Münsingen Ein Hauch von Highland auf der Alb Vom 6. bis 8. September steigt das "South-Folk-Festival" auf der Münsinger Hopfenburg

Beim South-Folk-Festival auf der Münsinger Hopfenburg werden traditionelle Instrumente wie Drehleier oder Dudelsack gespielt. Beim Pressegespräch gaben die Organisatoren (v. l.) Tilman Teuscher, Hans Lang, Roland Bach, Karin Vollmer und Uli Vollmer bereits einen kleinen Vorgeschmack. Foto: Reiner Frenz
Beim South-Folk-Festival auf der Münsinger Hopfenburg werden traditionelle Instrumente wie Drehleier oder Dudelsack gespielt. Beim Pressegespräch gaben die Organisatoren (v. l.) Tilman Teuscher, Hans Lang, Roland Bach, Karin Vollmer und Uli Vollmer bereits einen kleinen Vorgeschmack. Foto: Reiner Frenz
Münsingen / REINER FRENZ 10.08.2013
Vom 6. bis 8. September steigt auf der Münsinger Hopfenburg das erste "South-Folk-Festival", ein Stelldichein von Freunden der Bordun-Musik, bei der die Instrumente Drehleier und Dudelsack im Mittelpunkt stehen.

Am letzten Ferienwochenende dreht sich auf der Münsinger Hopfenburg alles um Musik. Das erste "South-Folk-Festival" wird zum Treffpunkt für Folk- und Bordunmusiker aus ganz Süddeutschland werden, sind die Veranstalter von Bordun e. V., dem Verein zur Förderung europäischer Dudelsack- und Drehleiermusik überzeugt. In einem Pressegespräch erklärte Roland Bach vom Organisationsteam, dass man vor einem Jahr die Idee geboren habe, auch im Süden Deutschlands eine "Bordunale" zu etablieren, also ein Festival rund um die Bordun-Musik.

Man habe verschiedene Örtlichkeiten besichtigt, war in diesem Zusammenhang auch auf der Münsinger Hopfenburg: "Wir haben uns sofort in dieses Gelände verliebt", so Bach. Es sei in jeder Beziehung ideal für ein Festival, von der Größe her, der Lage und der Ausstattung. "Das hat hier etwas von Highland", schwärmt seine Orga-Kollegin Karin Vollmer. Mit Hopfenburg-Chef Andreas Hartmaier habe man zudem jemanden gefunden, der die ganze Sache unterstütze: "Wir haben ihn nicht lange überreden müssen", lacht Bach.

Tatsächlich zeigt sich Hartmaier "begeistert, dass wir dieses Festival mitveranstalten dürfen". Man habe sich auf das letzte Ferienwochenende einigen können. Die Hopfenburg vermiete fürs Festival nicht nur komplette Zelte, sondern ausnahmsweise auch einzelne Betten darin. Bislang gebe es bereits 150 feste Buchungen, weiß Tilman Teuscher, Vorsitzender des Bordun-Vereins. Er rechnet aber mit mehr als 200 Teilnehmern, die Anfang September nach Münsingen kommen werden. Sein Verein, so Teuscher, habe es sich zur Aufgabe gemacht, die europäische Bordun-Musik zu fördern.

Seit einigen Jahren sei auch in Deutschland eine Renaissance dieser auf alten Instrumenten basierenden Musik zu beobachten. Zu ihnen zählen neben der Drehleier und dem Dudelsack noch das diatonische Akkordeon, die Nyckelharpa oder die Northumbrian Smallpipe, mit denen über Jahrhunderte zum Tanz aufgespielt wurde. Der Verein bietet bundesweit Kurse an, bei denen diese Instrumente erlernt werden können, und er veranstaltet einige wenige Festivals, bei denen Dudelsack und Drehleier auch tatsächlich gespielt werden. Bislang habe es südlich der Mainlinie kein Festival gegeben, ist von Teuscher zu erfahren. Das wird nun anders. Ziel ist es, bei erfolgreichem Verlauf der Premiere das "South-Folk-Festival" auf der Hopfenburg fest im Veranstaltungskalender der Folkszene zu etablieren. Ein Teil des Festivals wird der Szene vorbehalten bleiben, fürs gemeinsame Musizieren und den geselligen Austausch, aber am Samstag, 7. September, ist die Öffentlichkeit ab 14 Uhr eingeladen, am Treiben auf der Hopfenburg teilzuhaben.

Was wird für 10 Euro Eintritt geboten? Jede Menge, versprechen die Veranstalter. Das fängt an mit der offenen Konzertbühne. Weiter stellen Instrumentenbauer ihre Produkte vor, darunter Andreas Rogge aus Wendelsheim, der als einer der weltbesten Dudelsackbauer gilt. Hartmut Gotschy wird in einer Lesung Einblick in die deutsche Bordun-Szene geben. Zu den diversen Workshops, die den ganzen Tag über laufen, zählt der Tanzkurs "Überleben auf der Tanzfläche" mit Hélène Moelo und Dieter Ruländer. Richtig fetzig wirds am Abend beim "Bal Folk", wenn "Die Hayner", das "Ensemble Drehmoment" und "Herzallerliebst" zum Tanz aufspielen. Ab 1 Uhr nachts wird außerdem noch eine Session mit dem Duo Sol und Tutto Possibile geboten.

Interessenten, die sich Anfang September auf der Hopfenburg für einen Urlaub anmelden wollen, werden übrigens darauf hingewiesen, dass es an diesen Tagen laut werden kann. Hartmaiers Küchenteam wird beim Festival an verschiedenen Stationen kulinarische Angebote unterbreiten, so dass niemand hungern oder dursten muss.

Info Näheres zur Bordun-Musik findet man unter www.bordun.de.

Wer noch am gesamten Festival teilnehmen will, kann sich über die Hopfenburg anmelden: www.hofgut-hopfenburg.de/

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