gibt es aber auch von umliegenden Ortsvereinen, etwa aus Pfullingen oder Riedlingen. „Im Gegenzug helfen wir dann auch auswärts, wenn Not am Mann ist“, erklärt Geiselhart. Das können dann Einsätze bei der Bussenwallfahrt sein oder aber bei Heimspielen des VfB Stuttgart.

Weitere Schwerpunkte bei den Aktivitäten liegen in der Fasnetszeit, wenn das DRK etwa beim Hayinger Fasnetsumzug vor Ort ist. Zwei Blutspendeaktionen werden jedes Jahr organisiert mit jeweils rund 175 Blutspendern. Dazu werden zwei Mal im Jahr Altkleider gesammelt, um die Vereinskasse aufzufüllen.

Zwei alte Fahrzeuge

Aktuell stehen zwei Fahrzeuge im DRK-Fuhrpark, ein „Viertragewagen“, den man 2000 über den Katastrophenschutz erhielt und ein normaler Krankentransportwagen (KTW), Baujahr 1996. Der Sprinter hat mittlerweile 165 000 Kilometer auf dem Buckel, Verschleißreparaturen werden immer häufiger. „Wir müssen dieses Jahr entscheiden, ob zuerst ein neuer KTW oder ein „Helfer vor Ort“-Bussle angeschafft werden soll“, meint Geiselhart und hofft auf Zuschüsse und reichlich Spendengelder, ohne die auch der Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs für den Ortsverein nicht zu stemmen wäre.

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